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Musterung im Kreiswehrersatzamt (Gelesen: 809 mal)
Azatoth
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Beiträge: 648
Musterung im Kreiswehrersatzamt
21.12.16 um 17:48:06
 
Ich muss darüber nachdenken, ob die Musterung und auch die Legenden darum nicht mit dazu beigetragen haben, dass das deutsche Volk so obrigkeitsgehorsam ist.

Da wird einem unter staatlich legitimierter Strafandrohung klar gemacht, dass man sich selbst nicht gehört.

Möchte mit diesen wenigen Worten einfach mal zur Diskussion darüber anregen. Ich hätte dazu noch mehr mit zu teilen, aber es fällt mir gerade etwas schwer das alles zu fassen. Ich hoffe, dass im Laufe der Diskussion die Gedanken klarer werden.
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IloveUbabe
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Beiträge: 1553
Re: Musterung im Kreiswehrersatzamt
Antwort #1 - 21.12.16 um 19:42:21
 
Unabhängig davon. KWA. Ja war ich.

Gedient, um den Deutschen zu dienen (Nicht Deutschland).

Worum geht es dir den genau. Die Untersuchung oder die Storys, die erzählt wurden um den Wehrdienst zu verweigern?

Versteh nicht so ganz worauf du hinaus willst. Ich halte das Prozedere nicht dafür verantwortlich, dass deutsche Obrigkeitshörig sind. Man gehört sich ja selbst. Aus Gewissensgründen konnte man eben den Dienst an der Waffe verweigern. Wenn du meinst, dass man sich nicht selbst gehört, weil man Zwangsverpflichtet wurde der Gesellschaft einen Dienst zu tun, und sei es dann ersatzweise der Zivildienst. Nunja, es ist halt hier keine Anarchie sondern eben eine Gesellschaftsordnung betitelt mit sozialer Marktwirtschaft installiert. Ich halte das dienen an sich ja nicht für falsch. Deiner Familie würdest du auch nicht die Waffenbruderschaft verwehren. Der Staat hat an sich Familiencharakter.

Auch wenn man sich in der heutigen Zeit mit diesem nicht identifiziert, eben weil er nicht mehr den "Familieninteressen" also der deutschen Familie dient. Kann man dafür das KWA / Wehrdienst verantwortlich machen? Eher nicht würde ich meinen. Hier ist einfach die Institution instrumentalisiert, von einer Vorstehenden Macht, die die sinnvolle Einrichtung missbraucht. Ich kann ja auch nicht sagen das Messer ist böse, weil es tötet. Tut es nicht - der Mensch der es gebraucht um zu töten, missbraucht es zu diesem Zweck. Der Staat hat einen Sinn. Das KWA im Sinne der Landesverteidigung also des Staatsterritoriums und der Staatsbürger hat seinen Zweck, weil dass erst den Sinn stiftet, warum es einen Staat braucht. Zum Schutz vor äußeren Mächten, die ihren Willen aufzwingen wollen. Nur das ist halt der Optimalfall. Der eigentliche Sinn und Zweck. Das dieser korrumpiert ist, ist halt bedauerlich. Sich aber nun über Symptome der Korruption zu echauffieren ist nicht weiterführend. Es gilt die Wurzel des Übels auszureißen.

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Erutan
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RESISTO

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Re: Musterung im Kreiswehrersatzamt
Antwort #2 - 14.02.18 um 22:11:40
 
Warum zum Teufel finde ich solch interessante Statements immer erst Jahre nach ihrer Veröffentlichung?

Genau DAS war viele viele Jahre lang mein Thema und ich bin damit so oft gegen die Wand gerannt, dass ich mir irgendwann gesagt habe: Es reicht.

Und jetzt kommt jemand daher und bestätigt meine damaligen Thesen...

Okay. Dann mal los  Laut lachend

Frage 1:
Wie unterwirft man einen Menschen?

In unserer heutigen Zeit wird man wohl sagen, man unterwirft einen Menschen indem man ihn verbal attackiert, ihn finanziell schlechter stellt, ihn denunziert...etc.

Vor gar nicht einmal sooo langer Zeit hätte man gesagt: Man unterwirft einen Menschen indem man ihm eine in die Fresse haut. Machen viele Leute heute auch noch so und trifft auch schon ziemlich gut den Kern. Die Unterwerfung erfolgt durch die Demonstration körperlicher Unterlegenheit des zu unterwerfenden.

Gehen wir noch etwas weiter in der Zeit zurück, entdecken wir auch was die größte, die deutlichste Form der Demonstration körperlicher Überlegenheit ist: Die Vergewaltigung. Eigentlich müssen wir gar nicht so weit in der Zeit zurückreisen. Jeder Krieg endet mit Massenvergewaltigungen. Mir kann keiner sagen, dass die vom Sieger nicht so gewollt sind.

