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Gibt es Zufall? (Gelesen: 3886 mal)
what_the_hell
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Gibt es Zufall?
25.08.06 um 11:37:41
 
Hallo zusammen!

ich bin kein Verschwörungstheoretiker, mag aber, sozusagen als geistiges Futter, jegliche Art von "Querdenkertum" und liebe dieses Forum. Ich habe schon einige Stunden köstlichen Amüsements hier verbracht. Viele der hier ge- und beschriebenen und diskutierten Themen sehe ich als weit weniger spektakulär und verschwörerisch als die meisten es hier tun. Sie dienen, und das ist das Gute daran, jedoch durchaus als Anregung, nicht alles vorbehaltlos hinzunehmen, sondern bestimmte Dinge, ja das ganze Leben ständig zu hinterfragen. Auch wenn ich persönlich keine Verschwörungen, Geheimgesellschaften oder okkulte Mächte brauche, um mir ein sehr umfassendes und recht stimmiges Bild von der Welt zu machen, so sehe ich durchaus den Bedarf, Dinge immer in Frage zu stellen. Alles darf ...

Nun zu meinem eigentlichen Thema:

Gibt es Zufall?

Blöde Frage, meint der eine. Uninteressant, der andere. Trivial, der nächste. Philosophisch, der übernächste ...

Ich denke, dass soetwas wie Zufall nicht existiert.
Aber nicht, weil ich an Gottesführung, Vorherbestimmung oder verschwörerische Lenkung glaube, sondern vielmehr ein absoulter Pragmatiker und Stochastiker bin und Zufall nurmehr anders definiere.

Der Lehre der Stochastik zufolge tritt jedes Ereignis unter exakt definierten, immer gleichen Bedinungen mit immer derselben bestimmten bzw. bestimmbaren Wahrscheinlichkeit ein. Dies gilt für das normale Spiel mit Würfeln ebenso wie für das spontane Entstehen eines lebensfähigen Wales im luftleeren Raum. (Douglas Adams lässt grüßen!  Zwinkernd)

Auch wenn einiges (wie das spontane Entstehen eines Wales) sehr, sehr unwahrscheinlich ist, seine Wahrscheinlichkeit sich also erst in der zigsten Nachkommastelle von Null unterscheidet, so ist es nicht unmöglich. Nur eben sehr unwahrscheinlich...

Soweit zum als gesichert geltenden Wahrscheinlichkeitsbegriff. (Bitte nicht anzweifeln, denn darum soll es nicht gehen!)

Wo aber bleibt da der Zufall? Wo ist Platz für Zufälliges?

Zufall, im Sinne eines nicht vorhersehbaren und nicht berechenbaren Ereigniseintritts, dürfte in dieser stochastisch definierten Welt nicht existieren.

Tut er auch nicht!

Laut Wikipedia spricht man "von Zufall, wenn ein Ereignis nicht notwendig oder nicht beabsichtigt auftritt."

Mag man von dieser Definition halten, was man will. Betrachtet man bspw. das klassiche Beispiel des Würfelns:
Von wievielen Faktoren hängt das vermeintlich zufällige Würfeln einer bestimmten Zahl wohl ab?
Angefangen bei der Wurfgeschwindigkeit, der Fallhöhe, dem Drall und sonstigen aktiv steuerbaren Stellgrößen des Würfelns, die sich durchaus mechanisieren und damit reproduzieren lassen, sind weitere zum Teil nicht beeinflussbare Stellgrößen eben bspw. der sich ändernde Luftdruck, die (Gas-) Dichte, die (niemals 100%ig identische) Anordnung der Gas-Moleküle der Luft und ganz besonders nicht quantifizierbare oder messbare Effekte im atomaren oder gar subatomaren Bereich ...

Ließe sich, egal in welchem Fall / Experiment, eine Versuchsanordnung konstruieren, bei der stets und in jedem einzelnen Durchgang die exakt (!!!) gleichen Bedingungen herschen würden, träte zwangsläufig auch immer das selbe Ergebnis zutage. Stochastik / Wahrscheinlichkeit eben!

Das einzige (aber durchaus nicht triviale) Problem, das uns im Alltag anstatt von Wahrscheinlichkeit lieber von Zufall sprechen lässt ist eben das Herstellen der exakt gleichen Randbedingungen jeglicher Experimente. Schon kleinste Veränderungen in Temperatur, Luftdruck, Dichte, Molekül-Anordnungen im Raum, unsere sich ständig ändernde und damit niemals (!!!!) wieder herstellbare Postion im Universum und der Raum-Zeit sorgen dafür, dass wir es de facto niemals wieder (!!!!) mit exakt der selben Anordnung bzw. den absolut identischen Rahmenbedinungen zu tun haben.

Kleinlich? Korinthenkackerei? Pedanterie? Mag sein ... aber unter diesem Blickwinkel existiert Zufall nicht!

Es existieren vielmehr lediglich Wahrscheinlichkeiten unter ganz konkreten Rahmenbedingungen. Lassen diese sich (durchaus auch auf Atom- oder Quantenebene) nicht 100%ig rekonstruieren, handelt es sich de facto also auch nicht um ein Experiment mit den exakt gleichen Rahmenbedingungen.

Zufall ist daher für meine Begriffe lediglich eine nicht quantifizierbare Wahrscheinlichkeit.
Nicht quantifizierbar heißt aber eben nicht mehr und nicht weniger als dass wohlweislich eine Wahrscheinlichkeit existiert, diese aber, aufgrund der Vielzahl von Einflussfakoren nicht im nötigen Ausmaß reprodzierbar, messbar und/oder berechenbar ist.

