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von: Gerry Forster [ Homepage ]
Übersetzt von: Alexander DePaiva [ eMail | Homepage ]
 


Ist unsere Erde wirklich hohl?
Teil 4


Die zweite innere Erde
     Wie ich anfangs bemerkte, gibt es drei mögliche "Innenwelten", wenn wir von einer hohlen bzw. inneren Erde sprechen. Wir haben bereits einen flüchtigen Blick auf das klassische Primärbeispiel geworfen, über das während der letzten zwei Jahrhunderte so viel geschrieben und fantasiert wurde. Es bleiben jedoch noch zwei andere Möglichkeiten, die wir in Betracht ziehen müssen.

     Die zweite Innenwelt ist das schaurige, düstere, rötlich glühende Höllenreich der Teufel und Dämonen oder anderer schrecklicher Kreaturen, welche die Dunkelheit lieben. Es ist der Schlupfwinkel der Kobolde und Gespenster aus unseren Kindheitsalpträumen und der gräßlichen Geister, Trolle, Zwerge und Drachen, die in unserer späteren Kindheit spukten. Es ist der gefürchtete Styx-hafte Wohnort jener schrecklichen Untiere und Monster, die die Annalen der alten klassischen Legenden füllen - die Vampire, Zombies und untoten Leichen aus gotischen Schreckensgeschichten.
     (Wo wir gerade beim Thema Vampire sind: Es ist interessant zu wissen, daß sie das Sonnenlicht meiden, von bleicher weißer Hautfarbe sein und von menschlichem wie tierischem Blut leben sollen. Diese gleichen Merkmale scheinen sie mit den sogenannten außerirdischen "Grauen" gemein zu haben, die auch nur nachts umherziehen, für ihre Entführungen und die "Experimente" an Menschen und großen Tieren bekannt sind - von denen sie Organe und Körpersäfte entnehmen - und die laut Autopsieberichten ein nur äußerst rudimentäres Verdauungssystem besitzen - was ideal zu einer Ernährung mit solch unmittelbarem Nährwert wie frischem Blut passen würde. Könnte es da eine Verwandtschaft geben?)

     Laut einigen der unzähligen Geschichten über diese schaurige Unterwelt ist dort nicht alles völlig düster und höllisch. Es ist auch der Zufluchtsort für Feen und Elfen über Tag; die verzauberte Domäne von Magiern und Hexen und ihrer unterjochten Prinzessinnen und verwandelten Froschkönige. Es ist auch der altehrwürdige, schattenhafte Ruheort, wo Britanniens einstiger und künftiger König Artus und seine tapferen, tugendhaften Ritter zusammen mit ihren Pferden schlummern und auf Merlins großen Trompetenruf warten, um in die letzte Schlacht zu gehen, den Kampf am Ende der Welt.

Die eindrucksvolle Unterwelt
     Die gespenstische unterirdische Welt unter unseren Füßen, von der wir erstmals in unserer Kindheit erfuhren - ein seltsamer und schreckengebietender Ort aus labyrinthhaften Tunnels, Höhlen und Abgründen, das angebliche Reich von Kobolden, Zwergen und Trollen, von Dämonen, Teufeln und anderen fürchterlichen Geschöpfen der Dunkelheit, lange Zeit von den meisten Menschen sehr gefürchtet.

     Doch ungeachtet unserer inneren Furcht vor tiefen, dunklen unterirdischen Orten übten sie schon immer eine seltsame Faszination auf die Menschen aus und waren stets eine üppige Quelle für alle möglichen Geschichten. Vielleicht tragen wir alle eine Art atavistisches Rassengedächtnis in uns, das uns sagt, solche Orte seien unseren ersten Vorfahren auf der Oberfläche der einzig wirkliche Schutz vor einer brutalen, grausamen Welt gigantischer Fleischfresser, vulkanischer und tektonischer Umwälzungen und entsetzlicher Stürme gewesen, trotz der Gegenwart furchterregender Höhlenbären und Berglöwen (ja, und sogar Drachen!), mit denen sie diese gefährlichen Untergrundbehausungen teilten.

     Heute gehen mutige junge Abenteurer solche riesenhaften Spalten und Tunnels unter großen Risiken hinab, rein im Namen der Höhlenforschung, sowohl als Wissenschaft als auch als Zeitvertreib, seitdem es während der letzten 50 Jahre zu großer Beliebtheit unter jungen Männern und Frauen gelangte.