Wir können auch ins Tierreich blicken. Der Rüde, der einen anderen "besteigt" ist nicht etwa schwul sondern er macht dem Bestiegenen klar wer der Boss ist.

So, gut dass wir das geklärt haben. Nun wird aber doch bei einer Musterung niemand vergewaltigt...oder?

Naja, der Rüde, der einen anderen Rüden besteigt, scheit sein Ding auch nicht in den anderen rein. Er tut nur so und indem der andere das erduldet, unterwirft er sich.

Die Tatsache, dass jemand gezwungen wird, sich vor einem anderen Menschen zu entblößen und anfassen zu lassen, stellt nach StPO bereits den Tatbestand der sexuellen Nötigung dar. Je nach Art des Anfassens auch den Tatbestand des sexuellen Missbrauchs.

Nun frage ich micht wo der Unterschied ist zwischen einem schmierigen Mann, der einen anderen Mann auf der Straße überwältigt und missbraucht und einem schmierigen Staat?

Das Erlebnis eines sexuellen Missbrauchs verändert einen Menschen gegenüber dem Täter lebenslang und tiefgreifend.

Frage 2:
Braucht sexueller Missbrauch einen bewussten Täter?

Nein! Es braucht niemanden der einen Menschen sexuell missbrauchen WILL um beim Opfer eine Missbrauchserfahrung hervorzurufen.
Dher ist es ganz unerheblich ob der Stabsarzt bei der Musterung einen Missbrauch begehen will. Er begeht ihn.

Frage 3:
Betreibt man bei der Bundeswehr ein Zuchtprogramm?

Nein, macht man nicht. Daher ist es (eigentlich) völlig sinnfrei, die Genitalien eines zukünftigen Soldaten zu untersuchen. Ich rede hier nicht vom obligatorischen "husten sie mal".

Mal in Relation gesetzt:
Wenn ich meinen Hausarzt bitte, mich komplett auf den Kopf zu stellen, dann macht er neben Blutdruckmessen und Herztöneabhören noch ein EKG, ein Belastungs-EKG, eine Rückendiagnostik, eine Gelenkdiagnostik, eine Aufnahme der Lunge, ein großes Blutbild etc. Er käme NIEMALS auf die Idee, meinen Willy unter die Lupe nehmen zu wollen.

Das meiste davon ist dem KWA völlig egal. EKG? Nie gehört. Blutbild? Was sollen wir denn damit? Aber zeigen sie doch mal ihren Schwanz!

Historisches:

Während der großen Einwanderungswelle aus Europa in die USA wurden die USA von zahlreichen eingeschleppten Seuchen geplagt. Eine davon war der kurzzeitige Ausbruch der Lungenpest.

Also entschloss man sich, die Einwanderer "gründlich" zu untersuchen. Was tat man also? Mann ließ die Männer in Reih und Glied aufstellen, die Hose runterziehen und forderte sie dann auf: "Pull and Push". Sie sollten ihre Vorhaut zurückziehen und dann die Hand mit Druck wieder vorschieben. Damit wollte man Geschlechtskrankheiten ausschließen. Ahhhja! Neben der Pest wohl das größte Problem überhaupt!!

Was wirklich geschah: Man missbrauchte all diese Menschen und machte sie gefügig.

In Lagern:

Egal ob man sie nun "Konzentrations"lager nennt oder einfach nur Lager - wannimmer ein Staat ein solches Lager einrichtet, entsendet er "Gesundheits"beauftragte. Und die machen nichts anderes als sexuellen Missbrauch...auch genannt "Reihenuntersuchung". Das verhindert u.a. auch, dass es innerhalb des Lagers zu Aufständen kommt.
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« Zuletzt geändert: 14.02.18 um 22:37:02 von Erutan »  
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Azatoth
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Re: Musterung im Kreiswehrersatzamt
Antwort #3 - 15.02.18 um 03:10:55
 
Nach wie vor habe ich noch immer nicht sehr viel mehr Klarheit als damals. Im Netz fand ich einige Erfahrungsberichte, die sich z.T. wirklich extrem dramatisch lasen. Meine eigene Musterung lief objektiv gesehen dann doch eher harmlos ab. Auch der Zivildienst war nach anfänglichen Schwierigkeiten eine angenehme Zeit, an die ich ich gern erinnere. Es war sogar das beste Betriebsklima was ich bisher hatte.

