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Verschwunden am Untersberg (Gelesen: 169812 mal)
Uthek
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Verschwunden am Untersberg
23.02.04 um 16:18:51
 
Grüße!

gestern Abend stieß ich beim Lesen des Buches "Die Spinne in der Yucca-Palme - Sagenhafte Geschichten von heute" von Rolf Wilhelm Brednich, auf einen interessanten "Bericht". Kurz noch zum Thema des Buches; hier handelt es sich um eine Auflistung von sog. "modernen Sagen", also Geschichten die irgendwer mal erlebt haben soll und mit Sicherheit "wahr" sind. Natürlich sind diese Geschichten nicht wahr, aber die hier vorliegende wäre eine genaure Überprüfung wert. Ich werde sie nun, genau wie sie im Buche steht, hier widergeben:


(Seite 130-131)
101. Verschwunden am Untersberg

Ein Bekannte, die sich intensiv mit dem Übersinnlichen befaßt und auch eine kleine Zeitschrift herausgibt, erzählte mir Ende 1987, daß drei Menschen auf mysteriöse Weise am Untersberg bei Berchtesgaden verschwunden seien. Die drei hätten dort nach geheimnisvollen Plätzen, Höhlengängen usw. gesucht. Weder Grenzpolizei noch Bergwacht konnten sie finden. Einzig ihr Wagen hätte noch immer in Unterschönberg am Fuße des Berges gestanden. Man hatte sie aufgegeben, vermutet, daß sie in irgendwelchen unerschloßenen Höhlen des Berges verschollen seien.
Dann, drei Monate später, hatte sich einer der drei über Radio Norddeich bei einer Bekannten gemeldet. Er sei, zusammen den beiden anderen, in Ägypten aufgetaucht und nun auf einem Schiff auf dem Roten Meer auf dem Weg nach Alexandria. Dort wurden sie auf dem deutschen Konsulat vorstellig, um wenig später nach Deutschland zurückzukehren. Sie hüllten sich über ihre Erlebnisse am Unterberg in Schweigen.

Quelle: Mündliche Erzählung im November 1987. Zeitpunkt des Geschehens August (Verschwinden) bis November 1987.
Die geschilderte Geschichte stand Ende 1987 in diversen Zeitungen. Die drei Personen, die am Untersberg "verschwunden" sind, waren ein Münchner Ehepaar sowie ihre Freundin. Alle drei hatten sich schon seit längerer Zeit mit dem Übersinnlichen und speziall mit den Geheimnissen des Unterberges befaßt.
In der Volksetymologie heißt der Unterberg auch "Wunderberg", und allerlei Sagen ranken sich um ihn und seine geheimnisvollen Höhlen. Wir finden hier zahlreiche Elemente traditioneller Bergsagen wieder. So sollen hier große Kaiser der Vergangenheit auf den jüngsten Tag warten, wie 1529 ein Mann names Lazarus Aizner berichtete, der von einem Mönch in das Berginnere geführt worden sein soll. Ein Jäger blieb einmal vier Wochen lang trotz allen Suchens verschollen und wurde für tot gehalten, weiß andere Sage. Erst als für ihn die Seelenmesse gehalten wurde, trat er in die Kirche und erzählte, er sei in den Berg entrückt worden. Ein Bauer wurde von den Untersbergbewohnern als Kegelaufheber entgagiert und blieb sieben Jahre fort. Ein Bergmännlein benachrichtigte in diesem Fall seine Angehörigen, daß es ihm gut gehe (HdA VIII, 1483ff.).
Haiding (1965, 108f.) führt unter dem Titel "Die Hochzeitstafel im Untersberg" die Sage von einem Brautpaar an, das samt seinem Gefolge von einem "kleinen Mann" in das Innere des Berges geführt wurde. Als es den Berg wieder verließ, schien alles verändert. Von einem Pfarrer schließlich erfuhr die Brautgesellschaft, daß inzwischen hundert Jahre vergangen seien.
Ebenfalls läßt sich die inhaltliche Verwandtschaft mit zahlreichen anderen traditionellen Berg- und Höhlensagen bis hin zum "Rattenfänger von Hameln" leicht nachweisen. Wir haben es hier also mit einer alten Sage in neuem Gewand zu tun.




