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Musterung im Kreiswehrersatzamt (Gelesen: 419 mal)
Azatoth
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Beiträge: 642
Musterung im Kreiswehrersatzamt
21.12.16 um 17:48:06
 
Ich muss darüber nachdenken, ob die Musterung und auch die Legenden darum nicht mit dazu beigetragen haben, dass das deutsche Volk so obrigkeitsgehorsam ist.

Da wird einem unter staatlich legitimierter Strafandrohung klar gemacht, dass man sich selbst nicht gehört.

Möchte mit diesen wenigen Worten einfach mal zur Diskussion darüber anregen. Ich hätte dazu noch mehr mit zu teilen, aber es fällt mir gerade etwas schwer das alles zu fassen. Ich hoffe, dass im Laufe der Diskussion die Gedanken klarer werden.
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IloveUbabe
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Beiträge: 1552
Re: Musterung im Kreiswehrersatzamt
Antwort #1 - 21.12.16 um 19:42:21
 
Unabhängig davon. KWA. Ja war ich.

Gedient, um den Deutschen zu dienen (Nicht Deutschland).

Worum geht es dir den genau. Die Untersuchung oder die Storys, die erzählt wurden um den Wehrdienst zu verweigern?

Versteh nicht so ganz worauf du hinaus willst. Ich halte das Prozedere nicht dafür verantwortlich, dass deutsche Obrigkeitshörig sind. Man gehört sich ja selbst. Aus Gewissensgründen konnte man eben den Dienst an der Waffe verweigern. Wenn du meinst, dass man sich nicht selbst gehört, weil man Zwangsverpflichtet wurde der Gesellschaft einen Dienst zu tun, und sei es dann ersatzweise der Zivildienst. Nunja, es ist halt hier keine Anarchie sondern eben eine Gesellschaftsordnung betitelt mit sozialer Marktwirtschaft installiert. Ich halte das dienen an sich ja nicht für falsch. Deiner Familie würdest du auch nicht die Waffenbruderschaft verwehren. Der Staat hat an sich Familiencharakter.

Auch wenn man sich in der heutigen Zeit mit diesem nicht identifiziert, eben weil er nicht mehr den "Familieninteressen" also der deutschen Familie dient. Kann man dafür das KWA / Wehrdienst verantwortlich machen? Eher nicht würde ich meinen. Hier ist einfach die Institution instrumentalisiert, von einer Vorstehenden Macht, die die sinnvolle Einrichtung missbraucht. Ich kann ja auch nicht sagen das Messer ist böse, weil es tötet. Tut es nicht - der Mensch der es gebraucht um zu töten, missbraucht es zu diesem Zweck. Der Staat hat einen Sinn. Das KWA im Sinne der Landesverteidigung also des Staatsterritoriums und der Staatsbürger hat seinen Zweck, weil dass erst den Sinn stiftet, warum es einen Staat braucht. Zum Schutz vor äußeren Mächten, die ihren Willen aufzwingen wollen. Nur das ist halt der Optimalfall. Der eigentliche Sinn und Zweck. Das dieser korrumpiert ist, ist halt bedauerlich. Sich aber nun über Symptome der Korruption zu echauffieren ist nicht weiterführend. Es gilt die Wurzel des Übels auszureißen.

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Erutan
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RESISTO

Beiträge: 2395
Re: Musterung im Kreiswehrersatzamt
Antwort #2 - 14.02.18 um 22:11:40
 
Warum zum Teufel finde ich solch interessante Statements immer erst Jahre nach ihrer Veröffentlichung?

Genau DAS war viele viele Jahre lang mein Thema und ich bin damit so oft gegen die Wand gerannt, dass ich mir irgendwann gesagt habe: Es reicht.

Und jetzt kommt jemand daher und bestätigt meine damaligen Thesen...

Okay. Dann mal los  Laut lachend

Frage 1:
Wie unterwirft man einen Menschen?

In unserer heutigen Zeit wird man wohl sagen, man unterwirft einen Menschen indem man ihn verbal attackiert, ihn finanziell schlechter stellt, ihn denunziert...etc.

Vor gar nicht einmal sooo langer Zeit hätte man gesagt: Man unterwirft einen Menschen indem man ihm eine in die Fresse haut. Machen viele Leute heute auch noch so und trifft auch schon ziemlich gut den Kern. Die Unterwerfung erfolgt durch die Demonstration körperlicher Unterlegenheit des zu unterwerfenden.

Gehen wir noch etwas weiter in der Zeit zurück, entdecken wir auch was die größte, die deutlichste Form der Demonstration körperlicher Überlegenheit ist: Die Vergewaltigung. Eigentlich müssen wir gar nicht so weit in der Zeit zurückreisen. Jeder Krieg endet mit Massenvergewaltigungen. Mir kann keiner sagen, dass die vom Sieger nicht so gewollt sind.

Wir können auch ins Tierreich blicken. Der Rüde, der einen anderen "besteigt" ist nicht etwa schwul sondern er macht dem Bestiegenen klar wer der Boss ist.

So, gut dass wir das geklärt haben. Nun wird aber doch bei einer Musterung niemand vergewaltigt...oder?