Dennoch hinterlässt die Zeit der Ohnmacht, das warten auf den großen Tag der Offenbarung, immer noch seine Spuren bei mir. Einerseits die Angst vor der Musterung, andererseits meine damalige völlige Unfähigkeit mein Abneigung gegen den Wehrdienst begründen zu können. Meine erster Verweigerung, die nur ca. eine halbe Seite umfasste, wurde abgelehnt. ich bekam aber die hohe Gnade, mich noch mal ausführlicher erklären zu können. Dazu holte ich mir die Hilfe eines Kumpels, der bereits seinen Zivildienst beendet hatte. Mit Hilfe von vorgertigten Texten fertigten wir eine neue Verweigerung an, die mehr einer wissenschaftlichen Doktorarbeit ähnelte, unwahrscheinlich den Gedanken eines 19 jährigen schüchternen und wortkargen Hauptschülers entstammend. Ich achtete aber darauf, dass ich den Text selber halbwegs verstehen und mich damit identifizieren konnte. Ich hatte ihn auch danach noch immer wieder mal angeschaut, um den Inhalt zu verinnerlichen.... falls man mal von wem gefragt würde... man weiß ja nie.
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sensibelchen
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Re: Musterung im Kreiswehrersatzamt
Antwort #4 - 29.03.18 um 19:18:20
 
Hallo,

habe mich extra angemeldet nur um hier zu diesem Thema mitzuschreiben, ich hoffe das geht soweit in Ordnung Zwinkernd


Ich kann die Überlegungen von „Azatoth“ und „Erutan“ nur bestätigen, teile genau diese Gedanken und lasse seit vielen Jahren kaum eine Gelegenheit aus, zu diesem Thema in diversen Foren mitzuschreiben. Auch wenn das Interesse von anderen an diesem Thema, durch die Aussetzung der Wehrpflicht, deutlich nachgelassen hat. Und das ist ganz im Sinne der verantwortlichen Ämter und war wohl beabsichtigt. Grund genug immer wieder neu zu posten!


Meine Musterung ist inzwischen über 20 Jahre her, ich bezeichne es als menschenverachtenden und absichtlich entwürdigenden Übergriff des Staates auf meinen Körper!
In meinen Augen ein Verbrechen!

Das ich das damals „jung und dumm“ überhaupt zugelassen habe/meinte erdulden zu müssen, kann ich mir nicht verzeihen.

Ich habe meinen Körper nicht verteidigt und dafür hasse ich mich!

Ich habe nichts anderes erlebt als tausende junger Männer vor und nach mir und bilde mir auch definitiv nicht ein was „besseres“ zu sein, nur kann ich mit meiner Wut auf das System wohl weniger umgehen als andere.

Bis kurz vor Aussetzung der Wehrpflicht, gab es einige interessante Foren, in denen viele Männer nach Jahren des Schweigens ihrem Frust Luft gemacht haben und es gab immer mehr junge Typen, die sich vorher in diesen Foren darüber schlau gemacht haben, was denn bei der Musterung eigentlich gemacht wird.

Erst das Internet mit seiner Anonymität hat es ermöglicht, dass Männer sich über dieses Thema offen austauschen konnten, bis dahin war die Musterung ein Buch mit sieben Siegeln, über das man(n) nicht sprach; außer dumme Sprüchen und Witze, konnte man keine brauchbaren Infos bekommen. Jeder Mann behielt seine Erfahrungen für sich! Und auch heute noch wird es kein Mann offen zugeben wenn er damit ein Problem hat!

Als sich in diesen Foren zunehmend die Gemüter erhitzten, unter anderem auch deshalb, weil immer mehr Frauen in den Ämtern „arbeiteten“, kamen auch erste Überlegungen auf, die KWEÄmter zu verklagen, so weit reichte die Wut der Betroffenen.

Ich nehme auch an, dass von da ab sich immer mehr junge Männer ganz bewusst weigerten bedingungslos alles mit sich machen zu lassen und man von staatlicher Seite her die Foren auch ganz genau mitverfolgte.

Ein Buchautor nahm das Thema schließlich zum Anlass, um darüber ein Buch zu schreiben, viele Erzählungen die im Forum standen, hat er leicht abgeändert übernommen.(Teile vom Buch auch kostenlos online lesbar, bitte mal googlen)

Interessensgemeinschaften wurde gebildet und einige unerschrockene schrieben die Ämter an und forderten Antworten von den Verantwortlichen in den Kreiswehrersatzämtern.

Diese antworteten entweder gar nicht oder mit immer gleichen vorgefertigten Standartantworten.

Doch hinter den Kulissen der Ämter begann es zu brodeln, auf einmal wurden mündliche Anordnungen erlassen. Man hatte da wohl selbst erkannt das man hier nach den vielen Jahren den Bogen überspannt hatte....

Und noch bevor sich immer mehr Widerstand gegen die Musterung und die Wehrpflicht regen konnte, wurde diese ohne großes hin und her kurz darauf eines Tages ausgesetzt. Parteien, die sich jahrzehntelang vehement für die Wehrpflicht eingesetzt hatten, stimmten plötzlich für die Aussetzung und das Thema Wehrpflicht/Musterung war (vorerst) vom Tisch. Da freut man sich und fragt sich gleichzeitig „warum ging das jetzt auf einmal“?

