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Einmal anders: Der Weg nach Innen (Gelesen: 2250 mal)
sephiroth74
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Die Wahrheit liegt letztendlich
in dir selbst

Beiträge: 6
Einmal anders: Der Weg nach Innen
24.04.03 um 17:19:58
 
Shan-Artan - Der Weg nach Innen


Als 295 n.P. im Rothorngebirge ein neues Reich entstand und mit Wu-Ya-Shan den gleichen
Namen trug wie die vorherige Provinz des Kaiserreiches von Anguramatar, hieß es, dies
geschehe in Hoffnung auf den Anschluß der schanakisch besiedelten Tieflandgebiete. Dies
konnte dem Reichsgründer und ersten Priesterkönig Asfag de Hudenaigh aus politischen
Gründen nur recht sein. Nur er und andere gelehrte Priester erinnerten sich noch,
daß die Silbe 'Shan' auch noch einen andere, vergessene Bedeutung hatte. Im alten
Lyriamar, wo die Wu-Yatten nur einer von vielen Nomadenstämmen waren, besaß jeder
Stamm ein bestimmtes Gebiet in dem er überwintern konnte. Dieses Land, deren Grenzen
seit vielen Generationen überliefert wurden und oftmals auch als 'Heimat' bezeichnet
wurde, hieß 'Shan', wobei die genaue Schreibweise ungewiß ist, da die Wu-Yatten die
Kunst des Schreibens noch nicht erlernt hatten. Der Begriff 'Shan' verschwand zu Allumeddon
nach dem Untergang Lyriamars und der Flucht der Wu-Yatten nach Corigani, da es für
diesen Stamm keine Heimat mehr gab. 'Wu-Ya-Shan' bedeutet demnach 'Land der Wu-Yatten' aber
auch 'Heimat der Wu-Yatten'.

Schon seit Dscheffins Zeiten war jedem klar, daß das Rothorngebirge ein von Artan
gesegneter Ort ist. Seit der Entdeckung der Chran, schienen die Gründe hierfür klar.
Doch seit wenigen Monaten beunruhigt eine neue Theorie die Gemüter der Priesterschaft.
Aus anderen Teilen der Welt drangen Geschichten nach Wu-Ya-Shan über eine Welt IN der
Welt und die sollte heißen Shanatan. Auch dem ungebildeten Leser wird sofort auffallen,
daß es sich hier trotz der ungewissen Schreibweise nur um Shan-Artan, dem Land Artans,
das verheißene Reich der Gerechten handeln kann. Und unter dem Rothorngebirge in Erg
Korinar, der Stadt auf Säulen, wo die Chran in ihren äonenlangen Schlaf gelegen
hatten, könnte in dem gigantischen Abgrund ein Zugang zu Shan-Artan liegen!

Wir brauchten zwei Monate um eine Expedition zusammen zu stellen. Wir, das waren Gerin
A'Horun, Trifus Geddin und ich, Maruun Aldon, alle drei waren wir Priester im Großen
Tempel zu Sorngongara. Wir sammelten einen Trupp von fünfzig erfahrenen Kletterern und
Höhlenkundler um uns. Das offizielle Kommando übernahm Gerin, der vor seiner
Ausbildung zum Priester Ritter der Garde Artans war. Er sorgte auch für die
Ausrüstung, die überwiegend aus Vorräten, Seilen, Kletterhaken und Fackeln
bestand.

Dann reisten wir auf der Alten Handelsstraße nach Akakor, wo wir in die Gänge
herabstiegen, durch die wir bis nach Erg Korinar gelangten. Dort ließen wir wie geplant
fünf Leute zur Absicherung zurück, während wir anderen mit dem Abstieg begannen.
Einigen sank der Mut, als sie in den tiefen, dunklen Abgrund sahen, aber keiner gab auf. Die
ersten fünfzig Meter ging es an einer glatten Felswand nach unten, doch dann kam endlich
eine natürliche Wand mit Rissen und Vorsprüngen, an der wir als erfahrene Kletterer
bequem weiter nach unten gelangen konnten. Wir kletterten in vier Kolonnen zu je zwölf
Leuten, die sich gegenseitig absicherten, so daß gelegentliche Stürze nur
Schürfwunden und Prellungen zur Folge hatten. Wir übernachteten an den Seilen
hängend, auf größeren Felsvorsprüngen oder in Spalten geklemmt. Nach
schätzungsweise sechs Stunden waren wir einigermaßen ausgeruht und kletterten
weiter.