Was meint ihr? Ist diese Ansicht logisch konsistent, absoluter Quatsch oder schlichtweg uninteressant, da irrelevant?!

Viel Spaß beim Philosophieren!
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Uranus32
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Re: Gibt es Zufall?
Antwort #1 - 25.08.06 um 13:50:02
 
Zitat:
Gibt es Zufall?


Scheinbar Ja; in Wirkllichkeit Nein!

Und wer ist Douglas Adams?


"Zufall ist ein Wort ohne Sinn,
nichts kann ohne Ursache existieren."
(Voltaire)
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what_the_hell
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Re: Gibt es Zufall?
Antwort #2 - 25.08.06 um 14:05:56
 
Uranus32 schrieb am 25.08.06 um 13:50:02:
Und wer ist Douglas Adams?


Mann! Douglas Adams!  Schockiert/Erstaunt
Der Autor von Büchern wie "Per Anhalter durch die Galaxis", "Das Restaurant am Ende des Universums", "Das Leben, das Universum und der ganze Rest", "Macht's gut und danke für den Fisch" oder "Einmal Rupert und zurück"...!!
Schöpfer des "Babelfisches", des Supercomputers "Deep Thought", dessen über Millionen Jahre errechnete Antwort auf die letzte aller Fragen "42" lautet und vieler anderer, durchaus als streng philosophisch zu erachtender Lesevergnügen.

DER Douglas Adams halt!  Smiley


Uranus32 schrieb am 25.08.06 um 13:50:02:
"Zufall ist ein Wort ohne Sinn,
nichts kann ohne Ursache existieren."
(Voltaire)


Jo, da hat der olle Wolltähr woll net so unrecht ...  Zwinkernd
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Nabla
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Re: Gibt es Zufall?
Antwort #3 - 25.08.06 um 17:33:06
 
what_the_hell schrieb am 25.08.06 um 11:37:41:
Ließe sich, egal in welchem Fall / Experiment, eine Versuchsanordnung konstruieren, bei der stets und in jedem einzelnen Durchgang die exakt (!!!) gleichen Bedingungen herschen würden, träte zwangsläufig auch immer das selbe Ergebnis zutage. Stochastik / Wahrscheinlichkeit eben!


Das gilt freilich nur wenn man Quanteneffekte vernachläßigt.
Eine Versuchsanordnung ist ein System aus einer bestimmten Anzahl von Teilchen,
wenn man nun eine Anzahl von solchen identischen Systemen präpariert und
ihre Zeitentwicklung beobachtet, so wird man feststellen, daß diese stochastisch,
also zufällig, ist. Man wird trotz gleicher Ausgangsbedingungen alle möglichen
Endzustände messen können, wobei die wahrscheinlicheren Zustände öfter gemessen werden.
Hier würde ich sagen liegt der Ursprung des Zufalls.
Die Wellenfunktion des Zustandes zerfließt und bricht beim Messen zusammen, wobei
ein beliebiger möglicher Zustand angenommen wird.

Der gute Voltaire hat damals einfach nicht die Quantenphysik gekannt, sonst
hätte er sich nicht zu so einer Aussage hinreissen lassen.  Zwinkernd
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what_the_hell
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Re: Gibt es Zufall?
Antwort #4 - 25.08.06 um 17:48:04
 
Nabla schrieb am 25.08.06 um 17:33:06:
Das gilt freilich nur wenn man Quanteneffekte vernachläßigt.


Nein, es gilt genaugenommen immer!

Denn wenn ich im Bezug auf die Rahmenbedingungen von "exakt" rede, dann meine ich 100%. Und das schließt auch eine 100%ige Übereinstimmung der auf Quantenebene stattfindenden Effekte und Bedinungen ein! Ich weiß, dass dies absolut unmöglich ist, da sich derartig absolute Gleichheit wahrscheinlich nur im Falle eines rückwärtigen Zeitsprungs (oh, jetzt wirds verschwörerisch! Zwinkernd) erreichen ließe ...

Naja! Mag sein, dass es wirklich Korinthenkackerei ist, aber Zufall ist das nicht! Smiley

Ebenso wenig, wie an einem Ort niemals zwei Dinge gleichzeitig sein können, so können niemals zwei (oder mehr) absolut gleiche (also 100%ig identische) Dinge an verschiedenen Orten / in verschiedenen Zeiten sein! Jo, das trifft es wohl ganz gut ...  Schockiert/Erstaunt
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Re: Gibt es Zufall?
Antwort #5 - 25.08.06 um 19:30:36
 
Zitat:
Ebenso wenig, wie an einem Ort niemals zwei Dinge gleichzeitig sein können


Guck mal unter Quantenphysik, Überlagerung von Zuständen. Schrödingers Katze, das arme Tier ist gleichzeitig tod und lebendig.
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Andreas
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Tschuldigt, ...
Antwort #6 - 25.08.06 um 19:42:47
 
Den Beitrag gibts hier zweimal hä?

Nun, zum philosophieren hab ich keinen Bock. Mit Zahlen und Statistiken kann ich nicht dienen, möchte ich auch nicht. 

Sagen wir mal, 100 Menschen gehen im Berufsfußgängerverkehr an einem Haus vorbei ... einer jener bekommt nen Ziegel auf die Murmel .... und gerafde jener geht diesen Weg heute das erste mal .... triffts den getroffenen nicht via Zufallsgenerator des Lebens? 

