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Das Ende des Heilpraktikerberufs wie wir ihn kennen ??? (Gelesen: 204 mal)
Ilum
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Beiträge: 2215
Lübeck
Das Ende des Heilpraktikerberufs wie wir ihn kennen ???
16.09.17 um 11:42:44
 
"Der „Münsteraner Kreis“ fordert in einem aktuellen Memorandum (Münsteraner Memorandum) die Abschaffung des
Berufs „Heilpraktiker“ bzw. eine so weitgehende Modifikation des Berufsrechts..."

http://www.heilpraktikerrecht.com/2017/08/21/das-ende-des-heilpraktikerberufs-wi...

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Hagall
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Beiträge: 949
Re: Das Ende des Heilpraktikerberufs wie wir ihn kennen ???
Antwort #1 - 16.09.17 um 12:55:38
 
Also ich seh das nicht so negativ. Was sind die Folgen?

1. die Krankenkasse dann wird zahlen müssen
2. nicht jeder Affe kann sich Heilpraktiker nennen es steht aber jedem frei eine - wenn auch tlw. sinnfreie Ausbildung zu machen und danach auf Kassenkosten kreativ werden zu können

Ich würde wenn ich so jemand wäre die Regimeausbildung machen und dann die Leute so behandeln wie sie es wollen der Kasse aber Regimemüll verrechnen. Das eröffnet erstmalig die Möglichkeit, daß das Regime all das Zeug zahlen wird müssen.

Ein Heilpraktiker muß halt eine ähnliche Methodik entwickeln wie die Reichen schon seit hundert Jahren alles vorm Staat verstecken und kreativ wirtschaften müssen.
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Erutan
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RESISTO

Beiträge: 2334
Re: Das Ende des Heilpraktikerberufs wie wir ihn kennen ???
Antwort #2 - 16.09.17 um 13:52:26
 
Ja, das versucht die Schulmedizin seit Jahrzenten schon. Ich habe En de der 80er, Anfang der 90er Jahre Heilpraktiker gelernt und war aus Kostengründen auch in der Heilpraktikerschule tätig. Die hatte einen steten Kampf zu führen um die Fortsetzung der Ausbildungsmöglichkeiten.

Was kaum jemand weiß: Es gab früher auch mal sowas wie einen Zahnheilpraktiker, genannt Dentisten. Mit denen machte man einen Deal: Alle bestehenden Dentisten setzte man gleich mit Zahnärzten; dafür wurden keine neuen mehr ausgebildet.

Obwohl ich rein gar nichts von der Schulmedizin halte und noch nie hielt und eigentlich genau deshalb Heilpraktiker werden wollte weil ich dachte, es braucht dringend eine Alternative, habe ich schon während der Ausbildung gemerkt, dass es keine wirkliche Alternative ist. Einer der Gründe ist die fehlende Forschung und Weiterentwicklung. Man ist in uralten und manchmal auch nicht ganz so alte Diagnose- und Therapieverfahren verhaftet von denen die meisten einfach nur reinen Humbug sind. Eine eigene Forschung und Entwicklung findet nicht einmal ansatzweise statt.
Zweitens herrscht unter mindestens 80% aller Heilpraktiker eine unglaubliche Kritiklosigkeit ubd Blauäugigkeit. Hauptsache es ist nicht Schulmedizin....alles andere ist gut und hilfreich! Nein, ist es eben nicht!
Das mag daran liegen wie sich die Heilpraktiker zusammensetzen und das wiederum hat rechtliche Gründe. Der Heilpraktiker ist nämlich der einzige, der eigenverantworlich und nach einener Diagnosetellung therapieren und das dann auch noch abrechnen darf. Kein Masseur oider Krankengymnast darf das. Und natürlich auch kein Wunderheiler. Deshalb gibt es unter den Heilpraktikern genau diese Leute. Masseur und Krankengymnast ist okay aber es tummeln sich tonnenweise dubiose Wunderheiler.

Und das muss tatsächlich aufhören. Das Heilpraktikergesetzt ist im dritten Reich entstanden und zwar um der Schulmedizin eine echte Alterbative entgegen zu setzen. Dieses Vorhaben ist gescheitert.

Leider!