     Amateur-Höhlenforscher, wie man sie nennt, waren einst nur sehr dünn gesät, und viele blieben leider verschollen, da es vor fünfzig oder sechzig Jahren noch keine richtige Höhlenforscher-Ausstattung gab oder im besten Fall sehr zu wünschen übrig ließ. Doch seitdem es passende, leichtgewichtige Sicherheitshelme gibt, leicht tragbare und kraftvolle elektrische Leuchten und Lampen, Körperschutz und praktisch unreißbare Nylonseile, schwang sich dieser Sport sogleich zu großer Beliebtheit auf, und viele vormals unerreichbare Höhlen und Tunnelsysteme gaben ihre langgehüteten Geheimnisse nun jenen mutigen "Höhlenmenschen" preis. Sie haben viele tausend ausgezeichnete Farbfotografien der oft unglaublich lieblichen und eindrucksvollen Kammern und Gewölbe mitgebracht, auf die sie unterirdisch gestoßen sind: Oft sind die hohen Decken mit erstaunlichen hängenden Stalaktiten bedeckt, und unten erheben sich gleichermaßen erstaunliche Stalagmiten, um mit ihnen zusammenzutreffen.

Die versteckten Skulpturengalerien der Natur
     Einige dieser Stücke natürlicher Kunst sind recht spektakulär, ebenso wie einige der wunderbar feinen Maßwerke verschiedenfarbigen Kalksteins, die die Höhlen zieren. Man muß wahrhaft staunen über die Handarbeit, die so verwickelt und wundersam geformt und gewebt wurde, ausschließlich von dem unablässigen Herabtropfen winziger Tropfen Kalkwasser, die viele Jahrtausende lang durch den porösen Kalkstein hindurchgequollen waren. Als Junge war ich ein großer Fan von Norbert Casteret, einem schon lange verstorbenen französischen Höhlenforscher, der eine Reihe von ausgezeichneten Büchern über seine erstaunlichen Abenteuer und Entdeckungen in den tiefen Höhlen und Abgründen in den Pyrenäen und anderen Bergregionen Frankreichs geschrieben hatte. Ich sammelte einige seiner faszinierenden Bücher, voll mit alten Blitzfotografien, und ich wuchs mit dem Bewußtsein dieser schrecklich gefährlichen, aber gleichzeitig wundervoll ausgeschmückten Welt unter unseren Füßen auf. Casterets poetische Beschreibungen seiner Funde nährten meine Vorstellung mit wunderbaren Visionen der unglaublichen, zerbrechlichen natürlichen Schönheit, die er als erster zu entdecken das Privileg hatte.

     Ist dies (was ich jedenfalls aufrichtig glaube) Gottes wunderbares Werk, so fragt man sich, warum Er es so lange ungesehen wachsen und erblühen ließ. Dann erkennt man, daß der Mensch im großen und ganzen eine schrecklich zerstörerische Kreatur ist, der nichts mehr liebt, als seine natürliche Umgebung niederzureißen und zu zerstören, statt sie gewähren zu lassen, um in ihrer ursprünglichen natürlichen Schönheit zu gedeihen. Wäre dies nicht so, bräuchten wir keine Nationalparks, nationalen Stiftungen oder Umweltschutzbestimmungen, um unsere Umwelt vor Vandalentum oder kommerzieller Zerstörung zu bewahren.

     Dies ist jedoch nicht das richtige Forum, um solche Umweltschutzgedanken anzubringen, gleich wie sehr sie von Herzen kommen mögen, und obgleich meine Leser meine Ansichten vielleicht voll unterstützen mögen, muß ich geschwind mit meinem Hauptthema fortfahren.

Die Hohlheit der Erdkruste
     Eines der großen Ergebnisse all dieses speläologischen (Höhlenforschung) Interesses an der labyrinthhaften Unterwelt war die erstaunliche Enthüllung, wieviel des scheinbar soliden Bodens unter uns buchstäblich durchzogen ist mit Höhlen, Tunnels und gewaltigen Schächten und Grotten - wie ein riesiger Schweizer Käse.