Zum 2. eventuellen "Zufall" ... jemand bekommt bei der partnersuche immerwieder " zufällig" ne fast ähnlich verstörte Braut  ... hat mit dem jeweiligen Partner immer wieder die gleichen Probleme ... 
das nenn ich keinen Zufall. Denn, wenn jemand immerwieder dasselbe von sich preisgibt, um jemanden kennenzulernen, gerät man meist an ein und denselben Typen "Partner" den man dann, im nachhinein gar nicht wollte.

Tja, gibt es Zufälle?? Hmmm ... Vieles lässt sich berechnen. Aber halt nicht von den Personen, die vom "Zufall" überrascht werden. Wie sagt man so schön: "hinterher ist man immer schlauer" ... 

" Auch wenn ich persönlich keine Verschwörungen, Geheimgesellschaften oder okkulte Mächte brauche, um mir ein sehr umfassendes und recht stimmiges Bild von der Welt zu machen, so sehe ich durchaus den Bedarf, Dinge immer in Frage zu stellen. Alles darf ..."

Deine Toleranz ehrt Dich! Nur passen Deine "Zufallstheorien" irgendwie nicht zu dem von mir zitierten Beitragsteil   


Herzliche Grüße,
Andreas
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Bergamr
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Re: Gibt es Zufall?
Antwort #7 - 26.08.06 um 09:25:16
 
what_the_hell schrieb am 25.08.06 um 11:37:41:
Was meint ihr? Ist diese Ansicht logisch konsistent, absoluter Quatsch oder schlichtweg uninteressant, da irrelevant?!


Es scheint Punkt Eins zu gelten, wobei Punkt Drei wesentlich wichtiger ist.   Laut lachend

Ob Du Deinen 'Zufall' nun über den Begriff 'Unvorhergesehen' oder 'Höchst unwahrscheinlich' definierst, ist Jacke wie Hose. Der Dachziegel von Andreas tut gleich weh ...

Gruß
Bergamr
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HighJump
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Re: Gibt es Zufall?
Antwort #8 - 26.08.06 um 10:37:44
 
Wenn es Zufall nicht geben würde, gäbe es dann nicht zwangsläufig das Schicksal?
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Nabla
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Re: Gibt es Zufall?
Antwort #9 - 27.08.06 um 00:14:06
 
Mir ging es jetzt nicht um die Möglichkeit oder Unmöglichkeit eine Anzahl von Zuständen exakt zu präparieren.
Angenommen du präparierst eine Anzahl von Systemen, so dass sie den exakt gleichen Zustand haben.
Die Dynamik der Systeme soll so beschaffen sein, daß die Systeme mehrere Zustände annehmen können.
Zum Zeitpunkt A sind alle diese N Systeme vollkommen gleich.
Nun überläßt du diese Systeme sich selber.
Zu einem späteren Zeitpunkt B prüfst du nach in welchem Zustand sich die einzelnen Systeme befinden,
und wirst feststellen, daß die Zustände zum Zeitpunkt B statischtisch verteilt sind auf die möglichen Zustände.

Schrödingers Katze ist ein schönes Gedankenexperiment zum Thema.
Du präparierst dir 10 solcher Apparate, wobei alle 10 den gleichen Anfangszustand haben.
Nun läßt du eine Zeit verstreichen und die Wellenfunktion der jeweiligen Apparate zerfließt auf die möglichen
2 Zustände, nennen wir sie mal etwas freundlicher 0 und 1.
Wenn du nun den Zustand der 10 Apparate misst so wirst du feststellen, daß 5 den Zustand 0 haben und 5 den Zustand 1.

Soweit die Interpretation der Quantenmechanik auf die man sich heute weitestgehend geeinigt hat.
Diese muß allerding nicht richtig sein.
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Re: Gibt es Zufall?
Antwort #10 - 27.08.06 um 12:57:05
 
So viel ich weiß, und damit meine ich mein "Fachwissen" aus der P.M. , ist sich die Wissenschaft noch nicht sicher warum ein Teilchen unterschiedliche Zustände animmt. Ich glaube allg. wird Zufall angenommen, Einstein meinte dazu "Gott würfelt nicht".

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Uranus32
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Re: Gibt es Zufall?
Antwort #11 - 27.08.06 um 21:57:05
 
Nabla schrieb am 25.08.06 um 17:33:06:
Der gute Voltaire hat damals einfach nicht die Quantenphysik gekannt, sonst hätte er sich nicht zu so einer Aussage hinreissen lassen.  Zwinkernd


Um die Welt durchschauen zu können, braucht man keine Mirkroskope! Seine Aussage war mit Sicherheit wohl durchdacht.
Aber früher waren die Leute ja immer dümmer wie heute, nicht!?  Smiley
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what_the_hell
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Re: Gibt es Zufall?
Antwort #12 - 28.08.06 um 09:41:34
 
Andreas schrieb am 25.08.06 um 19:42:47:
Den Beitrag gibts hier zweimal hä?

Jo, sorry, hab ich verpeilt! Hab zu spät bemerkt, dass ich im falschen Forum war ... Kann also dort gern gelöscht werden!

HighJump schrieb am 25.08.06 um 19:30:36:
Zitat:
Ebenso wenig, wie an einem Ort niemals zwei Dinge gleichzeitig sein können

Guck mal unter Quantenphysik, Überlagerung von Zuständen. Schrödingers Katze, das arme Tier ist gleichzeitig tod und lebendig.