So, das war nun genau das, was auch in dem Buch nachgelesen werden kann. Wir werden hier mit einer Reihe von Informationen konfrontiert, die sich sicherlich überprüfen lassen würden.


Hier ein paar Vorschläge:

- Zeitungausgaben von August - Dezember 1987 überprüfen. Nach Möglichkeit Lokalzeitungen aus der Untersberggegend, bzw. München.
- Das deutsche Konsulat in Alexandria (Ägypten) anschreiben um etwas über den 1987er Vorfall von drei Bayern, zwei davon aus München, zu erfahren.
- Grenzpolizei und Bergwacht anschreiben. Die Polizei unterliegt sicher einer Schweigepflicht, bei der Bergwacht wäre ich mir nicht so sicher. Auf den Wagen, den die drei "Wanderer" in Unterschönberg zurückgelassen haben, eingehen.
- Die örtliche Bevölkerung befragen - Unterschönberg?


Also dann! Ich bitte um reichlich Kommentare, hehe.

Grüße,
Uthek
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Bergamr
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Re: Verschwunden am Untersberg
Antwort #1 - 23.02.04 um 17:23:30
 
Zitat:
- Die örtliche Bevölkerung befragen - Unterschönberg?


Hallo Uthek,

guter Beitrag, willkommen in der HE!

Hört sich interessant an, ich hab mal nach Unterschönberg geguckt. S'gibt nur einen Ort diesen Namens, der liegt aber östlich von Miesbach, nordöstlich vom Schliersee. Und das ist ne Ecke weg von Berchtesgaden. Und auch eher Hügelland als Berge.

Hast Du näheres über den Ort?

Gruß
Bergamr
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Uthek
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Re: Verschwunden am Untersberg
Antwort #2 - 23.02.04 um 17:37:02
 
Grüß dich Bergamr,

nein leider habe ich nichts Näheres über diesen Ort. Nur das, was in dem Bericht oben steht. Es kann aber auch sein, daß die Gruppe ihren Wagen wirklich in diesem einen Ort (der weiter weg ist) hat stehen lassen, um dann bis zum Untersberg zu wandern. Wie auch immer - vielleicht gibt es auch kleinere Orte mit dem Namen Unterschöneberg in der direkten Untersberggegend - wer weiß? Eventuell als Stadt- bzw. Ortsteil einer größeren Ortschaft?
Man bräuchte eine größere Karte dieser Gegend und jemanden der von dort kommt um zu forschen. Allerdings könnte man, wie schon oben beschrieben, auch per Epost in Kontakt mit diversen Zeitungen treten um vielleicht die Identität der drei Personen herauszufinden. Das wäre ein Anfang.
Außerdem könnte man davon ausgehen, daß die Bezeichnung "Unterschöneberg" falsch ist - denn diese Geschichte ist ja Mundpropaganda. Will heißen, daß man am Besten eine Liste der direkten Ortschaften rund um den Untersberg aufstellt.

Gruß,
Uthek
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Needlemaster
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Re: Verschwunden am Untersberg
Antwort #3 - 23.02.04 um 18:19:27
 
...

Gibt da ein par Namen die evtl nur falsch weiter gegeben wurden, wieso auch immer.
Aber Unterschönau passt doch recht gut ...
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Uthek
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Re: Verschwunden am Untersberg
Antwort #4 - 23.02.04 um 19:09:50
 
Grüß dich Needlemaster,

ja an Unterschönau hatte ich auch schon gedacht, als ich mir eben einige Karten angesehen habe. Dies müßte man natürlich überprüfen, hehe.

Gruß,
Uthek
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Needlemaster
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Re: Verschwunden am Untersberg
Antwort #5 - 24.02.04 um 16:17:14
 
Allerdings wäre es relativ weit von dem Ort zum Berg.
Wenn die Leute zu reinen nur wegen dem Berg kamen macht eine Vorwanderung zu demselben keinen Sinn.
Wer weis, so is das halt mit unbestätigten Geschichtchen Smiley
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Bergamr
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Re: Verschwunden am Untersberg
Antwort #6 - 24.02.04 um 17:38:48
 
Hey Needlemaster,

wo ist denn der Untersberg auf Deiner Karte genau?