Am dritten Tag unserer Kletterpartie geschah das Unglück. Gerins Kolonne, die gerade
führte, überwand gerade eine Felsnase. Sechs Leute befanden sich auf der Nase, als
diese abbrach und die ganze Kolonne mit nach unten riß. Noch immer habe ich die Schreie
der Kameraden im Ohr, wie sie langsam immer leiser werden, während die Körper in die
Tiefe fallen. Wir alle waren geschockt, doch der größere Teil wollte die Expedition
fortsetzen. Die elf, die umkehren wollten, bildeten eine eigene Kolonne, was auch uns andere
zur Neuformation zwang. Nach einer längeren Rast stiegen wir mit zwei Kolonnen weiter
nach unten, während die anderen wieder aufwärts stiegen.
Später kamen die Säulen Erg Korinars immer näher an unsere Felswand ran, bis sie
schließlich darin verwuchsen und so die Theorie widerlegten, daß sie bis zum
Mittelpunkt der Welt reichten. Und noch eine Entdeckung machten wir an diesem Tag: Wir
wurden leichter! Und nicht nur wir, sondern auch unsere gesamte Ausrüstung. Etwas was
früher schon leicht war, wie z.B. eine Feder schwebte hier beinahe. Wir dachten lange
nach und schließlich gelangte Trifus zu einer einleuchtenden Theorie. Im inneren Myras
muß eine Quelle von 'Leichtigkeit' geben. Das Universum ist von Natur aus schwer und je
weiter man sich von einer Leichtigkeits-Quelle entfernt, desto schwerer wird man. Daher
bekommt ein Mensch ein großer Höhe Druck auf den Ohren, Kopfschmerzen und auch
Nasenbluten. Wir dagegen näherten uns dieser Quelle und mußten daher leichter
werden.
Die Quelle der Leichtigkeit, wie immer so etwas aussieht, muß zwischen den beiden Welten
sein, da sonst die Wesen Shan-Artans zu leicht wären und in ihren Himmel, sprich die
Mitte Myras, stürzen würden. Mit dieser Erklärung gaben sich alle zufrieden und
wir kletterten weiter.
Am nächsten Tag meldete Trifus, daß er Kopfschmerzen habe, wir hofften jedoch
zunächst, daß es nur vorübergehend sei. Im Laufe der Zeit wurden wir eines
besseren belehrt, denn fast alle Mitglieder unserer Expedition bekamen Kopfschmerzen und
bei Trifus wurde es so schlimm, daß ein Weiterklettern für ihn unmöglich war.
Nur ich und ein Bergsteiger namens Jeredo Daviru, der dem Laster des Alkohols frönte und
nur mit durfte, weil er einfach der Beste war, blieben verschont. Wir berieten lange
über dieses Phänomen, auch wenn Trifus kaum denken konnte. Schließlich brachten
wir es mit unseren magischen Fähigkeiten in Verbindung, beziehungsweise meinen nicht
vorhandenen magischen Fähigkeiten. Seit einer Kopfverletzung in meiner Novizenzeit war
ich nicht mehr in der Lage auch nur den kleinsten aller Zauber zu vollbringen, es schien als
ob der magische Teil meines Gehirns beschädigt worden war. Jeredos Immunität lies
sich daraufhin leicht durch die Betäubung durch Alkohol erklären. Blieb die Frage
was denn nun so schmerzhaft auf die Gehirne der Kameraden einwirkte, bis mir eine Theorie
einfiel, die ich vor langer Zeit von einem wandernden Chronisten gehört hatte. Der Mann
sprach von der möglichen Existenz Magischer Felder, deren Natur er mir leider nicht
genau erklären konnte. Wir kamen zu dem Schluß, daß zwischen der Innen- und der