Auch wenn ich unter Umständen den Zorn der ganzen Physiker- und Quantenphysiker-Zunft auf mich lade: Ich war seit jeher der Meinung, dass das Gedankenexperiment von Schrödinger bzw. die Schlussfolgerungen hieraus nicht zu 100% korrekt ist.

Meiner Meinung nach ist die Katze auf gar keinen Fall gleichzeitig tot und lebendig, die von ihm postulierte "Superposition" ist vielmehr lediglich ein künstlich eingeführter Begriff zur Beschreibung einer nicht berechenbaren Wahrscheinlichkeit. Der Zustand der Überlagerung (tot & lebendig bzw. im realen Fall eines Atomkernes: zerfallen & nicht zerfallen), dessen konkrete Ausprägung erst durch Messung entschieden wird, ist doch wohl eher als ein Zustand der kumulierten Wahrscheinlichkeit beider Zustände zu sehen. Allein die Tatsache, dass sich nur durch Beobachtung einer der beiden Zustände manifestiert und wir die Wahrscheinlichkeit aufgrund mangelnder Kenntnis der Abläufe innerhalb dieses Systems (Box mit Katze und Tötungsmaschine oder Atomkern) nicht vorhersagen können, macht den sog. Zufall aus.

Sicher ist es im "normalen Leben" daher nicht notwendig, zwischen Zufall (der m. E. nicht existiert) und einer unbestimmbaren Wahrscheinlichkeit zu unterscheiden. Der erwähnte Blumentopf auf dem Kopf eines Passanten tut deswegen nicht minder weh... Zwinkernd

Andreas schrieb am 25.08.06 um 19:42:47:
Nun, zum philosophieren hab ich keinen Bock. Mit Zahlen und Statistiken kann ich nicht dienen, möchte ich auch nicht.

Mmmhhh... Wenn man nicht philosophieren möchte und mit Zahlen und Statistik nicht dienen möchte, sollte man sich, um es vorsichtig auszudrücken, vielleicht der Diskussion enthalten ... ?!?!  hä?

Andreas schrieb am 25.08.06 um 19:42:47:
Sagen wir mal, 100 Menschen gehen im Berufsfußgängerverkehr an einem Haus vorbei ... einer jener bekommt nen Ziegel auf die Murmel .... und gerafde jener geht diesen Weg heute das erste mal .... triffts den getroffenen nicht via Zufallsgenerator des Lebens?

Was Du hier beschreibst ist die klassischste aller Aufgaben, die einem am Anfang einer jeden Stochastik-Vorlesung gestellt werden! Daher begibst Du Dich gerade, auch wenn Du es ja eigentlich vermeiden wolltest, ganz klar auf das Gebiet der Stochastik!

Klar, die "Nicht-Vorhersehbarkeit" des Ganzen lässt einen von "Zufall" sprechen, aber wenn Du alle Umstände , die zum "Ziegel auf der Murmel" führen berücksichtigen könntest und würdest, stünden wir nicht vor einem zufälligen, sondern vor einem absolut berechenbaren und somit vorhersehbaren Ereignis.
Einzig und allein die Tatsache, dass eine Fülle von alternativen Möglichkeiten in jeder Millisekunde unseres Lebens und eine Unzahl an Rahmenbedingungen in jeder einzelnen dieser Situationen existieren, macht die eigentliche Berechenbarkeit eines derartigen Ereignisses zur als "Zufall" titulierten Unvorhersehbarkeit.
Passend hierzu vielleicht auch die Ansichten einiger Querdenker bezüglich der sich stetig aufspaltenden Zeitlinien und damit stets neu entstehenden „Parallel-Universen“…

Andreas schrieb am 25.08.06 um 19:42:47:
Zum 2. eventuellen "Zufall" ... jemand bekommt bei der partnersuche immerwieder " zufällig" ne fast ähnlich verstörte Braut  ... hat mit dem jeweiligen Partner immer wieder die gleichen Probleme ...  
das nenn ich keinen Zufall. Denn, wenn jemand immerwieder dasselbe von sich preisgibt, um jemanden kennenzulernen, gerät man meist an ein und denselben Typen "Partner" den man dann, im nachhinein gar nicht wollte.

Das hat ja mal so ziemlich gar nix mit Zufall zu tun, sondern scheint mir wohl eher als ziemlich klassisches Zwangsverhalten und behavioristische Kausalität.

Andreas schrieb am 25.08.06 um 19:42:47:
Deine Toleranz ehrt Dich! Nur passen Deine "Zufallstheorien" irgendwie nicht zu dem von mir zitierten Beitragsteil

Keine Ahnung, worauf Du hinaus willst?!?  hä?

Bergamr schrieb am 26.08.06 um 09:25:16:
Ob Du Deinen 'Zufall' nun über den Begriff 'Unvorhergesehen' oder 'Höchst unwahrscheinlich' definierst, ist Jacke wie Hose. Der Dachziegel von Andreas tut gleich weh ...