     Kein Wunder, daß unsere fernen Vorväter glaubten, es sei eine wahrlich düstere Welt von Tod und Dunkelheit, voll von allen möglichen lauernden, schrecklichen Kreaturen. Eigentlich müßte man erwarten, daß diese uralte Vorstellung in der heutigen erleuchteten Welt nicht mehr tragbar ist, da es anscheinend kaum noch einen Winkel gibt, der nicht von den Menschen erkundet und von unserem elektrischen Licht beleuchtet worden ist. Dies ist jedoch offensichtlich überhaupt nicht der Fall.

     Glauben wir der Fülle beunruhigender Berichte, die heutzutage das Internet überfluten - vor allem aus amerikanischen Quellen -, so sind die alten schrecklichen Reptilmenschen-Bewohner jenes Reiches der Dunkelheit zurückgekehrt, um den modernen Menschen in seinen unterirdischen Bergbauaktivitäten, seinen unterirdischen geologischen Forschungen und seinen Konstruktionen tiefer Untergrund-Militäreinrichtungen und strahlungssicheren Zufluchtsstätten für die politische, finanzielle und militärische Elite zu bedrohen. Ständig lesen wir von Begegnungen mit diesen dämonischen Bewohnern des Untergrundes und ihrer Aktivitäten gegen jene, die es wagen, ungebeten in ihre Untergrundgebiete einzudringen - von ihrer angeblichen Vorliebe für menschliches Fleisch und Blut ganz zu schweigen.

     Durch diese angeblichen Begegnungen ist ein komplett neuer Mythos entstanden, besonders in den USA (obgleich nicht ausschließlich dort), der besagt, diese widerlichen Geschöpfe - und ihre "grauen" Helfer, die menschlicher Gestalt sind - seien in Wirklichkeit Außerirdische, die geheime bienenstockartige Hauptquartiere im Untergrund eingerichtet hätten und sich auf eine massive weltweite Übernahme der Oberfläche dieses Planeten vorbereiten würden.

"Non Alienus, Sed Terrestris!"
     Meine persönliche Ansicht ist: Während das meiste davon wahrscheinlich reiner Hype und Sensationsmache ist - nicht ohne ein liberales Maß von Hysterie bei jenen, die sich bedroht glauben -, muß eine solche Vorstellung gewisse Grundlagen haben, genau wie jede Mythologie dieser Welt ein gewisses Maß an tatsächlichen Ereignissen und Begebenheiten in grauer Vergangenheit besitzt. Wenn ich mir jedoch die extrem lange Geschichte der Begegnungen mit solch unterirdischen Bewohnern in den Mythen und Legenden der meisten Länder dieser Welt betrachte, so neige ich schwer dazu, die Vorstellung abzulehnen, sie seien Außerirdische von einem anderen Sonnensystem. Existieren solche humanoiden Unterweltrassen wirklich, so sind sie ebenso Erdenbürger wie wir selbst - und vielleicht noch älter. Scheint es in einem solchen Fall nicht weitaus wahrscheinlicher, daß sie die Oberflächenbewohner jahrtausendelang gemieden haben und erst in letzter Zeit wieder aus ihren Verstecken kommen, um der Bedrohung durch den gewaltsamen technologischen Einfall der modernen Menschen in ihr Territorium zu begegnen? Kommen wir jetzt aber zur dritten alternativen Innenwelt.

Das dritte Innenerde-Konzept
     Das dritte und letzte Innenwelt-Szenario ist jedoch vergleichsweise wirklich alt, wurde als Konzept aber kürzlich neu aufgegriffen. In ihm werden alle unsere gegenwärtigen Auffassungen von der Erde und dem Universum buchstäblich von außen nach innen gekehrt. Dennoch handelt es sich noch immer um eine wirkliche Innenerde, die, wenn wir nie etwas von ihr erfahren würden, niemals auch nur im geringsten Grad unser normales Alltagsleben oder unsere globale Wahrnehmung beeinflussen würde.

     Dieses Konzept ist das bei weitem kontroverseste der drei, da es besagt, wir würden bereits (genau in diesem Augenblick!) auf der inneren Oberfläche einer hohlen Sphäre leben. Dieses besonders "abgefahrene" Konzept ist als das celestozentrische Modell bekannt und ist Teil einer universellen "Zellenkosmologie", in der Himmel und Erde als Teil eines einzigen gigantischen zellenartigen Organismus angesehen werden. Einer der Hauptverkünder dieser scheinbar absonderlichen Idee war ein Amerikaner namens Cyrus Teed, und er entwickelte das Konzept hauptsächlich zur Zufriedenstellung seiner persönlichen religiösen Überzeugungen, und seltsamerweise passen sie wunderbar in Gottes Rahmengebung der schöpferischen Ordnung, wie sie im ersten Kapitel des biblischen Buches Genesis beschrieben steht.