Sei noch erwähnt, dass genanntes Forum (mit dem klangvollen Namen „Schütze-Arsch.de“ ) im Anschluss komplett gelöscht wurde, keine Suchanfrage führt heute mehr dahin.....

Bis vor einiger Zeit war ein anderes Forum „Meinungsschreiber“ zum Thema ebenfalls sehr beliebt, auf weit über 140!! Seiten, kochten da die Emotionen hoch und auch dieses Forum ist nach vielen Jahren und großem Interesse am Thema nicht mehr erreichbar.... auch hier wurde ordentlich gelöscht. Ein paar Seiten kann man in den Archiven der Suchmaschinen noch lesen, vermutlich werden diese aber auch bald „bereinigt“.

Man könnte fast den Eindruck bekommen, dass man hier ganz bewusst von staatlicher Seite her versucht Schaden abzuwenden. (Grund genug sich für Ihr 50 Jahre langes selbstgerechtes Treiben zu schämen hätten sie) Und man könnte ebenso den Eindruck bekommen, dass man hier einer gewaltigen Klagewelle zuvorkommen wollte......

Die Musterung wäre im Grunde genommen etwas gutes gewesen, hat sie doch körperlich oder seelisch beeinträchtige Männer vor der Wehrpflicht schützen können, wenn sie denn 100% zuverlässig und vor allem gerecht gewesen wäre. Untergewichtige Schwächlinge mussten Wehrdienst machen, sportliche Adonisse wurden ausgemustert.

Viele schlimmer war aber, dass man seit „Kaisers Zeiten“ eben nicht die Interessen der Männer in den Vordergrund gestellt hat, sondern die Musterung als eine Art Initialisations Ritus aufgebaut hat. Wer kennt nicht die Bilder, auf denen zehn alte Säcke hinter einem Schreibtisch sitzen, während ein nackter Mann schutzlos davor Rede und Antwort stehen musste. Perversion vom feinsten! Zumal neben angeblich medizinischem„Fachpersonal“ auch gerne noch Bürgermeister und sonstige Gaffer anwesend waren. Alles das war aber gewollt;

je demütigender, entwürdigender diese Situation war, desto mehr prägte sie sich in die Gedächtnisse der Opfer ein! Besser kann man einen jungen Mann nicht „brechen“, man stellte ihn nackt ins Zimmer und lies ihn so die ganze Macht des Staates spüren. Erst das schaffte die Voraussetzungen für einen gehorsamen Soldaten, der vom selbständig denkenden Bürger zum bedingungslosen Befehlsempfänger umprogrammiert wurde.

Auch die Nazis griffen gerne auf entwürdigende Musterungen zurück und immer stand die Nacktheit und Demütigung im Vordergrund.

Mit Wiedereinführung der Wehrpflicht nach Kriegsende, konnte man auf reichlich Erfahrung im Umgang von jungen Männern zurückblicken und fand wohl auch umgehend „erfahrenes“ Personal das schon Jahre vorher da gerne tätig war....

Und so konnte die Musterungsmaschinerie, leicht angepasst, rund 50 Jahre unbehelligt weiterarbeiten.

Man sorgte mit gezielten Gerüchten dafür, dass Generationen von Männern mit flauem Magen dort saßen und so gut wie alles mit sich machen ließen um entweder möglich gut dazustehen (wenn sie dort Karriere machen wollten) oder umgekehrt, versuchten ausgemustert zu werden. Die Ämter scheuten sich auch nicht, immer neue Geschichten von angeblichen Drückebergern zu veröffentlichen, die sie natürlich alle entlarvten und Ihrer gerechten Strafe zuführten (zb. in Zeitungsinterviews, googlen)

Wir wurden in den 90er in dem glauben gelassen, umgehend von der Polizei vorgeführt zu werden, wenn wir auch nur 10min zu spät zur Musterung erschienen. Eine Aufklärung vorher zb. in der Schule fand nicht statt.

Man dachte nur, dass man keine Wahl hat, aber genau das war eben falsch! Man hatte eine Wahl! Jeder hätte das Recht gehabt einzelne Teile oder die komplette Musterung zu verweigern. Das hätte maximal eine Ordnungswidrigkeit dargestellt und evtl. eine geringe Geldstrafe nach sich gezogen.

Da kommt umgehend die Frage auf : „Was ist mir meine Selbstachtung/ Würde wert“?

Die Musterung komplett zu verweigern wäre zwar immer erste Wahl gewesen, hätte aber umgehend zur vollständigen Tauglichkeit geführt, verweigern oder Wehrpflicht wären dadurch definitiv nicht einfacher geworden. Und evtl. sogar ausgemustert zu werden viel somit auch aus. Und wer dann erst mal in einer Kaserne war, der hatte sowieso alle Persönlichkeitsrechte abgegeben....

