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[ÄE] Griech. Mythologie und der Asteroidengürtel (Gelesen: 12771 mal)
Erutan
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RESISTO

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Re: [ÄE] Griech. Mythologie und der Asteroidengürt
Antwort #15 - 15.05.06 um 15:20:24
 
Zitat:
Ebenso hat er (wenigstens früher) in seinen Bücher behauptet, das er studiert habe, das er ein Sprachgelehrter sei, ein Experte für semitische Sprachen und Sumerische Schriften. Ungüngstigerweise stimmt das nicht - Sitchin hat gerade mal den Bachelor für "Economics History". Diese beginnt zeitlich im Jahre 1704...


Du spielst auf den Umschlagtext an wenn ich mich nicht irre. Das ist jedoch nicht Sitchins Aussage sondern die Aussage des Verlags über Sitchin.

Es ist leider so, daß man nicht nur innerhalb etablierter "Fachkreise" nicht ernstgenommen wird wenn man nicht die passende "Ausbildung" hat, sondern auch die breite Masse ist dann voreingenommen.

Man benötigt keine "offizielle Ausbildung" um auf einem Gebiet Experte sein zu können; man benötigt lediglich das Fachwissen, ganz gleich wie man sich dies angeeignet hat.

Man benötigt jedoch eine "offizielle Ausbildung" um als Experte anerkannt zu werden. Traurig aber wahr.

Bei einer "offiziellen Ausbildung" beispielsweise auf einer anerkannten Universität wird dabei leider nicht nur reines Wissen vermittelt, sondern auch die "offizielle Betrachtungsweise" bzw. die "offizielle Richtigkeit".

Zitat:
Nimmt man sich Sitchins Bücher und macht sich mal die Mühe, bei den genannten Zitaten und Abbildungen das Original herauszukramen, wird man so manche Überraschung erleben


Bisher noch nicht. Mir liegen so ziemlich alle Quellen, die Sitchin in seinen Büchern angibt vor. Keine Überraschung bisher.

Zitat:
Nicht umsonst gilt Sitchin nicht nur der etablierten Wissenschaft, sondern auch Leuten wie z.B. Erich von Däniken oder Walter Jörg Langbein als Persona non grata.


Das hat aber ganz andere Gründe. Die Genannten und noch weitere Autoren haben sich einen kleinen feinen Verein zusammengebastelt und legen einen Canon vor an den sich alle zu halten haben. Das erhöht die Glaubwürdigkeit und Glaubwürdigkeit steigert den Absatz.

Sitchin machte und macht immer sein eigenes Ding und folgt seiner eigenen Überzeugung.

Man muß sich auch mal vor Augen halten, daß es ohne Sitchin die meisten anderen Autoren gar nicht geben würde.
Die meisten sind auf den Zug aufgesprungen und verbreiten jetzt ein mehr oder weniger uniformes Bild, daß in vielen Punkten dem Bild von Sitchin widerspricht.

Für die anderen Autoren der Szene ist es natürlich nicht gerade klasse wenn es mehrere grundlegend verschiedene Ansichten gibt denn die Leser könnten sich fragen, ob an der ganzen Sache überhaupt etwas Wahres dran ist wenn so unterschiedliche Bilder gezeichnet werden.

Ich persönlich betrachte Sitchin ganz sicher nicht als 100% glaubhaft aber alle anderen betrachte ich als noch sehr viel unglaubhafter. Die unglaubhaften Stellen in Sitchins Theorie sollte man meiner Ansicht nach mit eigenem Hirnschmalz auffüllen.



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Re: [ÄE] Griech. Mythologie und der Asteroidengürt
Antwort #16 - 15.05.06 um 17:54:27
 
Zitat:
Ebenso hat er (wenigstens früher) in seinen Bücher behauptet, das er studiert habe, das er ein Sprachgelehrter sei, ein Experte für semitische Sprachen und Sumerische Schriften. Ungüngstigerweise stimmt das nicht - Sitchin hat gerade mal den Bachelor für "Economics History". Diese beginnt zeitlich im Jahre 1704...


