Ilum schrieb am 23.12.11 um 10:07:20:Wieso wird immer wieder der "Gott oder die Götter" aus dem Alten Testament (und der entspr. Urschriften)
mit dem All-Geist-Gott verwechselt - das hat nun auch gar nichts miteinander zu tun!
Genau das ist euer Fehler. Die drei monotheistischen Religionen sind exakt aus eben diesen Schriften entstanden; dafür gibt es lückenlose Belege.
Was heute dort hinein interpretiert wird, entstand erst später.
Die Idee, daß es eine "Urmacht" gibt, ist nicht unbedingt eine religiöse Sichtweise und zweifelsfrei so.
Sie heißt schlicht Natur.
Religiös ist hingegen, diese neutrale Macht zu vermenschlichen oder zu "verwesenheiten", ihr einen Charakter und Bewußtsein anzudichten.
Okay, um das Thema nicht allzu sehr zu vertiefen und um dennoch kurz anzureißen, daß es sich bei dem Monotheisten-"Gott" eben NICHT um die Natur, sondern einen, vielfach belegten, frühantiken Herrscher handelt:
Die überlieferten "Taten" dieses "Gottes" passen nicht auf die Natur, dafür aber - wie ein Maßanzug - auf einen vorderasiatischen Herrscher.
Was ihr nun macht ist folgendes: Ihr nehmt dieses Religionen wie ein Gefäß und versucht, dort neue bzw. erweiterte Inhalte hinein zu füllen, immer in der Hoffnung, die "Gefäße" hätten genügend Autorität um ein Hinterfragen von vorn herein auszuschließen.
Damit befindet ihr euch in guter Gesellschaft. Die Christen haben das - vor allen Dingen während des Mittelalters - ebenfalls getan. So entstand das Bild des mystischen, nahezu körperlosen Übergottes, das die Juden zuvor gar nicht kannten.
Insbesondere die Protestanten trugen sehr zur Verklärung des Bildes bei. Die Übersetzung der Bibel durch Luther war keine wortwörtliche Übersetzung, sondern eine neuerliche, recht phantasievolle Umdeutung.
Und so wurde aus einem brutalen Herrscher, den man sehen und anfassen konnte zuerst, ca. 200 AZ durch rabbinische Auslegung und Kanonisierung zuerst ein Wesen, das man nun plötzlich nicht mehr sehen konnte, durch die Zusammenlegung einer jüdischen Strömung mit dem römischen Mithraskult unter politischer Führung ein mystisches Wesen und im verlaufe des Mittelalters eine allumfassende Supermacht.
Interessant ist auch, daß sich dieser (Gott) im gleichen Zeitraum von einem Schreckensherrscher, dem man zu gehorchen hatte wenn man überleben wollte, zu einem durch und durch gütigen Wesen entwickelte.
Und auch die Fähigkeiten dieses Wesens wuchsen stetig an mit jedem Evolutionsschritt seiner "Überlieferung".
Legte er anfangs bewohnbares Land trocken, züchtete Mensch und Tier, vernichtete ganze Völker mit seltsam anmutenden Waffen, so hat er heute gleich das ganze Universum erschaffen.