Außenwelt solch magisches Feld liegen muß und es jetzt nicht mehr weit bis zur Mitte
sein könnte. Ich beschloß mit Jeredo noch weiter zu klettern, während der Rest
sich zurückziehen sollte, bis die Kopfschmerzen nachlassen und dort auf uns warten
sollte.
Zu zweit war es natürlich schwieriger, doch dank Jeredos Erfahrung und der zunehmenden
Leichtigkeit kamen wir gut voran. Nach einem halben Tag stießen wir auf Grund, was uns
sehr enttäuschte, denn eigentlich hatten wir ja gehofft, daß der Abgrund uns bis
nach Shan-Artan bringen würde. Am Boden angekommen schauten wir uns nach der
abgestürzten Kolonne um, doch war sie zunächst nicht aufzufinden. Wir waren
inzwischen so leicht, daß wir mit geringster Kraft sehr weit springen konnten. Jeredo
sagte als er den ersten Schritt auf den Boden tat, "Ein kleiner Schritt für mich, doch
ein großer Schritt für die Menschheit", ich verzichtete darauf mich zu erkundigen,
was er damit sagen wollte.
Immerweiter erkundeten wir die Gegend und schließlich fanden wir ganz hinten in der
Höhle die völlig zerstörten Leichen unserer Freunde. Wir überlegten wie wir
sie hier würdig bestatten konnten, als uns auffiel, daß einer fehlte und das Seil an
dem er hing in einer Felsspalte verschwand! Wir konnten uns das einfach nicht erklären
und so legten wir uns ersteinmal schlafen. Ich wachte auf weil etwas an meinen Füßen
drückte. Als ich mich umblickte, sah ich, daß ich ganz an der Felswand lag, obwohl
ich etwa zehn Meter entfernt von ihr eingeschlafen war. Erst dachte ich, ich hätte mich
im Schlaf herum gewälzt doch dann bemerkte ich, daß ich immernoch in der kleinen
Mulde lag in der ich mich schlafen gelegt hatte. Es gab nur eine Schlußfolgerung: Der
Boden hatte sich bewegt! Weiter überlegt ich die Möglichkeit von Löchern im
Boden, die gelegentlich, vielleicht sogar regelmäßig, durch die Höhle wanderten,
was auch die fehlende Leiche erklären würde.
Jeredo, dem der Reisschnaps aus ging, drängte in Erwartung tödlicher Kopfschmerzen
auf eine sofortige Umkehr, doch ich wollte meine 'Löcher-Theorie' beweisen, daher
schickte ich ihn allein zurück.
Und nun bin ich seit zwei Tagen allein hier unten und schreibe diesen letzten Bericht in
mein Tagebuch. Meine Ausrüstung ist ordentlich verpackt auf meinem Rücken und ich
bin bereit in dieses Loch hinabzusteigen, das sich seit einer halben Stunde langsam auftut.
Ich weiß nicht genau was mich erwartet, doch ich hoffe auf Shan-Artan, dem Lande der
Gerechten!

Wenn ich nicht wiederkehre gebt meiner Familie Bescheid und vergeßt mich bitte nicht.

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Zak
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and the alien mindbenders

Beiträge: 2047
Hohle Erde
Re: Einmal anders: Der Weg nach Innen
Antwort #1 - 29.04.03 um 22:29:55
 
hallo sephiroth74

wo hast du eigentlich den text her?
wuerde mich interessieren...und auch wie man sein tagebuch gefunden hat

gruesse, zak
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"Eine Gesellschaft, die ein klein wenig Freiheit aufgibt für ein klein wenig Sicherheit, verdient beides nicht und wird beides verlieren." Benjamin Franklin
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