Erutan schrieb am 15.05.06 um 15:20:24:
Du spielst auf den Umschlagtext an wenn ich mich nicht irre. Das ist jedoch nicht Sitchins Aussage sondern die Aussage des Verlags über Sitchin.

Es ist leider so, daß man nicht nur innerhalb etablierter "Fachkreise" nicht ernstgenommen wird wenn man nicht die passende "Ausbildung" hat, sondern auch die breite Masse ist dann voreingenommen.

Man benötigt keine "offizielle Ausbildung" um auf einem Gebiet Experte sein zu können; man benötigt lediglich das Fachwissen, ganz gleich wie man sich dies angeeignet hat.

Man benötigt jedoch eine "offizielle Ausbildung" um als Experte anerkannt zu werden. Traurig aber wahr.

Bei einer "offiziellen Ausbildung" beispielsweise auf einer anerkannten Universität wird dabei leider nicht nur reines Wissen vermittelt, sondern auch die "offizielle Betrachtungsweise" bzw. die "offizielle Richtigkeit".


Das ist nicht nur die Aussage des Verlages. Das ist die Aussage jeder Seite, die sich mit Sitchin befasst. Mit DEM Spezialisten schlechthin - der in Wirklichkeit aber gar kein Spezialist ist.

Wer wissenschaftlich ausgebildet wird, erhält hauptsächlich zwei Dinge: Fachspezifisches Wissen und die wissenschaftliche Methode. Anhand der wird entschieden, ob eine Theorie den Namen verdient, auf eine Hypothese zurückgestuft wird oder gar nur ein Postulat ist. So etwas wie eine "offizielle" Betrachtungsweise gibt es nur in Büchern von Sitchin. Ich weiß nicht, wie viele Forscher du persönlich kennst, aber die wenigsten halten sich an derartige Konventionen wie eine "offizielle Betrachtungsweise", zumal sich die ja eh von Land zu Land ändert. Liegt daran, das nun mal jeder studieren kann - auch du. Wenn dir eine Forschungsrichtung also zu schlaff erscheint, studiere sie, und dann mach den Kerlen die Hölle heiß! Zwinkernd

Zitat:
Nimmt man sich Sitchins Bücher und macht sich mal die Mühe, bei den genannten Zitaten und Abbildungen das Original herauszukramen, wird man so manche Überraschung erleben


Erutan schrieb am 15.05.06 um 15:20:24:
Bisher noch nicht. Mir liegen so ziemlich alle Quellen, die Sitchin in seinen Büchern angibt vor. Keine Überraschung bisher.

Da helfe ich dir gerne unter die Arme. Du kennst doch die Behauptung Sitchins, die Cheops-Pyramide wäre gar nicht von Cheops?

Allgemein gilt Cheops als Erbauer der gleichnamigen Pyramide. In der Pyramide gibt es sogenannte "Entlastungskammern". Das sind Hohlräume über den eigentlichen Kammern. Da die Hohlräume nur aus Gründen der Statik existieren, war es nicht nötig, einen Zugang dafür zu bauen. Im Jahre 1837 suchte ein Colonel Howard Vyse solche Kammern - und fand sie auch.

Soweit gehe ich noch konform zu Sitchin. Was er dann erzählt, ist frei erfunden: Wyse sagt, er hätte dort eine Kartusche gefunden. Wyse hätte aber, so behauptet Sitchin, diese Kartusche gefälscht! Wie kommt er darauf?

Ganz einfach: Das Symbol für den Pharao Cheops (Sieb, Wachtel, Viper, Wachtel) beinhalte einen Schreibfehler. Das, so Sitchin, wäre umso interessanter, als das dieser Schreibfehler eine Erklärung hätte: Es hätte damals ein Lehrbuch über Hieroglyphen gegeben (die Materia Hieroglyphica). Und in eben diesem Lehrbuch wäre ein Fehler gewesen: Anstelle eines "Chu" wäre ein "Re" abgebildet. Dann wäre der Name nicht "Chufu" (Cheops) sondern "Reufu". Und exakt das - nämlich "Reufu" - können man dort an den Wänden der Pyramiden sehen!