Ich definiere nicht, sondern philosophiere lediglich... und "mein Zufall" ist nicht unvorhergesehen, sondern nur praktisch nicht berechenbar. Theoretisch ist er jedoch nicht mehr oder weniger als eine in Zahlen ausdrückbare Wahrscheinlichkeit. Die Tatsache alleine, dass wir nicht die nötigen Mittel zur Hand haben, um diese Wahrscheinlichkeit zu quantifizieren, muss das Ganze aber doch nicht mystisch machen...
Viele Dinge sind (oder waren in der Vergangenheit) nicht berechenbar. Spezielle Integrale, deren Lösungen wohlweislich existieren, die uns aufgrund mangelnder mathematischer Werkzeuge jedoch nicht lösbar/berechenbar sind, werden doch dadurch nicht plötzlich zu etwas anderem, mystischem...

HighJump schrieb am 26.08.06 um 10:37:44:
Wenn es Zufall nicht geben würde, gäbe es dann nicht zwangsläufig das Schicksal?

Nein und Ja!
Schicksal hat für mich den Nimbus des Fremdbestimmten. Daher: Nein!
Zufall, nach meiner Auffassung als Wahrscheinlichkeit unter bestimmten Rahmenbedingungen, führt unter den stets gleichen Bedingungen auch zu immer demselben Ergebnis und ist somit zwangsläufig vorherbestimmt, da kausal erklärbar... Daher: Auch Ja!

Ich würde aber lieber nicht von Schicksal, da zu religiös verbrämt, sondern eher von Kausalität (Ursache-Wirkung-Prinzip) sprechen

Nabla schrieb am 27.08.06 um 00:14:06:
Mir ging es jetzt nicht um die Möglichkeit oder Unmöglichkeit eine Anzahl von Zuständen exakt zu präparieren.
Angenommen du präparierst eine Anzahl von Systemen, so dass sie den exakt gleichen Zustand haben.
Die Dynamik der Systeme soll so beschaffen sein, daß die Systeme mehrere Zustände annehmen können.
Zum Zeitpunkt A sind alle diese N Systeme vollkommen gleich.
Nun überläßt du diese Systeme sich selber.
Zu einem späteren Zeitpunkt B prüfst du nach in welchem Zustand sich die einzelnen Systeme befinden,
und wirst feststellen, daß die Zustände zum Zeitpunkt B statischtisch verteilt sind auf die möglichen Zustände.

Absolut korrekt! Das Problem ist: Es handelt sich bei zwei Systemen niemals (!!) um exakt gleiche Systeme und die exakt gleichen Bedingungen. Das ist ja auch gerade der Kernpunkt meiner Argumentation. Kleinste Differenzen (gerne auch auf Quantenebene) machen den (leider nicht quantifizierbaren) Unterschied aus... Hier stößt das Ganze vielleicht an den Rand der Chaos-Theorie mit ihren Grenzen der Berechenbarkeit...

Nabla schrieb am 27.08.06 um 00:14:06:
Schrödingers Katze ist ein schönes Gedankenexperiment zum Thema.
Du präparierst dir 10 solcher Apparate, wobei alle 10 den gleichen Anfangszustand haben.
Nun läßt du eine Zeit verstreichen und die Wellenfunktion der jeweiligen Apparate zerfließt auf die möglichen
2 Zustände, nennen wir sie mal etwas freundlicher 0 und 1.
Wenn du nun den Zustand der 10 Apparate misst so wirst du feststellen, daß 5 den Zustand 0 haben und 5 den Zustand 1.

Da verwechselt aber jemand gerade Wahrscheinlichkeit mit vermeintlicher Gewissheit!

Richtig ist, dass jedes einzelne System mit zwei möglichen Zustandsausprägungen (binäre Ausprägungen mit einer Wahrscheinlichkeit p für das Eintreffen des Ereignisses A = 50%; Wkt. 1-p für das Eintreffen des Ereignissen A komplementär = 50%) mit einer Wahrscheinlichkeit von eben 50% den einen oder den anderen Zustand annimmt.
Bei Zwei Systemen geht kein Stochastiker, ja noch nicht einmal ein normaler ( Laut lachend)Mensch davon aus, dass das System X den Zustand A und das System Y den Zustand A komplementär annimmt ... Vielmehr beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass beide Systeme denselben Zustand A annehmen 25 %; den Zustand A komplementär: 25%; System X nimmt Zustand A und System Y den Zustand A komplementär ein: 25% ... und X --> A kompl. + Y --> A: 25%.
Daraus ergibt sich eine kumulierte Wahrscheinlichkeit für gleiche Zustände beider Systeme von 50% und eine kumulierte Wahrscheinlichkeit für unterschiedliche Zustände beider Systeme von ebenfalls 50%...

Mit jedem weiteren hinzugenommenen System verringert sich daher die Wahrscheinlichkeit einer bestimmten Gesamtkonstellation. Ich überlasse es euch, diese selbst zu berechnen ... Ich musste mich durch derartige Aufgaben bereits während meines Studiums quälen...  Zwinkernd


Nabla schrieb am 27.08.06 um 00:14:06:
Soweit die Interpretation der Quantenmechanik auf die man sich heute weitestgehend geeinigt hat.
Diese muß allerding nicht richtig sein.

Man hat sich sicherlich auf irgendwas geeinigt, aber ich glaube nicht, dass dies die Definition oder Interpretation der Quantenmechanik darstellt! Sorry!


HighJump schrieb am 27.08.06 um 12:57:05:
So viel ich weiß, und damit meine ich mein "Fachwissen" aus der P.M. , ist sich die Wissenschaft noch nicht sicher warum ein Teilchen unterschiedliche Zustände animmt. Ich glaube allg. wird Zufall angenommen, Einstein meinte dazu "Gott würfelt nicht".