Das Heilpraktikergesetz ist einer der riesengroßen Ausnahmen in unseren Gesetzen. Es stammt aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Man muss sich nur einmal voirstellen was das alles erlaubt. Eigentlich geht es schneller wenn man erklärt was ein Heilpraktiker nicht darf: Er darf keine verschreibungspflichtige Medikamente verwenden, nicht im Dentalbereich arbeiten (darf ein Arzt übrigens auch nicht) und nicht im Urogenitaltrakt rumpfuschen. Fertig. Alles andere, wirklich alles andere darf ein Heilpraktiker (theoretisch).
Ach ja....und im Gegensatz zum Arzt hat ber Praxiszwang. Nach dem Gesetz heißt das: Keine Ausübung im Umherziehen. Sprich: Keine Hausbesuche.

Das Grundproblem war, dass man das Heilpraktikergesetz zwar nicht abgeschafft hat aber dem Heilpraktiker auch keine Beachtung geschenkt hat. Heilpraktiker bekamen beispielsweise niemals Forschungsgelder oder ein Institut wo sie sich hätten ausleben können. Das blieb immer der Schulmedizin vorbehalten.

So war das allerdings mal vorgesehen. Hitler höchstselbst hatte damals eine Volksheilkunde als Ersatz zur Schulmedizin gewollt. Die meisten Ätzte waren und sind Juden. Das war wohl der Hauptgrund. Diese Volksheilkunde sollte aber keienswegs nur Teechen aufbrühen, Schröpfköpfe setzen und Handauflegen (was damals eh nicht so hip war wie heute). Vielmehr war die Volksheilkunde als funktionierendes Pendant zur Schulmedizin gedacht....nur eben mit anderen Wurzeln und anderen Lehrmethoden. Deshalb hat man den Heilpraktiker mit den gleichen Rechten ausgestattet wie einen Arzt, etwas, das man später dann mehrfach einschränkte. Was diesbezüglich auf Wikipedia verbreitet wird, stimmt übrigens definitiv nicht. Das ist ein typisches Wahrheitsverdrehen von Wikipedia. Ich habe damals das Heiplpraktikergesetz und seine Entstehung untersabbeln können ohne einmal Luft zu holen.

Als ich mit der Heilpraktikerausbildung begann, dachte ich, es sei eine echte Alternative zur allgemein praktischen Schulmedizin. Tatsächlich lernt man in den ersten Semestern alles was man während eines Medizinstudiums auch lernt...einfach um die amtsätzliche Überprüfung (die Heilpraktikerprüfung) zu überstehen. Es geht bei Cytologie los und endet beim Recht (was darf ich und was nicht). Die Ausbildung hat bei mir 8 Semester gebraucht aber sie ist tatsächlich nicht Vorschrift. Man benötigt sie um die Prüfung zu bestehen.

Neben der Theorie gab es haufenweise Praxis und sogenannte Fachfortbildungen. Und da hörte der Spaß dann auf. Spätestens als der Dozent bei einer Fachfortbildung in Fußreflexzonenmassage für die ich ein ganzes Wochenende geopfert habe, nach jeder Behandlung die Arme ausschüttelte um die "bösen Energien" loszuwerden, habe ich beschlossen, mich auf Homöopathie, Neuraltheapie und Chiropraktik zu konzentrieren. Dann habe ich erfahren, dass man Homöopathie praktisch sein ganzes Leben widmen muss um auch nur halbwegs genug Routine zu bekommen...

Kurzum: Das ganze System kann nicht funktionieren. Die Wissenschaft ist ja im Kern nicht falsch. Forschung und Beweisführung sind das A und O. Sie ist nur zu dogmatisch und forscht am liebsten so, dass es zu vorgefertigten Ergebnissen passt. Und sie ist zu unredlich und unterstellt sich Politik und Wirtschaft.

Aber stattdessen nur Humbug auszuüben ist auch keine Lösung.
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« Zuletzt geändert: 16.09.17 um 18:02:18 von Erutan »  
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Seda33
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Beiträge: 733
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Re: Das Ende des Heilpraktikerberufs wie wir ihn kennen ???
Antwort #3 - 24.09.17 um 12:47:52
 
Erutan schrieb am 16.09.17 um 13:52:26:
Dann habe ich erfahren, dass man Homöopathie praktisch sein ganzes Leben widmen muss um auch nur halbwegs genug Routine zu bekommen...