Natürlich, da hat der Mann Recht: Dieser Fehler! Zu dieser Zeit! Und bei diesem Buch! Riecht doch verdammt nach Manipulation, oder?

Tja... blöd nur, das es Bücher gibt, in denen diese Zeichen abgebildet sind. Fotos. Dokumentationen. Und auf allen erkennt man wunderbar, das dort "Chufu" steht. Und kein "Reufu". Das grundlegende Fundament dieser These ist totaler Murks!

Und bevor ich wieder höre, das wäre nachträglich verändert worden: Es gibt eine Altersbestimmung der Schrift. Ausserdem geht sie an einer Stelle um die Ecke eines Steins und verschwindet somit im Mauerwerk - wie sollte Wyse das wohl draufgepinselt haben? Aufgrund der Größe der Kammer und der größe der Steine gibts da nur eine Möglichkeit: Die ganze Pyramide auseinanderbauen.

Und ganz nebenbei: Es gibt dutzende von Funden, die auf Cheops als Erbauer hinweisen. Das hat er lieber erst gar nicht erwähnt.

Und das ist gerade mal ein winzigkleiner Teil... was Sitchin sagt, kann man getrost vergessen. Als Romanautor wäre er gut, aber was er schreibt hat weder Hand noch Fuss.

Zitat:
Nicht umsonst gilt Sitchin nicht nur der etablierten Wissenschaft, sondern auch Leuten wie z.B. Erich von Däniken oder Walter Jörg Langbein als Persona non grata.


Erutan schrieb am 15.05.06 um 15:20:24:
Das hat aber ganz andere Gründe. Die Genannten und noch weitere Autoren haben sich einen kleinen feinen Verein zusammengebastelt und legen einen Canon vor an den sich alle zu halten haben. Das erhöht die Glaubwürdigkeit und Glaubwürdigkeit steigert den Absatz.

Dir ist aber schon klar, das sich die meisten Postulate der PS herzzereissend widersprechen, und das es jede Menge Streit unter diesen Leuten gibt? Aber ok, vielleicht hast du es lieber handfest. Wenn du möchtest, kann ich Walter Jörg Langbein ja gerne mal fragen, was er dazu sagt. Erich von Däniken kriege ich wohl nicht in ein Forum, bestenfalls eine Vertrauensperson von ihm, die aber auch einiges weiß. Wie schauts, möchtest du das mit den Leuten selbst diskutieren? Unbewiesene Behauptungen über andere aufstellen ist recht leicht, aber wie sieht es aus mit Beweisen, oder damit, mit diesen Leuten selber darüber zu reden? Schonmal gemacht?

Die etablierten Wissenschaften wiederum sind kein Verein, in dem es eine vorgefertigte Meinung gibt. Wäre dem so, hätte sich Wissenschaft niemals weiterentwickelt, da sie auf Falsifizierung beruht, sprich, auf dem Beweis, das etwas falsch ist. Wenn das den "Etablierten" nicht gefallen würde, gäbe es überhaupt keinen Fortschritt. Veröffentlichungen, die z.B. behaupten, das es keinen Urknall gab oder die Idee des n-Bran Multiversums sind ein kleiner, dezenter Hinweis in die Richtung.

Erutan schrieb am 15.05.06 um 15:20:24:
Sitchin machte und macht immer sein eigenes Ding und folgt seiner eigenen Überzeugung.

Man muß sich auch mal vor Augen halten, daß es ohne Sitchin die meisten anderen Autoren gar nicht geben würde.
Die meisten sind auf den Zug aufgesprungen und verbreiten jetzt ein mehr oder weniger uniformes Bild, daß in vielen Punkten dem Bild von Sitchin widerspricht.