Uns lies man ganz bewusst in dem Glauben überhaupt keine Wahl zu haben, lediglich den Wehrdienst zu verweigern, dass wurde uns über Umwege zugestanden.

Die Musterung zu verweigern stand jedenfalls nie zur Debatte. Mit keinem Satz wurde vorher auch nur die Möglichkeit erwähnt, dass man bestimmte Teile hätte verweigern können. Diese Aufklärung hatte man von staatlicher Seite her erst gar nicht vorgesehen. Und vorher gefragt wurde man auch nicht, egal was gemacht wurde. Ganz im Gegenteil; war der Umgangston anfangs noch locker und freundlich,
spürte man später mit lauten Ansagen die ganze vermeintliche Macht des Staates. „Bitte“ und „Danke“ waren Ausdrücke die man dort nicht mehr nötig hatte, immerhin handelte es sich bei den zu Musternden wohl auch nicht mehr um junge Menschen, sondern um Nummern die schnellstmöglich abgehandelt wurden.

Ich rede hier nicht von Ende 1930 sondern Ende der 1990er!!

Wie sich ein so vorgeladener/ vorgeführter Mensch dabei fühlt, spielte keine Rolle, immerhin hatten sich die hunderttausenden jungen Männer vorher auch nicht beschwert, also musste man seitens des Amtes sein tun und handeln wohl auch nicht mehr hinterfragen.

Gefühlt wichtigster Bestandteil der Musterung war immer, nackt im Zimmer stehen zu müssen und dem Staat Zugang zu seinen intimsten Stellen zu ermöglichen.

Während manche noch den Komfort hatten hinter einem Sichtschutz stehen zu dürfen, wurden andere einfach mitten im Zimmer, ohne vorher gefragt zu werden, intim angefasst. Oft wurde dann im Anschluss noch die „Rückseite“ begutachtet, gerne auch so, dass die fast immer anwesende, vorzugsweise weibliche, Schreibhilfe vollen Blick hatte.

Bei mir so abgelaufen das kann ich auch unter Eid aussagen!

Wirklich aussagekräftige Dinge wie Bluttests hingegen wurden oft wohl gar nicht gemacht; dass der zu Musternde mind. einmal nackt im Zimmer stehen musste war wohl wichtiger....

Befürworter argumentieren gerne damit, dass es sich immer um geschlechtsneutrales Personal handelte; (eine nicht medizinisch ausgebildete junge Schreibhilfe ist wohl alles andere als das).

Dass sind jedoch auch die gleichen Verantwortlichen, die in letzter Zeit immer neuen Missbrauchsvorwürfen gegen Ihre „geschlechtneutralen“ Ausbilder bei der BW nachgehen müssen......

Mein persönliches Fazit: Die Musterung stellte (zu Zeiten der Wehrpflicht) einen niemals zu entschuldigenden, beabsichtigten Übergriff auf die Würde junger Männer dar um deren Persönlichkeit zu brechen!

Ich wüsste nicht, wie man die Würde eines Menschen mehr verletzen könnte, wie wenn man ihn mit amtlichen Schreiben vorläd, einschüchtert, ihn nackt in ein Zimmer stellt, vor den Augen einer weibl. Schreibhilfe nötigt sein Backen zu spreizen usw.. ihn vorher nicht über seine Rechte aufklärt und dieses Vorgehen damit rechtfertig, dass es tausenden anderen Männern angeblich auch nicht geschadet hat! Körperlich hat es sicher niemandem geschadet aber seelisch?

Es ist nicht Aufgabe es Täters darüber zu urteilen ob das Opfer damit ein Problem haben darf oder nicht!

Mein naiver Glaube an den Deutschen Staat und die angeblich vom Grundgesetz garantierte Würde, ist jedenfalls für alle Zeiten zerstört!

Ein freies Land, dass seine Bürger zur Wehrpflicht zwingt, ist kein freies Land!

Seit kurzem habe ich auf Twitter einen Account zum Thema,
die Reaktionen reichen von Bestätigung bis hin zu übelsten Hasskommentaren;

„Ich wäre ein "wohlstandsverseuchter Mistmensch und solle den Suizid in betracht ziehen“

Da gehen die Meinungen eben weit auseinander.....ich habe in den vielen Jahren schon viele viele Kommentare gelesen, dass Thema ist ein ganz heißes Eisen....






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« Zuletzt geändert: 29.03.18 um 23:39:08 von sensibelchen »  
 
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Hagall
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Re: Musterung im Kreiswehrersatzamt
Antwort #5 - 29.03.18 um 21:13:24
 
sensibelchen schrieb am 29.03.18 um 19:18:20:
Auch die Nazis griffen gerne auf entwürdigende Musterungen zurück und immer stand die Nacktheit und Demütigung im Vordergrund.


So stellt man sich das heute gerne vor.