     Von Natur aus würde man erwarten, daß Teed alle Ereignisse der sechs Schöpfungstage in seine Theorie einfließen lassen würde, doch was besonders an dem von ihm beschrieben Konzept erstaunt, ist, daß unsere modernen Physiker und anderen Wissenschaftler selbst mit ihrem enormen modernen Wissen Teeds Theorie nicht widerlegen können, gleich wie sehr sie es versuchen mögen. Sie wurde als verrückt machende, nicht zu widerlegende Theorie beschrieben, und das ist keine leere Feststellung von wissenschaftlicher Seite.

     Ich brauche wohl nicht zu sagen, daß Teeds Kosmologie-Konzept genau jenen gut gefiel, die religiös-fundamentalistische Ansichten vertraten. Der Status der Erde wurde wiederhergestellt: Nachdem sie von Kosmologen zu einem winzigen Staubkorn in der Weite des Universums reduziert wurde, kam Teed und hob sie wieder zu einer Position großer kosmischer Wichtigkeit empor. So wie in Genesis 1. Aus Teeds Sicht ist das, was wir als die große äußere Unendlichkeit des Raums und all die verstreuten Nebel, Galaxien und Sternsysteme sehen, in Wirklichkeit in einer amorphen, dunklen, sphärischen Masse im Zentrum unseres invertierten Weltenglobus enthalten ist, dessen Fokuspunkt natürlich die Unendlichkeit ist. Sonne und Mond ziehen ihre Kreise innerhalb der Erdensphäre, irgendwo zwischen dieser "himmlischen Region" und der konkaven Innenoberfläche unserer hohlen Welt.

     Selbst Albert Einstein hätte keine wissenschaftlichen Unzulänglichkeiten in diesem Konzept finden können, da er selbst bewiesen hatte, daß aller Raum gekrümmt ist, ebenso wie alle Lichtstrahlen. Laut seiner Relativitätstheorie muß selbst ein Lichtstrahl letztlich wieder zu seinem Ausgangspunkt zurückkehren! Dieses Konzept bedeutet, daß das Universum ebenso kugelförmig und endlich ist wie unser hohler Globus. Einsteins berühmte Relativitätstheorie paßt in vollkommener Weise auf Teeds Idee; hätte er sich also jemals Cyrus Teeds umgekehrte Weltsicht vorgenommen, hätte er kaum eine Wahl gehabt als sie zu akzeptieren, da alle seiner eigenen hochgepriesenen kosmologischen Ideen darin auftauchen. Deshalb ist Teeds Theorie von der modernen Geometrie und den Regeln und Gesetzen der Physik fast unmöglich zu widerlegen.

     In Teeds Welt (oder "hohlem Kosmos") wird die Wissenschaft, wie sie heute gelehrt wird, völlig umgedreht: Nicht Gravitation, sondern einfach Zentrifugalkraft hält uns auf der inneren Oberfläche dieses hohlen Globus. Jeder Motorrad-Stuntman, der durch diesen spektakulären zylindrischen oder kugelförmigen Käfig namens Todeswand gefahren ist, wird die Ähnlichkeit dieser Kraft mit der Gravitation bezeugen. Wir erleben die Zentrifugalkraft auch in Freizeitparks, wo sich die Leute in schwingende und wirbelnde Geräte setzen und dort von dieser Kraft an die Innenoberfläche "geklebt" werden. Zweifellos haben viele meiner Leser dies in ihrer Kindheit oder Jugend selbst erlebt. Diese gleiche Zentrifugalkraft bewahrte die Flieger der Anfangszeit vor dem Herausfallen aus ihren offenen Cockpits, während sie in ihren alten Doppeldeckern Loopings drehten, unbehindert von Sitzgurten und mit den Köpfen zum Boden zeigend.