Für die anderen Autoren der Szene ist es natürlich nicht gerade klasse wenn es mehrere grundlegend verschiedene Ansichten gibt denn die Leser könnten sich fragen, ob an der ganzen Sache überhaupt etwas Wahres dran ist wenn so unterschiedliche Bilder gezeichnet werden.

Ich persönlich betrachte Sitchin ganz sicher nicht als 100% glaubhaft aber alle anderen betrachte ich als noch sehr viel unglaubhafter. Die unglaubhaften Stellen in Sitchins Theorie sollte man meiner Ansicht nach mit eigenem Hirnschmalz auffüllen.


Das Problem ist, mit Hirnschmalz kannst du nur die Lücken auffüllen, die dir auffallen. Wenn er zum Beispiel von unbekannten Hieroglyphen spricht, und ich einen Ägyptologen frage der mir direkt auf den Kopf zusagt, was die Hieroglyphe ist, lässt das wenig Ahnung bei Sitchin erkennen und ist mit Hirnschmalz wohl kaum zu lösen. Das schlimmste, was er macht ist das, was man allen anderen Schreibern in dieser Szene anlasten muß: Keine Quellenangaben. Das überprüfen des geschriebenen ist (meiner Meinung nach mit voller Absicht) fast unmöglich, man muß wirklich verdammt viel Zeit verwenden. Warum machen solche Autoren das wohl? Das Buch wird nicht komplizierter, wenn man ab und an eine kleine Zahl in Klammern hinzufügt und sie am Ende des Buches erläutert (sprich, welches Zitat von wo aus welcher Quelle stammt). Was das betrifft, sind alle Autoren in diesem Bereich ungenügend...

ciao

JM
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Azatoth
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Re: [ÄE] Griech. Mythologie und der Asteroidengürt
Antwort #17 - 20.05.06 um 05:29:00
 
Erutan schrieb am 04.05.06 um 12:34:23:
Die menschlichen Hybridwesen können sich nicht selber fortpflanzen und werden von den Anunaki regelrecht produziert. Doch es treten Nachschubprobleme auf und Enki beschließt, den Menschen die Fortpflanzung zu ermöglichen.

Sein Halbbruder Enlil ist strikt dagegen. Er will keine flächendeckende unkontrollierte Ausbreitung der Menschen. Sie sollen ausschließlich als Arbeiter für die Anunaki dienen.

So einigt man sich darauf, daß man den Menschen zwar die Fortpflanzung ermöglicht, ihre Lebenszeit jedoch beschränkt.


Erutan schrieb am 04.05.06 um 12:34:23:
Im alten Testament wird der Begriff Erkenntnis immer als Synonym für Sexualität gebraucht.

Wenn Adam auf Eva kletterte schreibt die Bibel: "Und Adam erkannte abermals sein Weib".


Für einen Moment fand ich den Zusammenhang interessant.
Dann fiel mir aber sofort ein, dass Gott bereits direkt nach der Erschaffung des Menschen sagte : "Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde..." - 1. Mose, 1.28

Passt also doch irgendwie nicht zusammen oder ?
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Erutan
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RESISTO

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Re: [ÄE] Griech. Mythologie und der Asteroidengürt
Antwort #18 - 20.05.06 um 12:01:57
 
Zitat:
Für einen Moment fand ich den Zusammenhang interessant.
Dann fiel mir aber sofort ein, dass Gott bereits direkt nach der Erschaffung des Menschen sagte : "Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde..." - 1. Mose, 1.28

Passt also doch irgendwie nicht zusammen oder ?


Ja, das scheint ein Widerspruch zu sein....aber nur deshalb weil die ursprünglichen Quellen für die Schriften des alten Testaments nicht 1:1 übernommen wurden.

