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Nachdenkliches ... "Ängste" betreffend (Gelesen: 283 mal)
henna
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Nachdenkliches ... "Ängste" betreffend
25.05.17 um 10:55:50
 
Zu meinem Beitrag in der Rubrik "Mit Humor geht alles besser"
will ich jetzt noch was Nachdenkliches dazu senfen Smiley

Nun ich gestehe, ich habe lachen müssen .... trotz des derben Wischmeyer´schen -gesprochenen- Sarkasmus´ wurde WAHRES beschrieben:

GENAUSO geschah es "früher"/bzw. geschieht es "immer noch".


Und als ich ausgelacht hatte...hab ich mich -wieder mal- gefragt, WARUM diese "Druckbetankung" ... dieses "Saufen bis zum Koma" ... und das nicht nur z.B. an Fasching oder am Vatertag ?

(Er)saufen die Männers sich ein Stück Gefühl der FREIHEIT ? Saufen sie ihre ÄNGSTE weg ?

Ich würde sagen JA. Denn Alkohol ent-hemmt.... liefert ein paar Stunden "ersoffene -vermeintliche- Freiheit".

Blöd iss halt immer nur das ERWACHEN ... denn die ÄNGSTE etc. sind ja nicht verschwunden - sie sind immer noch da. (manchmal noch verstärkter als vorher)

Ein Beispiel dazu ...  Ist schon Jahre her.

Ein Freund von uns  (Anwalt), mit dem wir (damals in der "alten Heimat") fast jedes WE unterwegs waren, hat sich JEDESMAL dieser "Druckbetankung" hingegeben....wohl auch, um innerlich "FREI" zu werden.

Wenn er dann so ca. 3 Pils und 2 Kirschwasser hinter sich (gebracht) hatte -im wahrsten Sinn des Wortes-
dann wurde er "lockerer" und konnte aus sich rausgehen und reden.

DAS lief jahrelang genau so -immer nach dem gleichen Schema- ab.

Er konnte seine Lebens/Existenz-Angst nicht wegsaufen .... sie war nach der Betäubung durch den Alkohol immer wieder präsent ... und offensichtlich immer ein bissel stärker.

Vor ein paar Jahren bekamen wir die Nachricht, er habe sich vor einen Zug geworfen, um seinem Leben ein Ende zu setzen. Er hatte wohl diese ÄNGSTE nicht mehr "aushalten können".

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WIE seht ihr Männer das ?
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Ilum
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Lübeck
Re: Nachdenkliches ... "Ängste" betreffend
Antwort #1 - 25.05.17 um 21:43:31
 
Ich denke das ist ganz unterschiedlich,
bei mir hatte diese Phase nichts mit Ängsten zu tun, war einfach nur lustig sich vollaufen zu lassen und die Sau rauszulassen.
Nur, zumindest später, war der ganze nächste Tag mit kotzen und dicker Birne voll im Arsch, da hab ich dann irgendwann aufgehört,
war dann auch irgendwann gut, aber irgendwie würde ich die Zeit auch nicht missen wollen.  Smiley
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kernspecht
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Beiträge: 2713
Re: Nachdenkliches ... "Ängste" betreffend
Antwort #2 - 27.05.17 um 01:39:32
 

Öhm.. Exzess oder Exit aus dem oft schnöden Alltag?

Das ist kein irgendwie "neues Phänomen" oder so, übrigens auch ganz gewiss nicht Geschlechtsbezogen, so wie Du es darstelltest, @henna, denn Frauen feiern sicherlich auch gerne und exzessiv! Warum auch nicht!?

Die Notwendigkeit des Rausches ist etwas ganz natürliches imho und begleitet die Menschen offenbar bereits seit tausenden von Jahren! (in Ägypten, bis der Islam dort fussfasste und jegliche Art von Freude als gotteslästerlich verboten und bestraft hatte). :/

http://stmina-magazin.de/wein-kult-und-heilmittel-im-alten-aegypten-teil-iii/
An einer Wand vom Noblen Grab Rechmires finden wir einen solchen Liedtext:„ Sein Herz erfreuen, Schönes sehen. Vorträge, Tänze und Gesänge, Myrrhen auflegen, sich mit Öl salben, eine Lotusblüte an der Nase, Brot Bier, Wein, Süßigkeiten und alles vor sich, für die Seele des Fürsten, Stadtvorsteher und Wesir, Rechmire“.1 Und so feierte die Festgesellschaft die ganze Nacht ein rauschendes Fest zum Gedenken ihrer Toten und Wein floss in Strömen. Vergleichbar mit dem „ Schönen Fest des Wüstentals“ wurde das „Fest der Trunkenheit „ gefeiert, zu Ehren der „Herrin von Dendera“2, nämlich Hathor. Sie ist die Göttin der Liebe, des Tanzes und der Musik. Bei diesem „ Fest der Trunkenheit“, trugtrug der König tanzend den Wein-Krug zur Göttin.3 Ähnlich dem „ Fest der Trunkenheit „ in Dendera, feierte man in der Stadt Bubastis (Ost Delta) ausgelassene Feste mit Tanz, Musik und Wein. Die Ortsgöttin der Stadt Bubastis ist seit dem Alten Reich (2600 v. Chr.) die Göttin Bastet . Die Katze ist ihr heiliges Tier und deshalb wird sie mit einem Katzenkopf dargestellt. Bastet ist durch synkretistische Verschmelzung mit der Löwengöttin Sachmet verbunden. Ein gewisser heiterer und lieblicher Zug assoziiert die Göttin Bastet mit der Göttin „ Hathor von Dendera „, was auch eine späte Inschrift aus dem „ Philae-Isistempel“ besagt: „ zornig ist sie Sachmet, fröhlich ist sie Bastet“.4 Von dem rasenden Fest der Göttin Bastet berichtet auch der Geschichtsschreiber Herodot (5. Jh. v. Chr.) in seinem 2. Buch, Kap. 60: „ … eine Menge Menschen, Männer und Frauen, darunter spielen einige mit den Kastagnetten , aber andere Männer pfeifen unermüdlich auf der Flöte. Dabei singen mehrere Menschen und klatschen mit den Händen. Die Menschen-Menge feiert das Fest und bringt viele Opfer, wobei eine Menge Wein getrunken wird, mehr als im ganzen Jahr“. Nach Herodots Schätzung belief sich die Teilnehmerzahl bei diesem „Freudenfest“ auf 700.000 Menschen. - See more at: http://stmina-magazin.de/wein-kult-und-heilmittel-im-alten-aegypten-teil-iii/#st...