Gruß
Bergamr
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Re: Verschwunden am Untersberg
Antwort #7 - 25.02.04 um 17:43:37
 
Ich Tip mal auf den roten Stern.
Die Karte is von der Tourismus-Page. Ich wohne da nicht, aber laut Page is das der Untersberg samt näherer Umgebung.
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nibbler
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Re: Verschwunden am Untersberg
Antwort #8 - 28.02.04 um 03:23:59
 
wohne gleich daneben  Augenrollen

war aber noch nie "oben".. auch nicht mit der seilbahn..  Traurig

hier einige pics.. die ich auf die schnelle gefunen hab:

http://www.lochstein.de/unt.htm

btw. das "Kaiser Karl" Bier! ist genialst!  Kuss
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Segestus
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Syke
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Re: Verschwunden am Untersberg
Antwort #9 - 05.05.04 um 09:31:44
 
Aus:



http://www.berchtesgadener-anzeiger.de/includes/mehr.php?id=2265



Ebenso typisch für die Zeit war die Diskussion um Außerirdische. Noch heute sind viele »Ufologen« überzeugt, die US-Army habe ein 1947 in Arizona gelandetes Ufo samt Besatzung in einem Bergwerk verschwinden lassen, um eine Massenpanik zu vermeiden. Immer wieder gab es Meldungen, dass so genannte fliegende Untertassen gesichtet worden waren. So war es nur eine Frage der Zeit, dass die Außerirdischen dem Berchtesgadener Land einen Besuch abstatten würden. Prompt meldeten Beobachter in der Oberau, dass sie am 24. April über dem Untersberg eine fliegende Untertasse gesichtet hätten, die nach einer kurzen Zeit Richtung Reichenhall geflogen sein soll. Es ist anzunehmen, dass die Amerikaner die fliegende Untertasse schlussendlich in einer Höhle am Untersberg haben verschwinden lassen. Die Besatzung soll sich in Säurefässer eingelegt in Bunkern am Obersalzberg befinden...
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urbayer
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Glückliche Sklaven sind /> /> Feinde der Freiheit /> !!!

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Re: Verschwunden am Untersberg
Antwort #10 - 07.05.04 um 08:36:49
 
Obersalzberg. In dem See dort sollen doch auch ein paar RD-Flugscheiben versteckt sein, also ich finds immer wieder interessant wie sich einiges kreuzt.

mfg

uRb

PS: schön dass das Forum wieder läuft Smiley
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hakky
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Re: Verschwunden am Untersberg
Antwort #11 - 10.05.04 um 21:46:40
 
Also erstmal ein hallo an alle.
Seid letztes Jahrschau ich hier ab und zu im forum rein und hab mich jetzt mal überwunden mich anzumelden.
Jetzt mal zum untersberg :
das thema verfolge ich schon eine ganze weile,und binn jetzt schon eisern am sparen um dort urlaub zu machen. Denn immer nur im Forum nachzulesen bringt einen nicht wirklich weiter (meine meinung), und deshalb habe ich mich entschlossen der sache mal auf den kern zu gehen mit der Hoffnung fündig zu werden.
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Segestus
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Syke
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Re: Verschwunden am Untersberg
Antwort #12 - 11.05.04 um 08:48:35
 
In der Nähe des Untersberges gibt es auch einen sagenhaften Baum, der nach einigen Sagen auch mit der Weltenesche Yggdrasil gleichgesetzt wird:

DER BIRNBAUM AUF DEM WALSERFELD BEI SALZBURG


Auf dem Walserfeld bei Salzburg stehend, ein uralter Birnbaum, ganz dürr und abgestorben seit langer Zeit, und ist schon zum öftern gar umgehauen worden, aber durch die Kraft des Allmächtigen wurde die Wurzel behütet und trieb wieder aus, daß der Baum emporwuchs. Von diesem Baume geht nun eine alte Weissagung, daß er dereinst wieder beginnen werde zu blühen und Frucht zu tragen. Wann aber dieses sich ereignet, dann wird der verzauberte Kaiser* mit all seinen Wappnern hervortreten aus dem Schoße des Untersberges, und es wird eine große und erschreckliche Schlacht des Glaubens halber geschlagen werden. Dieses geschieht aus göttlichem Verhängnis, weil kein Mensch mehr dem andern brüderliche Liebe erzeigen will. Wann der Baum beginnt zu grünen, wird diese Zeit der Not nahe sein, wann er aber anfangen wird Früchte zu tragen, wird sich die Schlacht anheben, und der Fürst des Bayernlandes wird an den Birnbaum seinen Schild aufhängen. Auf dem Felde wird den Streitern das Blut rinnen bis an die Knöchel und in die Schuhe, und die Vornehmen werden wünschen, insgesamt auf einem Sattel davonreiten zu können. Nur die guten Menschen werden von den Riesen des Untersberges geschützt und gerettet, die bösen aber alle erschlagen werden. So schrecklich soll die Schlacht sein, daß sie alles Volk zerstören wird.

Die Sage erzählt, daß ein Fürstensohn hinaufging gen Abend zum Fuß des Untersberges. Und wie mit der Nacht sich das Schlachtgetümmel erhebt, tritt dem Weiterschreitenden ein graubärtiger Herold entgegen und winkt ihm zu folgen und führt ihn in die Tiefe des Wunderberges, immer tiefer, bis es sargeseng wird. Da greift der greise Führer in die Felsen, und es öffnet sich ein weiter Thronsaal mit herrlichen Säulen und hellem Glanze. Und in ihm zehntausend Ritter und hunderttausend Lanzenknechte, zum Kampfe gerüstet. An einem runden Tische aber von Marmorstein inmitten des Saales saß der Kaiser* im Reichsschmuck, mit lichtweißem Barte, der, mit Perlen durchflochten, um den Tisch in langen Silberwogen wallte. Um ihn her aber die sieben Kurfürsten des Reichs.

Da tritt des Kaisers Tochter lebenswarm in die versteinerte Welt, geht zu dem Tische und mißt des kaiserlichen Vaters langen Bart; der aber reicht erst zweimal um den Tisch, und der dritte Gang fehlt. Da erstarrt auch sie vor Schmerz, und mit dem Mitternachtsschlage ist alles erloschen und versunken. Der Herold aber spricht zu dem Fürstensohne, der des Kaisers Tochter hatte umarmen wollen:



Und alle, die da unten hausend
Mit ihm und ihr du hast geschaut,
Sind ein versteinertes Jahrtausend,
Das täglich auf ins Leben taut,
Um täglich wieder zu erstarren;
Und so muß Kaiser*, Kind und Herr
So lange der Erlösung harren,
Bis um die Tafelrunde her
Des Kaiserbartes Silberwogen
Die Tochter dreimal hat gezogen.

Und wenn der Bart so groß geworden,
Ach, ist das große Volk so klein!
Und selber wird es sich ermorden,
Und Treu und Glauben nicht mehr sein.
Dann kommt ein Fürst aus deinem Stamme
Zum Berg und seinem Schauerraum,
Und hängt des Volkes Oriflamme,
Sein Schild an jenen morschen Baum,
Und wird er wieder Blüten tragen,
Dann wird die Rettungsschlacht geschlagen.

Da bricht aus unterird'schem Saale
Das Heer hervor aufs Walserfeld
Und kämpft und siegt. Zum zweiten Male
Erschafft das große Volk der Held.
Dann wird er Reich und Tochter geben,
Des Rüstung diese Perlen da
Die Tränen dieser Nacht umweben,
Die Tochter heißt Teutonia;
Der Prinz? Wer kann Antwort verlangen?
Wer sagen, wo er hingegangen?
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Segestus
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Syke
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Re: Verschwunden am Untersberg
Antwort #13 - 11.05.04 um 15:01:40
 
Diese Vorraussage klingt doch bekannt. Zudem scheint hier der Untersberg eine Rolle zu spielen:

DER BLICK IN DIE ZUKUNFT

Um Mitternacht begab sich einmal ein Salzburger Zimmermann von einer Hochzeit aus Hallein nach Hause. Als er in die Nähe von Niederalm kam, sah er die dortige Kirche hell erleuchtet und vernahm Orgelton und Gesang, als ob ein festtäglicher Gottesdienst abgehalten würde. Der Zimmermann dachte: »Da muß unsereiner doch auch wissen, was geschieht!« und ging schnurgerade auf die Kirchentür los. Diese war offen, so daß er ungehindert eintreten konnte. Drinnen wurde ein feierliches Amt gehalten, der Geistliche sang gerade das »Ite, missa est!« Als sich der verspätete Hochzeitsgast aber die Leute anschaute, wurde ihm doch etwas sonderbar zumute, es waren lauter kleine Männlein, jedes einen bloßen glitzernden Säbel in der Hand. Und gerade neben ihm stand ein Zimmermann, die schön geschliffene Axt über der Schulter. Dieser trat jetzt heran und sagte zum Salzburger: »Ist recht, daß du kommst! Ich bin der einzige Zimmermann von der ganzen Armee und müßte sonst auch beim Einzug allein gehen. Da hast du eine Axt, wir wollen zwei Mann hoch einmarschieren!« Nun ging es fast im Sturmschritt dem Untersberge zu. Sie kamen an eine hohe Felswand, in der ein großes gewölbtes Tor geöffnet wurde; da gingen sie hinein. Während sie durch eine weite Halle fürbaß schritten, kamen zwei Männlein mit langen eisgrauen Barten auf den Zimmermann zu und führten ihn vom Zuge hinweg in eine geräumige Höhle, die ziemlich hell war, obgleich nirgends ein Licht brannte. Sie gaben ihm Buch und Feder in die Hand und sprachen: »Auf diesen Pergamentblättern wird alles, was im Laufe der Zeiten sich ereignen wird, aufgezeichnet. Schau das Buch an, die Hälfte ist bereits angefüllt! Es sind bald tausend Jahr, seit die erste Zeile eingezeichnet worden. Vieles von dem, was da schwarz auf weiß steht, ist schon in Erfüllung gegangen; vieles steht noch bevor. Einschreiben aber kann nur einer, der zu guter Stunde von außen zu uns hereinkommt. Also schreibe, so gut du kannst, folgendes: >Darauf wird ein schrecklicher Krieg ausbrechen, so schnell und unerwartet, daß der Bauer vom Acker mit der Pflugschar und die Bäuerin vom Herd weg mit dem Küchelspitz ins Gefecht stürzen. Das dauert jedoch nicht lange; dann kehrt der Bauer zurück, seine Zugtiere vorwärts zu treiben, und die Bäuerin, um alle ihre Kücheln zum Mittagessen zu backen. Wer während dieses Krieges auf die Flucht geht, der braucht nicht mehr als einen einzigen Brotlaib mitzunehmen. Dies begibt sich im Jahre. . .« Aber da hörte der Zimmermann laute Trompetenstöße aus der Ferne, und die beiden Männlein eilten hinweg.

Der Zimmermann steckte das Buch in die Tasche und machte sich aus dem Staube. Wie er einige Schritte vorwärts getan hatte, erblickte er einen Streifen blauen Himmels, und bald stand er an der Öffnung, vor sich die grüne Gegend im Morgensonnenschein. Er griff auf dem Heimweg nach seinem Buch, aber da zog er eine Handvoll Spinnengewebe heraus.

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Re: Verschwunden am Untersberg
Antwort #14 - 11.05.04 um 15:20:37
 
und noch etwas zum Untersberg:

In diesem 1529sten Jahr bin ich Lazarus Aigner bey Herrn Stadtschreiber zu Reichenhall in Diensten gestanden; da hat es sich einstens begeben, daß ich und der Herr Stadtschreiber sammt dem Herrn Pfarrer Martin und Herrn Pfleger, auch sonst einem Bürger aus Reichenhall mit einander auf den sogenannten Untersberg gangen und kommen sind zu einer großen Klamm, allwo ein Loch an diesem Berg: da hatte es eine Capellen, so unter dem Hohen Thron ist. Allda war ein Geschrift mit silbernen Buchstaben eingehauen in der Wand; dies haben wir angeschaut und gelesen.....S.O.R.C.E.I.S.A.T.O.M. "

Was bedeuten diese Buchstaben???????
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