Die Anweisung Enlils (römisch: Jupiter, hebräisch: Johweh), fruchtbar zu sein und sich zu vermehren findet sich auch in den mesopotamischen Texten. Im Unterschied zur Bibel steht dieser Satz jedoch am Ende der Flutkatastrophe (Sintflut in der Bibel). Enlil, der die Menschen eigentlich vernichten wollte und zunächst erbost über den Wortbruch seines Halbbruders Enki ist, der einem Menschen die bevorstehende Katastrophe verriet, sieht schließlich ein, daß die Städte und Anlagen nur mithilfe der Menschen wiederaufgebaut werden können.

(mit eigenen Worten widergegeben)

In den mesopotamischen Texten liegen zwischen dem Entschluß, "Menschen zu machen" und der Anweisung, fruchtbar zu sein, rund 187.000 Jahre wobei zugrunde gelegt ist, daß die Erschaffung des Menschen vor etwa 200.000 Jahren stattfand und die Sintflut vor rund 13.000 Jahren.

Wenn man diese beiden Sätze in einer Kopie der Urtexte willkürlich hintereinander schreibt, ergibt sich natürlich ein ganz anderes Bild.

Und noch etwas: NUR in der christlichen Übersetzung des Alten Testaments ist an dieser Stelle überhaupt von "Gott" die Rede.

In der christlichen Übersetzung heißt es: "Und Gott sprach: Lasses uns Menschen machen, nach unserem Bild als unser Gleichnis." Genesis 1.26)

In der Originalfassung des alten Testaments steht bzw. stand anstellen von "Gott" das Wort "Elohim", was so viel wie "Mächtige" oder "Herren" (im Plural) bedeutet.

In den davor liegenden Absätzen, wo "Gott" Himmel und Erde erschafft, die großen Meerestiere etc., wird nicht im Plural gesprochen. Diese Bestandteile der Bibel sind auch nicht aus dem Atramchasis übernommen (da sie darin nicht vorkommen) sonderen eher aus der Enumal Elish bzw. anderer Texte.

Man kann sich vorstellen, daß eine enorme Zeit zwischen der Erschaffung der Erde und der Erschaffung des Menschen gelegen haben muß. Das Atramchasis beginnt erst mit der Ankunft der Anunnaki. Da existierte die Erde bereits lange.

Grüße
Erutan

Ich muß in dem Posting, auf das Du Dich beziehst, etwas korrigieren. Leider geht das nicht mehr. Daher mache ich es hier bevor jemand auf die Idee kommt, das anzuprangern  Zwinkernd

Illu ist natürlich nicht die Einzahl von Elohim; vielmehr lautet Elohim im Singular Eloah (Mächtiger, Herr). Illu oder Ilu ist die sumerische Entsprechung dieses Wortes.
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« Zuletzt geändert: 20.05.06 um 19:52:10 von Erutan »  
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Re: [ÄE] Griech. Mythologie und der Asteroidengürtel
Antwort #19 - 23.02.18 um 15:09:33
 
ich interessiere mich auch für die mythologie.
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Azatoth
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Re: [ÄE] Griech. Mythologie und der Asteroidengürtel
Antwort #20 - 23.02.18 um 20:24:43
 
In der Zwischenzeit hab ich ja ein wenig dazu gelernt, und ziehe es nicht mehr in Betracht, dass die Griechen auch nur eine halbwegs treffende Vorstellung davon hatte, die sich mit den astronomischen Betrachtungen und Rückschlüssen unserer Zeit deckt.
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Erutan
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RESISTO

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Re: [ÄE] Griech. Mythologie und der Asteroidengürtel
Antwort #21 - Gestern um 09:03:27
 
Man muss sich immer folgendes vor Augen halten:

Was wir heute von der Griechischen Mythologie, dem Griechischen Götterpantheon und der Griechischen Religion zu wissen glauben (insbesondere populärwissenschaftlich) stammt aus einer Zeit als die Griechische Religion längst monotheistisch beeinflusst war.

Das ist mit dem Hinduismus übrigens ganz ähnlich.

Dummerweise werden dann diese beiden Religionen auch noch mit dem klassischen Heidentum assoziiert was zu folgenschweren Fehlschlüssen führt.