Doch damals wurde der bürgerlichen Prüderie Natürlichkeit entgegengesetzt. Ideologien die auf einen gesunden Körper setzen sind eher wenig geeignet Nacktheit als Demütigung zu empfinden. Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper läßt sich durch Nacktheit garantiert weder brechen noch demütigen.

Um sich durch Nacktheit gedemütigt zu fühlen muß man eigentlich schon eine falsche Einstellung zu sich selbst haben. Gut gibt auch Leute die sich in der Sauna genieren oder gar nicht erst reingehen.

Dieses Spießbürgertum kam aber erst nach 1945 durch die Umerziehung wieder zum Vorschein. Man sollte sich bei all dem doch klar sein, daß die Menschen VOR 1945 vollkommen anders gedacht haben und die Musterung auch ganz anders empfunden haben.

Ich habe die Musterung als Nullnummer in Erinnerung aja war ein schulfreier Tag als Bittsteller oder Knecht ging ich jedenfalls nicht hin und irgendeine Art von Achtung habe ich Verwaltungshampelmännern damals wie heute nicht entgegengebracht. Ich verstehe die Aufregung überhaupt nicht. Anstatt diese Energie aufzuwenden sich deswegen Gefechte mit irgendwelchen Beamten zu liefern wäre es besser die eigene Einstellung zur Nacktheit zu überdenken. UND: wer sagt denn, daß der Hanswurst der sich bei der Musterung all die Schwänze ansehen muß nicht eigentlich der Gedemütigte ist  Laut lachend

Und wenn dort Frauen rumsitzen - was bei mir leider nicht der Fall war wär sicher lustig gewesen - die sich bei jedem zweiten Mann denken ja hätt ich zu Haus nur auch.............. bitte wer soll sich da gedemütigt fühlen?

Bei der Rückfahrt waren die Themen im Zug dann Sachen wie Lungenvolumen und Brustumfang und andere Daten aber nicht, daß man da ein paar Minuten nackt irgendwo ru8mgestanden ist.

Bild: "Demütigung" durch Nacktheit vor 1945  Zwinkernd
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sensibelchen
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Re: Musterung im Kreiswehrersatzamt
Antwort #6 - 29.03.18 um 23:18:10
 
Kannst Du Dich an die  „Skandalbilder (nenn ich jetzt mal schnell so) von vor ein paar jahren aus Guantanamo erinnern?

Da war erzwungene Nacktheit ua. Teil der Folter um Männer gefügig zu machen und nicht umsonst setzte man dort dann „Soldatinnen“ ein.....und bitte jetzt nicht sagen das das bei einem muslimischen Mann natürlich ganz was anderes ist.....erzwungene Nacktheit wird seit vielen Jahren ganz bewusst eingesetzt, dass ist nix neues

Ich bin groß, schlank, passe genau in die Norm, hätte wohl keinen Grund mich zu verstecken, aber ICH entscheide wem ich mich nackt zeige und wem nicht.Gleiches gilt von wem ich mich anfassen lasse oder eben nicht. Und genau dieses Grundrecht wurde dort absichtlich missachtet indem man uns verbal massiv unter Druck gesetzt hat und uns vorgetäuscht hat keine Wahl zu haben, dass ist das Verbechen daran das ich so kritisiere!
Rechtlich gesehen hätte ein KWEA keine Möglichkeit gehabt uns zu zwingen....wer wusste das damals?



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« Zuletzt geändert: 30.03.18 um 00:28:52 von sensibelchen »  
 
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Azatoth
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Re: Musterung im Kreiswehrersatzamt
Antwort #7 - 30.03.18 um 04:19:43
 
Hi Sensibelchen,

ich freue mich, dass du dich angemeldet hast.

Bei meiner Recherche bin ich sicher schon Beiträgen von dir begegnet. Auch ein Buch von Petersson zum Thema hab ich gefunden, aber kam noch nicht dazu es zu lesen.

Hagall schrieb am 29.03.18 um 21:13:24:
Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper läßt sich durch Nacktheit garantiert weder brechen noch demütigen.

Brechen und demütigen vielleicht nicht, aber umgekehrt könnte man auch sagen, dass, wer so eine Prozedur völlig unbeteiligt über sich ergehen lässt, und sich bei der amtlichen Vorladen unter Androhung von Strafe, nicht der leiseste Widerstand und Zwefeil am Wohlwollen von Vater Staat regt, der ist schon völlig gebrochen.