Jaja, das berühmte Einstein’sche Zitat wird auch zu jeder Gelegenheit herangezogen… Meine Meinung zum Thema unterschiedliche Zustände habe ich ja ein wenig weiter oben angemerkt. Und ich sehe es wie Einstein. Gott würfelt nicht … auf gar keinen Fall! Zwinkernd

Uranus32 schrieb am 27.08.06 um 21:57:05:
Um die Welt durchschauen zu können, braucht man keine Mirkroskope! Seine Aussage war mit Sicherheit wohl durchdacht.
Aber früher waren die Leute ja immer dümmer wie heute, nicht!?

Meine Meinung zum Thema Philosophieren: Man braucht sehr wohl oft genug auch mal „Mikroskope“, um sich der Realität bewusst zu werden und seine Sicht der Dinge zu relativieren. Denn nur rhetorisches und philosophisches Abhandeln eines Themas, ohne regelmäßig den Realitätsbezug wieder herzustellen, geht meist mächtig in die Hose!
Daher stehe ich auch so mancher „Verschwörungs“-Theorie hier im Forum mit allergrößtem Argwohn gegenüber!

Aber gut durchdacht hat Voltaire mit Sicherheit einiges … Zwinkernd

Grüße...
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Re: Gibt es Zufall?
Antwort #13 - 28.08.06 um 16:07:08
 
what_the_hell schrieb am 28.08.06 um 09:41:34:
Absolut korrekt! Das Problem ist: Es handelt sich bei zwei Systemen niemals (!!) um exakt gleiche Systeme und die exakt gleichen Bedingungen.


Darum sollte es bei meinem Gedankenexperiment nicht gehen.

Zitat:
Das ist ja auch gerade der Kernpunkt meiner Argumentation. Kleinste Differenzen (gerne auch auf Quantenebene) machen den (leider nicht quantifizierbaren) Unterschied aus... Hier stößt das Ganze vielleicht an den Rand der Chaos-Theorie mit ihren Grenzen der Berechenbarkeit...


Wenn man von einem deterministischen Vielteilchensystem ausgeht, so läuft es auf die Chaostheorie hinaus welche eine Grenze
für die Berechenbarkeit der Zeitentwicklung setzt.
Ich denke, daß im Fall eines deterministischen Universums zur exakten Berechnung seiner Zeitentwicklung eine "Rechenmaschine"
benötigt werden würde die die "Abmessungen" des gesamten Universums haben würde.
Einen gigantischen Analogrechner gewissermassen Zwinkernd

Zitat:
Richtig ist, dass jedes einzelne System mit zwei möglichen Zustandsausprägungen (binäre Ausprägungen mit einer Wahrscheinlichkeit p für das Eintreffen des Ereignisses A = 50%; Wkt. 1-p für das Eintreffen des Ereignissen A komplementär = 50%) mit einer Wahrscheinlichkeit von eben 50% den einen oder den anderen Zustand annimmt.
Bei Zwei Systemen geht kein Stochastiker, ja noch nicht einmal ein normaler ( Laut lachend)Mensch davon aus, dass das System X den Zustand A und das System Y den Zustand A komplementär annimmt ... Vielmehr beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass beide Systeme denselben Zustand A annehmen 25 %; den Zustand A komplementär: 25%; System X nimmt Zustand A und System Y den Zustand A komplementär ein: 25% ... und X --> A kompl. + Y --> A: 25%.
Daraus ergibt sich eine kumulierte Wahrscheinlichkeit für gleiche Zustände beider Systeme von 50% und eine kumulierte Wahrscheinlichkeit für unterschiedliche Zustände beider Systeme von ebenfalls 50%...

Mit jedem weiteren hinzugenommenen System verringert sich daher die Wahrscheinlichkeit einer bestimmten Gesamtkonstellation. Ich überlasse es euch, diese selbst zu berechnen ... Ich musste mich durch derartige Aufgaben bereits während meines Studiums quälen...  Zwinkernd


Dein Stochastik Studium liegt wohl eine Weile zurück oder du hast einfach überlesen, daß ich die Unterscheidbarkeit der Systeme mit keinem Wort erwähnt habe. Das ist dann eine andere Sorte von Übungsaufgabe  Zwinkernd

Zitat:
Allein die Tatsache, dass sich nur durch Beobachtung einer der beiden Zustände manifestiert und wir die Wahrscheinlichkeit aufgrund mangelnder Kenntnis der Abläufe innerhalb dieses Systems (Box mit Katze und Tötungsmaschine oder Atomkern) nicht vorhersagen können, macht den sog. Zufall aus.  


Ich kenne noch ein schönes Einstein-Zitat zum Thema: "Ist der Mond da, wenn man nicht hinschaut?"

Nur leider sollte man sich bei Phänomenen im Mikrokosmos nicht dazu verleiten lassen sich auf seinen, durch die Beobachtung von makroskopischen Phänomenen geschulten, "gesunden Menschenverstand" zu verlassen.
Die hier entfachte Diskussion wurde vor geraumer Zeit von der Physikergemeinde geführt und Experiment und Mathematik haben gegen den Determinismus entschieden.
Quantenmechanik ist ihrem Wesen nach indeterministisch, "Gott" würfelt doch.