Diese betreffen vor allen Dingen die Sichtweise der "Götter" aus der Betrachtung der "Gläubigen". Hier wird eine ganz ähnliche Sichtweise unterstellt wie sie der Monotheismus auch betreibt, nämlich eine einseitige Beziehung zu einem oder mehreren immateriellen Wesen, die lediglich zum besseren Verständnis eine menschliche oder menschenähnliche Form bekamern.

Man unterstellt, dass die frühen heidnischen Religionen Götter erfanden um natürliche Abläufe zu erklären bzw. durch Gebet und Opfer beeinflussen zu können.

Man unterstellt ferner (und das ist der unmöglichste Punkt überhaupt), dass die frühen heidnischen Religionen Glaubensreligionen waren wie die monotheistischen Religionen, dass also die Anhänger einer Religion dazu angehalten wurden, an ihre Götter zu glauben obwohl diese nie in Erscheinung traten.

Nichts könnte falscher sein als das!

Zuerst einmal ist die Sichtweise, dass heidnische Religionen sich durch eine Vielzahl an Göttern auszeichnen, falsch. Richtig ist, dass es regional i.d.R. nur einen "Gott" gab, dem die Menschen dienten. Der Unterschied zum Monotheistmus besteht hauptsächlich darin, dass die anderen "Götter" nicht ignoriert oder geleugnet wurden. Sie wurden vielmehr als existent betrachtet aber nicht bedient.

Einen guten Hinweis darauf liefert u.a. das Atra Hasis Epos in dem beispielsweise En.Ki seinen obersten Priester (Atra Hasis) anweist, den "Gott" zu wechseln damit dieser die Ernte nicht weiter boykottiert. Im Vorfeld hatte Adad auf Anweisung Enlils dafür gesorgt, dass es zu zahlreichen Missernten und darauf folgende Hungertsnöte kam. Nun sollten die Menschen nur noch Adad dienen damit dieser mit seinem Tiun aufhört.

Selbst im alten Testament wird deutlich auf die Existenz anderer "Götter" verweisen...wenn auch nur indirekt. So heißt es beispielsweise im ersten Gebot: „Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.“
Na wie denn wenn es gar keine anderen Götter gibt?  Augenrollen

Dann ist auch die Sichtweise, dass die alten Heiden an "Götter" glaubten, auch grundsätzlich falsch. Sie glaubten an Geschichten alter, sehr mächtiger Wesen, die einst die Menschen erschufen, beherrschten und anleiteten. Wesen, die man sehen und anfassen konnte, die später aber nicht mehr vorhanden waren.

Das ist eine andere Art zu glauben als religiöser Glaube. Es ist in etwa vergleichbar mit dem Glauben an Geschichten aus dem Mittelalter, an Geschichten von Königen und Rittern.

Schon die Bezeichnung "Gott" oder "Götter" ist falsch (weshalb ich sie auch immer in Gänsefüßchen setze), denn jeder denkt dabei automatisch an den Monotheistengott als Blaupause für jene Wesen, die aber gänzlich anders waren und auch anders betrachtet wurden.
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Azatoth
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Re: [ÄE] Griech. Mythologie und der Asteroidengürtel
Antwort #22 - Gestern um 10:44:55
 
Heute hat man andere Wörter für das, was einst die Götter, oft auch Dämonen genannt, waren : Ideologie, Religion, Narrativ, Konzept, Unternehmen. Es kann, muss aber nicht, eine reale Person als Vorbild und quasi Maskottchen dienen. Lutheraner, Calvinisten, Marxisten, Hegelianer. Ihnen werden auch Tempel und Kultstätten in Form von Instituten oder Firmen geweiht. Der sichtbare Nachthimmel diente in den orientalischen Kulturen dabei nur als Projektionsfläche für diese Gottheiten, nicht umgekehrt. Später schrieb man die Geschichten dann auf Papyrus und heute zerreißt man sich das Maul über sie im Internet. Papier und der Bildschirm haben den Himmel als Projektionsfläche ersetzt.
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Re: [ÄE] Griech. Mythologie und der Asteroidengürtel
Antwort #23 - Gestern um 10:57:25
 
Könnte es sein, dass Du etwas merkwürdige Ansichten über die heutigen Vorstellungen von der Antike hast, Erutan?
Erutan schrieb am Gestern um 09:03:27:
Was wir heute von der Griechischen Mythologie, dem Griechischen Götterpantheon und der Griechischen Religion zu wissen glauben (insbesondere populärwissenschaftlich) stammt aus einer Zeit als die Griechische Religion längst monotheistisch beeinflusst war.