Ich möchte aber nicht wirklich so weit gehen, das zu behaupten, weil das ziemlich plakativ wäre. Aber zu berücksichtigen ist, dass es nicht nur gesunde Geister und Körper gibt. Wer schon Mobbing und Misshandlung erlebt hat, oder irgendwelche körperlichen Merkmale hat, die er nicht jedem unter Gewaltandrohung zeigen möchte. Die Sache ist ja die : Da betrachten dich nicht Menschen, weil sie um dein Wohl besorgt sind, sondern lediglich zu dem Zweck, wie sie dich kriegstechnisch verwerten können. Zum reinen Objekt gemacht zu werden ist schon schlimm genug, und das geschieht tagtäglich im Arbeitsverhältnis bei jedem Arbeitgeber. Aber in diesem Fall gehts buchstäblich um deine Verheizung, nicht zum Wohle der Nation, sondern im Interesse der Rüstungsindustrie und einigen Uniformträgern, die sich selber in ihren Sicheren Festungen zurück ziehen. Allein der miteinkalkulierte Kriegszweck, ganz besonders im Lichte der deutschen Vergangenheit, ist Mord an Seelen aller Gemusterten. Egal ob sie Spaß an der Musterung oder am Kriegsdienst haben oder nicht. Wer sich selber nicht missbraucht fühlt, kann sich glücklich schätzen. Der konnte das irgendwie kompensieren. Rein objektiv gesehen aber war die Musterung legalisierter Missbrauch. Nicht die Musterung als Einzelereignis, denn bei freiwilliger Verpflichtung auf Zeit ist sie ok, aber als pauschales Initiations-Ritual.

Zum Thema Initiations-Rituale gibt es von Vera F. Birkenbihl einen Vortrag, wo sie einige interessante Dinge aufgreift.

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Meine Vermutung ist, dass diese Rituale verharmlost werden, von den meisten die sie selber bestanden haben. Nicht weil sie sie nicht schlimm fanden in dem Moment, sondern wahrscheinlich sogar im Gegenteil. Aber der Effekt der darauf folgt, gleicht einem Stockholm-Syndrom, einer Solidarisierung mit dem, von dessen Wohlwollen man sich abhängig glaubt, und dem darauf folgenden Stolz der Emanzipierung als Verdrängungseffekt der beraubten Autonomie.

Ähnlich lässt sich das auch auf die Verhältnisse der Arbeitswelt übertragen, die ich eben schon angesprochen habe. Ein Beitrag dazu hier :

Media Dateien und klickbare Links in Beiträgen und Signaturen sind nur für registrierte Mitglieder verfügbar!!  Du musst Dich Einloggen oder Registrieren


Und wenn du hier quasi sagst, dass im Nazideutschland keine Prüderie herrschte ist das auch nur eine selektive Auffassung. Wenn du an den Strand gehst, siehst du ja nur Menschen, die kein Problem haben, sich öffentlich zu zeigen. Daraus aber dann zu schließen, es gäbe gar keine Menschen die sich schämen oder aus welchen Gründen auch immer sich nicht zeigen wollen.... das wäre wahrlich zu einfach.

Heute mit 43 habe ich auch ein anderes Verhältnis zu meinem Körper als mit 19, wo ich noch mitten in der Pubertät war. Ich war eher ein Nerd mit haufenweise Fachkenntnissen, aber völlig ohne soziale Kompetenzen und Selbstbewusstsein.

Und wie gesagt, meine eigene Musterung war dann tatsächlich nicht so schlimm, wie ich es befürchtet habe. Nicht so schlimm, wie andere Schilderungen im Web es darstellen. Vielleicht habe ich ja auch was verdrängt, aber ich denke eher nicht. Das Schlimme war die Wartezeit auf die Musterung. Nicht die paar Stunden im Flur beim Kreiswehrersatzamt. Die ganzen Jahre zuvor, die ich auf den Musterungsbescheid wartete, und hoffte, dass sie mich vergessen haben. Ich hab extra keinen Ausweis beantragt und auch sonst versucht mich irgendwie schattenhaft und unbemerkt durch die Gesellschaft zu schleichen und am besten gar nicht aus meinem Kinderzimmer heraus zu gehen, weil ich dachte mich so durch mogeln zu können. Ich hatte schlaflose Nächte, Magenkrämpfe, konnte mich in der Schule kaum konzentrieren, zu all den anderen Problemen die man sonst noch so hatte. Mein Zustand beruhte auf Mythen, aber genau das ist es ja. Es gab einfach überhaupt keine Aufklärung. Das war volle Absicht. Wenn ich mir den Musterungsbescheid heute anschaue (ich hab ihn noch), dann lässt er objektiv nichts böses erahnen. Aber eben genau deswegen, weil er so knapp gehalten ist, ist er so bedrohlich. Mir kann keiner erzählen, dass die Verantwortlichen da nicht die leiseste Ahnung gehabt hätten, was sie damit anrichten können. Sie wussten es, und taten es gezielt.