Vollste Zustimmung! Ich habe damals eine Heilpraktikerausbildung begonnen, weil ich mich für Homöopathie interessierte. Wie du schon schriebst, bestand der Hauptteil der Ausbildung wie in der klassischen Schulmedizin in der Anatomie, dem Auswendiglernen der lateinischen Begriffe, der Rechtskunde usw. usw. Ich habe jede Menge Geld in Literatur investiert, um dann enttäuscht zu erfahren, dass die jeweiligen Therapieformen nur am Rande und dann ziemlich oberflächlich vermittelt wurden. Das, was ich über Homöopathie zu erfahren hoffte, fand ich in dieser Ausbildung nicht. Weil ich mich nicht selbständig machen wollte, brach ich die Ausbildung ab und deckte mich stattdessen umfassend mit Fachliteratur über Homöopathie ein. War zwar auch mit hohen Kosten verbunden, aber das hatte sich wenigstens gelohnt. Aber so einfach war das natürlich nicht. Nur mal so ein Buch darüber lesen, reicht noch nicht mal ansatzweise. Man muss sich tatsächlich sehr dafür interessieren, viel Zeit investieren und ständig am Ball bleiben. Statt Krimis las ich jeden Abend in der Arzneimittellehre, um die einzelnen Wirkstoffe kennenzulernen.

Aus diesem Grund gibt es auch sehr wenig gute Homöopathen. Die meisten Ärzte/Heilpraktiker absolvieren einen oder mehrere Wochenendkurse und kleben sich anschließend diesen Zusatz aufs Schild, denn der ist nicht einheitlich zertifiziert. So ist es auch mit anderen Therapieformen, wie z. B. Akupunktur usw. Welcher Mediziner hat neben seiner Praxis noch die Zeit, sich intensiv mit alternativen Therapien zu beschäftigen, vor allen Dingen dann, wenn danach nicht wirklich seriös und unabhängig geforscht wird und keinerlei qualifizierte Ergebnisse vorliegen?

Das ist ja das Hauptproblem. Hat schon jemals eine Studie stattgefunden, wie hoch die Überlebensquote und Lebensqualität bei Krebs mit und ohne Chemo ist? Zwar wird sofort scharf geschossen, wenn ein Krebspatient während einer Naturheilbehandlung stirbt, aber wer redet von den Hunderttausenden, die jährlich trotz Chemo qualvoll sterben. Ich kanne z. B. einige, die sich nicht mit Chemo behandeln ließen und bis zum Ende relativ normal und ohne große Qualen lebten. Ob sie deswegen früher starben, kann ich nicht sagen, aber sie hatten vielleicht noch eine höhere Lebensqualität. Aber wir können es ja nicht beweisen, da es keinerlei seriöse und unabhängige Studien darüber gibt .
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Erutan
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RESISTO

Beiträge: 2334
Re: Das Ende des Heilpraktikerberufs wie wir ihn kennen ???
Antwort #4 - 25.09.17 um 15:16:19
 
Ja, und das liegt meiner Ansicht nach daran, dass es auch in der Homöopathie keinerlei Forschung gibt. Alles basiert noch im Kern darauf was Hahnemann im 18. Jahrhundert definiert hat, also den Ähnlichkeitsgrundsatz. Dabei hätte es meiner Meinung nach durchaus Wert, einmal wissenschaftlich zu erforschen was dahinter steckt. Dann würde man sich vielleicht auch einmal von (meiner Meinung nach) völlig unnötigen Traditionen, wie etwa dem Verschütteln, lösen und könnte eine bessere Form der Potenzierung eines Arzneimittels finden. Vielleicht würde man auch auf die Hintergründe stoßen und könnte gezielter Therapieren. Denn momentan ist es mehr ein Rätselraten seitens der Homöopathen, d.h. man versucht das Angebot der Arzneimittel anhand allerlei Symptomatik und Nebensymptomatik unter Einbeziehung des homöopathischen Konstitutionstyps auf ein Mittel und eine Potenz einzugrenzen. Schon weil man niemals wirklich alle Symptome genannt bekommt und die meisten Symptome auch schlicht subjektiv sind, ist das schwierig.
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