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Jährlich wurde das von Rausch, Musik und Ausschweifungen geprägte Fest der Trunkenheit für Bastet gefeiert („Bubasteia“), welches außer für Bubastis auch in anderen Orten des Landes bezeugt ist. Eine kurze Schilderung des orgiastischen Treibens während dieses Festes findet sich bei Herodot (II 60). Seine Charakterisierung des Geschehens wird durch ägyptische Quellen untermauert, wie etwa durch eine fröhlich-derbe demotische Versdichtung des 2. Jh.s n. Chr., deren streckenweise pornographischer Inhalt offenbar im Zusammenhang mit einem Fest zu Ehren der Bastet und der Trunkenheit steht.

Späte Dedikationen an Bastet von Personen mit rein griechischen Namen scheinen darauf hinzudeuten, dass die Göttin nicht nur von Ägyptern, sondern auch von den in Ägypten lebenden Griechen verehrt wurde. Die entsprechenden griechischen Weihinschriften lassen die Hinwendung besonders der Frauen zur Göttin erkennen. Von den Griechen wurde sie mit Artemis gleichgesetzt, ferner mit Aphrodite.
https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzei...


cheers
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Re: Nachdenkliches ... "Ängste" betreffend
Antwort #3 - 27.05.17 um 02:39:40
 

Zur Überschrift dieses Fadens vllt noch folgendes:

Ängste gehören zum Menschen, sind evolutionär gesehen sogar eigentlich nützlich und eine starke Antriebsfeder um Dinge zu verändern, respektive vorwärts zu kommen.

Schädlich werden Ängste aber dann, wenn man sich von seinen Ängsten überwältigen lässt und als Folge sein eigenes Leben nicht mehr auf die Kette bekommt und dann meint, diese Ängste dauerhaft mit irgendwelchen "Drogen" sei es Alkohol oder mit dem, was unsere tolle Pharmaindustrie so alles an Pillen auf Rezept bereit stellt lösen/bewältigen zu können...

Das funktioniert dann nicht. Angst ist ein elementarer Bestandteil unseres menschlichen Daseins, man sollte diese anerkennen und wahrnehmen, dann kann Angst durchaus auch ein guter/nützlicher Motivator sein und in Notsituationen einem bestimmten Extraboost an Energie liefern, beispielsweise um aus ner brenzligen Situation heraus zu kommen usw.

Das mit deinem Freund ist sehr schade und ne traurige Geschichte, aber kein Einzelfall! Es gibt jeden Tag überall auf der Welt Menschen, die mit ihrer Gesamtsituation nicht klarkommen, aus unterschiedlichsten Gründen.

Wir kennen seine Lebensumstände nicht im Einzelnen, vmtlich auch du als seine Freundin nicht unbedingt bis ins Detail, vlt hatte er mal ein traumatische Erlebnis mit dem er bis zum Schluss nicht klarkam bzw es für sich nicht aufarbeiten konnte und mit "Drogen" in diesem Fall dann mit Alkohol immer weiter vor sich hergeschoben hat... Dass er sich für Suizid entschieden hat, dürfte sicherlich Ursachen gehabt haben, es aber auf ne besoffene Spontanaktion zu reduzieren, wäre glaub ick etwas zu einfach gedacht und es ist auch nicht die Schuld des Alkohols, sondern eher die des Nutzers.








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henna
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Re: Nachdenkliches ... "Ängste" betreffend
Antwort #4 - 27.05.17 um 06:00:21
 
kernspecht schrieb am 27.05.17 um 01:39:32:
übrigens auch ganz gewiss nicht Geschlechtsbezogen, so wie Du es darstelltest, @henna, denn Frauen feiern sicherlich auch gerne und exzessiv!


DA hast du natürlich recht, dass auch Frauen gerne feiern und "einen dabei heben" ... Zwinkernd

Mir ist klar, dass die Geschichte unsres Freundes kein "Einzelfall" war/ist ... bei IHM "staute sich das "NICHT-Verarbeitete-Seelische" über einen jahrelangen Zeitraum an .

Es gab/gibt nen guten Film: Angst fressen Seele auf ...

Und ich "vermute", dass dies bei unsrem Freund der Fall war.
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