Und mein gewagter Vergleich ist folgender. Da sitzt ein Mensch 5-6 Jahre in der Todeszelle und wartet auf seine Exekution. Dann am großen Tag sagt man ihm, dass alles nur Spaß gewesen sei. Aber weil er so tapfer war, wird er noch mal ordentlich ausgepeitscht. Das war jetzt eine total subjektive Beschreibung und sicher ein unfairer Vergleich, aber genau sowas schießt mir spontan durch den Kopf, wenn ich nach Worten ringen muss. Ich weiß nicht warum es so ist, aber es ist nun mal so.
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« Zuletzt geändert: 30.03.18 um 04:45:06 von Azatoth »  

 
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Hagall
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Re: Musterung im Kreiswehrersatzamt
Antwort #8 - 30.03.18 um 13:42:34
 
sensibelchen schrieb am 29.03.18 um 23:18:10:
und bitte jetzt nicht sagen das das bei einem muslimischen Mann natürlich ganz was anderes ist.....


Natürlich ist es das. Für die ist es schon angezogen eine Demütigung wenn eine Frau ihnen sagt was sie tun sollen. Wäre auch bei Asiaten ähnlich. Wenn Du einen nackten Muslim oder Asiaten auslachst weil er einen kleinen Schwanz hat ist die Chance groß, daß er dich umbringt oder Selbstmord begeht - ein Deutscher hingegen wird sich maximal entschuldigen, daß er halt nicht größer ist  Zunge

Azatoth schrieb am 30.03.18 um 04:19:43:
Ich war eher ein Nerd mit haufenweise Fachkenntnissen, aber völlig ohne soziale Kompetenzen und Selbstbewusstsein.


Sowas nannte ich immer einen guten Kunden. Hohe Gehaltsklasse läßt alles Geld bei mir weil er keine Freundin hat und traut sich nicht widersprechen was er alles kaufen muß  Laut lachend Mein Leitsatz war ja "Du mußt kaufen um weiter kaufen zu DÜRFEN" sowas muß man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen und es galt selbstverständlich als Tabu woanders zu kaufen und wurde auch hart bestraft, wenn ich wen dabei erwischt habe z.B. auf ebay.

d.h. meine sozialen Kompetenzen sind (ausgenommen bei Frauen) auch null aber dafür habe ich Selbstbewußtsein für drei.

Und da komm ich auch gleich zu dem ganzen psychologischen Geschwafel: die Psychoanalyse ist die Krankheit für deren Heilung sie sich hält! Erst durch solchen Müll entstehen überhaupt die ganzen Probleme. Heilen kann sich nur jeder selbst von innen heraus.

Azatoth schrieb am 30.03.18 um 04:19:43:
sich bei der amtlichen Vorladen unter Androhung von Strafe, nicht der leiseste Widerstand und Zwefeil am Wohlwollen von Vater Staat regt, der ist schon völlig gebrochen.


Warum glaubst Du, daß jemand nur weil er einer Vorladung folgt sonst noch irgendwas mit diesem Staat zu tun haben will oder gar glaubt, daß das heute irgendwas anderes als ein Verbrecherregime ist?

Azatoth schrieb am 30.03.18 um 04:19:43:
Ich hatte schlaflose Nächte, Magenkrämpfe, konnte mich in der Schule kaum konzentrieren, zu all den anderen Problemen die man sonst noch so hatte. Mein Zustand beruhte auf Mythen,


Warum? Das einzige wovor sich Leute in meiner Klasse gefürchtet haben war untauglich zu sein, da hätten sich einige geniert.

Azatoth schrieb am 30.03.18 um 04:19:43:
sondern lediglich zu dem Zweck, wie sie dich kriegstechnisch verwerten können.


Das kann man aber auch so richtig schmackhaft machen. Ich hatte dann z.B. einen - offiziell nicht existierenden - Sperrvermerk, daß sie mich trotz Qualifikation in kein Kommandogebäude lassen durften. Der Brigadechef war aber ein Bekannter von mir hat das dann auch zugegeben und schlußendlich mußte irgendein Leutnant im Nebengebäude sein Zimmer räumen und dort konnte ich dann meine Pflichtmonate däumchendrehen und als Soldatenvertreter ne neue Biersorte einführen und "nostalgische" Filmabende abhalten  Laut lachend

Wer nicht will braucht doch nur klarzumachen was er vom Regime hält und wird garantiert nicht "eingesetzt".

Azatoth schrieb am 30.03.18 um 04:19:43:
Allein der miteinkalkulierte Kriegszweck, ganz besonders im Lichte der deutschen Vergangenheit, ist Mord an Seelen aller Gemusterten.


Meinst Du damit die mögliche Rückeroberung von Schlesien und Ostpreussen? Oder rechnest Du damit, daß uns Frankreich und England wie schon 1939 wieder den Krieg erklären? Oder daß wieder ein Präventivangriff auf Rußland notwendig wird um Europa vor einem russischen Vormarsch zum Atlantik zu bewahren? Mord an den Seelen der Deutschen ist tatsächlich das was dieses Regime betreibt, allerdings weil es nichts unternimmt um die Ostgebiete zurückzufordern.
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