Naja, der Rüde, der einen anderen Rüden besteigt, scheit sein Ding auch nicht in den anderen rein. Er tut nur so und indem der andere das erduldet, unterwirft er sich.

Die Tatsache, dass jemand gezwungen wird, sich vor einem anderen Menschen zu entblößen und anfassen zu lassen, stellt nach StPO bereits den Tatbestand der sexuellen Nötigung dar. Je nach Art des Anfassens auch den Tatbestand des sexuellen Missbrauchs.

Nun frage ich micht wo der Unterschied ist zwischen einem schmierigen Mann, der einen anderen Mann auf der Straße überwältigt und missbraucht und einem schmierigen Staat?

Das Erlebnis eines sexuellen Missbrauchs verändert einen Menschen gegenüber dem Täter lebenslang und tiefgreifend.

Frage 2:
Braucht sexueller Missbrauch einen bewussten Täter?

Nein! Es braucht niemanden der einen Menschen sexuell missbrauchen WILL um beim Opfer eine Missbrauchserfahrung hervorzurufen.
Dher ist es ganz unerheblich ob der Stabsarzt bei der Musterung einen Missbrauch begehen will. Er begeht ihn.

Frage 3:
Betreibt man bei der Bundeswehr ein Zuchtprogramm?

Nein, macht man nicht. Daher ist es (eigentlich) völlig sinnfrei, die Genitalien eines zukünftigen Soldaten zu untersuchen. Ich rede hier nicht vom obligatorischen "husten sie mal".

Mal in Relation gesetzt:
Wenn ich meinen Hausarzt bitte, mich komplett auf den Kopf zu stellen, dann macht er neben Blutdruckmessen und Herztöneabhören noch ein EKG, ein Belastungs-EKG, eine Rückendiagnostik, eine Gelenkdiagnostik, eine Aufnahme der Lunge, ein großes Blutbild etc. Er käme NIEMALS auf die Idee, meinen Willy unter die Lupe nehmen zu wollen.

Das meiste davon ist dem KWA völlig egal. EKG? Nie gehört. Blutbild? Was sollen wir denn damit? Aber zeigen sie doch mal ihren Schwanz!

Historisches:

Während der großen Einwanderungswelle aus Europa in die USA wurden die USA von zahlreichen eingeschleppten Seuchen geplagt. Eine davon war der kurzzeitige Ausbruch der Lungenpest.

Also entschloss man sich, die Einwanderer "gründlich" zu untersuchen. Was tat man also? Mann ließ die Männer in Reih und Glied aufstellen, die Hose runterziehen und forderte sie dann auf: "Pull and Push". Sie sollten ihre Vorhaut zurückziehen und dann die Hand mit Druck wieder vorschieben. Damit wollte man Geschlechtskrankheiten ausschließen. Ahhhja! Neben der Pest wohl das größte Problem überhaupt!!

Was wirklich geschah: Man missbrauchte all diese Menschen und machte sie gefügig.

In Lagern:

Egal ob man sie nun "Konzentrations"lager nennt oder einfach nur Lager - wannimmer ein Staat ein solches Lager einrichtet, entsendet er "Gesundheits"beauftragte. Und die machen nichts anderes als sexuellen Missbrauch...auch genannt "Reihenuntersuchung". Das verhindert u.a. auch, dass es innerhalb des Lagers zu Aufständen kommt.
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« Zuletzt geändert: 14.02.18 um 22:37:02 von Erutan »  
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Azatoth
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Beiträge: 642
Re: Musterung im Kreiswehrersatzamt
Antwort #3 - 15.02.18 um 03:10:55
 
Nach wie vor habe ich noch immer nicht sehr viel mehr Klarheit als damals. Im Netz fand ich einige Erfahrungsberichte, die sich z.T. wirklich extrem dramatisch lasen. Meine eigene Musterung lief objektiv gesehen dann doch eher harmlos ab. Auch der Zivildienst war nach anfänglichen Schwierigkeiten eine angenehme Zeit, an die ich ich gern erinnere. Es war sogar das beste Betriebsklima was ich bisher hatte.

Dennoch hinterlässt die Zeit der Ohnmacht, das warten auf den großen Tag der Offenbarung, immer noch seine Spuren bei mir. Einerseits die Angst vor der Musterung, andererseits meine damalige völlige Unfähigkeit mein Abneigung gegen den Wehrdienst begründen zu können. Meine erster Verweigerung, die nur ca. eine halbe Seite umfasste, wurde abgelehnt. ich bekam aber die hohe Gnade, mich noch mal ausführlicher erklären zu können. Dazu holte ich mir die Hilfe eines Kumpels, der bereits seinen Zivildienst beendet hatte. Mit Hilfe von vorgertigten Texten fertigten wir eine neue Verweigerung an, die mehr einer wissenschaftlichen Doktorarbeit ähnelte, unwahrscheinlich den Gedanken eines 19 jährigen schüchternen und wortkargen Hauptschülers entstammend. Ich achtete aber darauf, dass ich den Text selber halbwegs verstehen und mich damit identifizieren konnte. Ich hatte ihn auch danach noch immer wieder mal angeschaut, um den Inhalt zu verinnerlichen.... falls man mal von wem gefragt würde... man weiß ja nie.
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