Einsteins Theorie stimmt im Grunde mit der von w_t_h überein, sie wird "Theorie der lokalen, verborgenen Parameter" genannt und
besagt im wesentlichen, daß es lokale, verborgene Parameter gibt welche den Zustand eines Systems vollständig beschreiben.
Beim präparieren von identischen Anfangsbedingungen für ein Experiment werden eben diese Parameter nicht berücksichtigt
und deshalb erscheint einem der Ausgang des Experiments zufällig. Würde man jedoch alle Parameter kennen und die Anfangsbedingungen unter Berücksichtigung aller Parameter exakt gleich einstellen, so würde man auch das gleiche Endergebnis beobachten. Der Determinismus wäre gerettet und der Zufall aus der Welt verbannt.

Es konnte jedoch ein Gegenbeweis gegen die Theorie der lokalen verborgenen Parameter erbracht werden.
Um genauer zu sein konnte bewiesen werden, daß diese Theorie in Räumen der Dimension D > 2 nicht stimmt.
Es gibt auch zahlreiche Experimente, die die Theorie der lokalen verborgenen Parameter falsifizieren.
z.B. das Experiment von Lamehi-Rachti und Mittig an Protonenpaaren und das von Aspect et al. an Photonen
um ein paar wichtige zu nennen.

Wer genaueres darüber wissen will hier ein hübscher Artikel zum Thema:

http://prp0.prp.physik.tu-darmstadt.de/~ranade/TheoSeminar.pdf#search=%22Bellsch...

Allerdings möchte ich an dieser Stelle nicht verheimlichen, daß es noch andere Theorien gibt welche den Determinismus der
Welt beweisen könnten, diese sind allerdings noch recht umstritten und es ist auf jedenfall interessant der Diskussion in der Fachwelt
zu folgen und beizuwohnen.

Wenn nun echter Zufall, also Indeterminismus auf Quantenebene existiert, so ist die Existenz von Zufall in der
für uns unmittelbar erfassbaren Welt gar nicht so abwegig.
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« Zuletzt geändert: 28.08.06 um 16:29:50 von Nabla »  

I heard the heavens scream his name
I watched as he shouted
To the giants that died that day
He held up his hammer high
And called to Odin for a sign
 
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Uranus32
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Das Ganze ist mehr als /> /> die Summe seiner
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Re: Gibt es Zufall?
Antwort #14 - 29.08.06 um 23:43:57
 
Nabla schrieb am 28.08.06 um 16:07:08:
Einsteins Theorie stimmt im Grunde mit der von w_t_h überein, sie wird "Theorie der lokalen, verborgenen Parameter" genannt und
besagt im wesentlichen, daß es lokale, verborgene Parameter gibt welche den Zustand eines Systems vollständig beschreiben.
Beim präparieren von identischen Anfangsbedingungen für ein Experiment werden eben diese Parameter nicht berücksichtigt und deshalb erscheint einem der Ausgang des Experiments zufällig. Würde man jedoch alle Parameter kennen und die Anfangsbedingungen unter Berücksichtigung aller Parameter exakt gleich einstellen, so würde man auch das gleiche Endergebnis beobachten. Der Determinismus wäre gerettet und der Zufall aus der Welt verbannt.


Daraus folgt doch das das Experiment der Physikergemeinde nur Schönfärberei ist, also man wollte vorsetzlich etwas bewiesen haben was eigentlich nicht richtig ist.

Man kann hier auch anders herangehen:

"Auch die moderne Physik hat wohl kaum Einwände gegen die Behauptung: "Alles ist Schwingung." Die verschiedenen Phänomene des Universums unterscheiden sich voneinander lediglich durch den Schwingungsgrad , gehorchen aber alle dem Gesetz der Schwingung. Wir benutzen als Beobachtung den Atemsrythmus und können die hier gefundenen Gesetzmäßigkeiten analog auf einen etwas größeren Rythmus übertragen: den Wach-Schlaf-Rythmus. So wie dem Einatmen das Ausatmen folgt, so folgt auch dem Wachsein mit gleicher Sicherheit der Schlaf. Schlaf wiederrum erzwingt nach einiger Zeit seinen Gegenpol, das Erwachen, gleich wie das Einatmen das Ausatmen erzwingt.
  Der Volksmund sagt: "Der Schlaf ist der kleine Bruder des Todes." und verrät mit dieser Formulierung die Fähigkeit in senkrechten Analogieketten zu denken. Leben und Totsein ist ebenfalls nur ein Rythmus wie Ein - und Ausatmen, Wachen und Schlafen - lediglich die größere Dimension erschwert dem Menschen die Überschaubarkeit. Die Erfahrung bestätigt die Gültigkeit des Gestzes, daß ein Pol seinen Gegenpol erzwingt: Leben erzwingt Sterben. Das einzig Sichere bei der Geburt eines Lebewesen ist die Tatsache, daß es einmal sterben wird. Tod folgt dem Leben mit der gleichen Sicherheit wie das Ausatmen dem Einatmen.
...
Tod ist nicht "Nichtsein" sondern lediglich eine gegenpolare Form des Seins. Sterben ist nichts anderes als das übertreten jener Schwelle, welche die beiden Reiche der Lebenden und der Toten voneinander trennt.
  Gewöhnlich nennen wir die Sphäre der korporal lebenden Menschen das Diesseits und bezeichnen jenes unbekannte Reich der Toten als Jenseits. Diesseits und Jenseits sind nicht örtlich verschieden, sondern eher mit verschiedenen Stufen der Wahrnehmung oder des Bewußtseins vergleichbar. So wie das "Land der Träume" auch keine geographischen Verschiedenheit zu zu unserer Realität darstellt, so bezieht sich das "Jenseits"  primär auch auf unsere Wahrnehmungsschwelle. Es ist nicht lohnend, über die Existenz eines Jenseits zu diskutieren, da das Jenseits sich zwingend aus der Existenz des Diesseits ableitet. Das Polaritätsgesetz besagt, daß es zu etwas, was wir als Diesseits bezeichnen, einen Gegenpol geben muß - diesen nennen wir Jenseits.
...
Schiksal wird in seiner Ganzhiet nur verständlich vor dem Hintergrund der Reinkarnation. Betrachtet man nur ein Leben isoliert, so könnte man tatsächlich an der Sinnhaftigkeit der Schiksalsmacht zweifeln - weshalb manche auch daran ver-zweifeln. Es ist offenkundig, daß nicht alle Menschen in diesem Leben die gleichen Startlöcher zugewiesen werden - und das ist ganz bestimmt nicht die Schuld der Gesellschaft! Ob aus religösem oder atheistischem Blickwinkel: Es ist ziemlich schwierig, ohne den Reinkarnationgedanken jemanden zu erklären, warum ausgerechnet er stumm oder gelähmt, verstümmelt oder debil das Licht "dieser besten aller Welten" erblickte. Auch ein Hinweis auf die unerforschlichen Ratschlüsse Gottes ist wenig geeignet, in solchen Fällenein Gefühl der Sinnhaftigkeit zu vermitteln.
  Doch ohne Sinn wird das Leben unerträglich für die Menschen. Die Suche nach dem Sinn des Lebens ist ein fundermentales Bedürfnis. Erst wenn der Mensch bereit ist, dieses Leben aus der Isolierung der Einmaligkeit zu lösen und als Glied einer langen Kette zu erkennen, wird er den Sinn und die Gerechtigkeit des Schicksals begreifen lernen. Denn das Schicksal eines Lebens ist das Resultat des bisherigen Lernprozeßes in seiner Gesamtheit.
Diesen Wirkzusammenhang zwischen den Taten der Vergangenheit und dem aktuellen Schicksalslauf nennt man allgemein Karma.
...
Das Gesetz des Karma fordert vom Menschen die Übernahme der vollen Verantwortung für sein Schicksal - ein Schritt, den der Mensch unserer Zeit nicht machen will. Die Abwehr breiter Kreise gegen die Reinkarnation ist nur zu verständlich - hat man doch mit viel Mühe und Aufwand endlich perfekt scheinende Theorien fabriziert, die den Menschen von der Eigenverantwortung befreien und die Schuld auf die Gesellschaft, Krankheitserreger oder den bösen Zufall projizieren. Begriflich, wenn man sich entrüstet über das Ansinnen, diese raffinierten Theorien menschlicher Schläue als Eigenbetrug entlarven - sie zusammenstürzen zu lassen und die Schuld bei sich selbst zu suchen.
  Theorätisch funktionieren ja all diese Denkmodelle ausgezeichnet - das praktische Versagen versucht man mit positivistischer Fortschrittgläubigkeit zu vertuschen. Wenn der Mensch jedoch beginnt, gegenüber sich selbst ehrlich zu werden - und dies ist die schwerste Form der Ehrlichkeit -, muß er erkennen, daß er erst mit der Übernahme der vollen Verantwortung für alles, was ihm geschieht und was er erlebt, die Sinnhaftigkeit erkennen kann. Verantwortung und Sinnhaftigkeit lassen sich nicht voneinander lösen - beide bedingen sich gegenseitig.
  Die Mehrzahl der Menschen unserer Zeit sind am Verlust der Sinnhaftigkeit erkrankt, weil sie versuchen, Verantwortung loszuwerden. Wer nach dem Sinn sucht, findet zuerst die Schuld. Akzeptiert er die Schuld, offenbart sich ihm der Sinn.
  Der ständige Wechsel von korporalem Leben und Totsein ist die Vergrößerung des Tag-Nacht-Rythmus. Wenn wir an jedem Morgen erwachen, um einen neuen Tag zu beginnen, so steht einerseits dieser neue Tag völlig jungfräulich vor uns, und es liegt in unserer Entscheidung, wie wir ihn nutzen und gestalten - was wir im Laufe des Tages erleben werden. Andererseits aber wird dieser neue Tagesverlauf zwangsläufig determiniert sein von dem, was wir an den vorhergehenden Tagen getan und erlebt haben. Hat jemand in der letzen Zeit mit allen Menschen seiner Umgebung gestritten oder große Schulden gemacht, die Pflege seines Körpers oder die Bildung seiner Seele vernachlässigt, so wird dies den neuen Tag beeinflussen, obwohl dieser Tag in sich alle Möglichkeiten bereithält.
  Diese schwer faßbare Gleichzeitigkeit von Einflüssen und Auswirkungen der Vergangenheit und neuen unverbrauchten Möglichkeiten eines jeden neuen Tages kann man analog auf jedes "neue Leben" übertragen."  (aus "Sicksal als Chance - Das Urwissen zur Vollkommenheit des Menschen" von Thorwald Dethlefsen)


@ what_the_hell
Zitat:
Denn nur rhetorisches und philosophisches Abhandeln eines Themas, ohne regelmäßig den Realitätsbezug wieder herzustellen, geht meist mächtig in die Hose!


Ganz meine Meinung. Ich halte dies ebenfalls für überaus wichtig. Nur sollte man Realität und Wirklichkeit auch auseinanderhalten können, denn beide sind vom Grad her verschieden.

Uranus32!
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