Moin!
Erutan schrieb am 23.05.06 um 08:51:07:Saurons Stadt heißt Moriah.
Ähh, Sauron hat keine Stadt, er hat ein Land, Mordor, und Festungen, Dol Guldur und Barad Dur.
Moria (Khazad Dum auf zwergisch) ist die Stadt der Zwerge im Nebelgebirge, die zur Zeit der Bücher von ihnen verlassen ist. Statt dessen herrschen dort Orks angeführt von einem Balrog (Feuerdämon).
Aber daß euch einige Parallelen auffallen, dürfte nicht verwunderlich sein, Tolkien war hauptberuflich Philologe und hat sich intensiv mit alten Mythen und Sagen auseinandergesetzt. Es ist auch bekannt, daß sehr viel davon in seine Mittelerdeerzählungen eingeflossen ist.
Interessant finde ich den Wechsel der Welt im Laufe der Zeit. Am Anfang ist es eine sehr mythische, magische Welt (im Ersten Zeitalter wandelten die Götter noch auf ihr). Mit der Zeit jedoch (den Zeitaltern) wird sie immer weltlicher, die Magie verschwindet langsam. Zur Zeit der Bücher ist die Magie fast nur noch aus Erzählungen bekannt, in Person tritt sie nur noch selten in Erscheinung (in Gestalt der Istari (Zauberer) Saruman und Gandalf, sowie eines niederen Dieners der Dunkelheit, Sauron, ebenfalls in einigen seltenen Wesen aus alten Zeiten, wie der Balrog von Moria oder Smaug vom Erebor). Und selbst Sauron ist für viele nur eine Legende, falls überhaupt bekannt. An Ende des Dritten Zeitalters verlassen dann viele der Elben (ebenfalls magisch/mythische Wesen, Stichwort Unsterblichkeit) sowie der letzte Zauberer (diese Zauberer sind speziell, es sind keine Menschen, sondern gottähnliche Wesen) die Welt und das Vierte Zeitalter wird allgemein als 'Zeitalter der Menschen' bezeichnet.
Ob Tolkien uns hier etwas erzählen wollte, hab ich mich schon öfters gefragt.
Saurons erster Auftritt ist ebenfalls bemerkenswert. Als er im 2. Zeitalter die Bühne betrat, stellte er sich den Elben als Annatar, Herr der Gaben, vor und versuchte sie durch Hinterlist zu seinen Sklaven zu machen (er schmiedete die Ringe der Macht mit ihrer Hilfe), erst als das nicht funktionierte zeige er sein wahres Gesicht als Eroberer.
Aber in einem irrt ihr euch: die Welt ist nicht klar in Gut und Böse unterteilt, auch wenn es auf den ersten Blick so scheint. Die Elben haben auch unschuldige Völker ausgerottet, nur weil sie glaubten, sie hätten mit Sauron zu tun und die 'Hohen Menschen' (Vorfahren der Menschen Gondors) sind vor allem eines: stolz. und dieser Stolz hat ebenfalls zu einigen unschönen Dingen in der Vergangenheit geführt.
Ebenfalls sind die Menschen im Osten und Süden primär deshalb 'böse' weil sie dem Einfluß Saurons unterliegen und nicht, weil es in ihrer Natur liegt (es sei denn, dies würde der allgemeinen menschlichen Natur entsprechen).
Auch darf der Blickwinkel nicht übersehen werden. Mittelerde ist nur ein kleiner Teil der Welt, vergleichbar mit Europa. Und für die europäischen Völker waren die Völker im Osten eine lange Zeit auch nur grauenhafte Eroberer und Kinderfresser.
Ich würde übrigens allen empfehlen, sich der Geschichte durch die Bücher zu nähern, nicht durch die Filme. So gut die Filme auch sein mögen (und sie sind wirklich nicht schlecht), so gibt es doch einige grobe Fehler in ihnen. Beispielsweise sind die Uruk-Hai eine Schöpfung Saurons und nicht Sarumans, der hat die Halborks 'erfunden', die in den Filmen überhaupt nicht vorkommen. Die Geschichte um Arwen verlief ebenfalls ganz anders als in den Filmen und eine 'Romanze' Aragorn-Eowyn hat es so nie gegeben. Ansonsten sind die Filme für eine Visualisierung sehr brauchbar und einige Szenen sind besonders gut gelungen (Hexenkönig auf der Wetterspitze), aber die eigentliche Geschichte kommt in den Büchern besser rüber (und korrekter), aber das ist ja keine neue Erkenntnis.
bis denn!
dark knight13