Nein, unser Wissen gerade über die griechisch-römische Antike stammt aus Überlieferungen aus genau jener Zeit, von denen ja vieles erhalten blieb (z.B. Homer, Äsop usw.)

Erutan schrieb am Gestern um 09:03:27:
Man unterstellt ferner (und das ist der unmöglichste Punkt überhaupt), dass die frühen heidnischen Religionen Glaubensreligionen waren wie die monotheistischen Religionen, dass also die Anhänger einer Religion dazu angehalten wurden, an ihre Götter zu glauben obwohl diese nie in Erscheinung traten.

Nichts könnte falscher sein als das!

Zuerst einmal ist die Sichtweise, dass heidnische Religionen sich durch eine Vielzahl an Göttern auszeichnen, falsch. Richtig ist, dass es regional i.d.R. nur einen "Gott" gab, dem die Menschen dienten. Der Unterschied zum Monotheistmus besteht hauptsächlich darin, dass die anderen "Götter" nicht ignoriert oder geleugnet wurden. Sie wurden vielmehr als existent betrachtet aber nicht bedient.

Dass Religionen sich irgendwie auf Glauben stützen, ist nun mal so - eine Religion ohne jeglichen Glauben wäre keine.
Und es war durchaus nicht ungewöhnlich, in ein- und demselben Tempel oder zumindest Tempelbezirk mehrere Götter zu verehren. Es dürfte kaum Gottheiten gegeben haben, die z.B. in Delphi nicht verehrt wurden. Mitunter hat man nicht einmal danach gefragt, ob die überhaupt aus demselben Pantheon stammten, sondern auch fremde Götter einfach mit eingemeindet. (Die Griechen weniger, aber die Römer und die Ägypter haben gern fremde Götter übernommen.)
Natürlich hat man die Götter auch anders gesehen als die Monotheisten ihre eine Gottheit, der alle zwangsverpflichtet sind. Man kann sie wohl eher mit den Superhelden heutiger Comics vergleichen - und siehe da, genau dort tauchen die alten Götter ja heute auch wieder auf.
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Re: [ÄE] Griech. Mythologie und der Asteroidengürtel
Antwort #24 - Gestern um 11:59:20
 
Thagirion schrieb am Gestern um 10:57:25:
Nein, unser Wissen gerade über die griechisch-römische Antike stammt aus Überlieferungen aus genau jener Zeit, von denen ja vieles erhalten blieb (z.B. Homer, Äsop usw.)

Es besteht aber eine nicht unwesentliche Wechselwirkung bei der Übersetzung der Texte und Interpretation einzelner Wörter. Einerseits trägt man in die monotheistische Bibel die kulturellen Konnotationen des Polytheismus und der heidnischen Philosophie mit hinein, andererseits liest man griechische Texte, wenn sie den Gottesbegriff benutzen, mit der Brille einer monotheistischen Vorstellung. Aristoteles Unbewegter Beweger hat mit dem Gott der Bibel kaum bis gar nichts zu tun, so wie Platons Logos eine Abstraktion eines Vernunftsprinzip ist im Gegensatz zum Logos des Johannesprologs, der menschgeworden und Sohn des ewigen Schöpfergottes ist. Die berühmte Theodizee-Frage, also des Gottes Gerechtigkeit, geht auch ziemlich an dem in der Bibel beschriebenen Gott und seinen Verheißungen vorbei.
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