Die eigenartige Kosmogonie einer umgedrehten Welt
     Offensichtlich (und da ich kein anerkannter Wissenschaftler bin, muß ich hier die Worte anderer akzeptieren) werden hier alle Gesetze der Geometrie und Physik umgedreht, und laut Einsteins Relativität verlangsamt und schrumpft alles, während wir uns dem Zentrum des kosmischen Globus nähern - einschließlich unserer selbst und jedes Meßgeräts, das wir verwenden mögen. Aufgrund der kreisförmigen Beugung der Lichtstrahlen bekämen wir eine "Fischaugen"-Sicht des Teiles der Innenerde, der sich unmittelbar unter uns befindet, wenn wir zurückblicken. Wegen eines bekannten fotografischen Phänomens namens sphärischer Aberration würde dies genau so aussehen, wie ein NASA-Astronaut die Erde sieht, wenn er sie von seinem Space Shuttle aus anblickt.

     Es gibt also keinen wissenschaftlichen Weg, um zu beweisen, daß Teeds Welt nicht die unsrige ist. Vom Boden aus würden wir die innere Sonne am Himmel sehen, wie sie über unser Gebiet schwebt, und ihre Helligkeit würde uns von Natur aus nicht die zentrale, dunkle, kugelförmige kosmische Masse sehen lassen, durchsetzt mit Sternen, so wie uns das Leuchten unserer äußeren Sonne uns nicht die Schwärze des Kosmos und seine Sterne sehen läßt. Wenn die innere Sonne hinter dieser Masse verschwindet, wird das Licht schwächer, und die Sterne würden in der aufkommenden Dunkelheit sichtbar werden. Wegen des vorher schon angesprochenen Effektes der beidseitig wirkenden sphärischen Aberration würden wir die Sterne bis an die Grenzbereiche unseres visuellen Horizonts verstreut sehen - was zufällig auch eine optische Täuschung ist! Während des Tages könnten wir nicht die Antipoden-Region der Erde direkt über unseren Köpfen sehen, und zwar aus den folgenden Gründen:

     Erstens würde uns die Dichte der Luft - die aufgrund von Sauerstoff und Ozon von nebelblauer Trübheit ist - nicht gestatten, durch zwei dicke Atmosphärenschichten hindurchzusehen, nämlich einer über uns und einer über dem gegenüberliegenden Gebiet. Zweitens: Selbst wenn wir fähig wären, eine Entfernung von 9.500 bis 11.000 Kilometer zu überblicken (der angenommene Durchmesser der Innenerde), würde uns die Helligkeit des Lichtes der Innensonne nachhaltig daran hindern, da es von den atomaren Teilchen der Atmosphäre verstreut würde und somit entfernte Regionen verdeckt wären.

     Der gleiche Effekt würde umso mehr auch unsere horizontale Sichtweite begrenzen, da wir hier durch eine viel dichtere Atmosphärenschicht blicken, was einen dunstigen kreisförmigen "Horizont" um unseren Gesichtspunkt herum schafft. Sind Sie, lieber Leser, je an Bord eines Schiffes über ein weites Meer gereist, werden Sie sich wohl deutlich an dieses Phänomen erinnern. Es ist, als ob das Schiff alleine auf einem kreisförmigen Meer reise, das abrupt am Horizont zu enden scheint, wo die Dichte der Atmosphäre die Entfernung "vernebelt".

     Soviel zum Horizont selbst. Teed selbst erfand und baute einen sehr langen, horizontal bewegbaren Apparat namens Rektilineator, mit dem er beweisen konnte, daß ein gerader Strahl, der exakt parallel zur Oberfläche einer vollkommen stillen Wasserfläche wie z. B. einem weiten See verlief und visuell als gerade Linie projiziert wurde, nach bloß sechs Kilometern im Wasser verschwand.

     Dieses Experiment wurde mehrmals von verschiedenen Gruppierungen von Wissenschaftlern mit exakt dem gleichen Ergebnis wiederholt. Wie könnten wir dies durch irgendeine andere wissenschaftliche Methodik widerlegen? Ein führender kanadischer Mathematikprofessor, H.S.M. Coxeter, hat bereits gesagt, er könne sich keinen wissenschaftlichen Weg vorstellen, um zu beweisen, daß wir nicht innerhalb einer hohlen Weltsphäre leben. Um seine eigenen Worte zu gebrauchen: "Jede Beobachtung, die wir auf der Außenfläche der Erde anstellen können, hat ihr exaktes Duplikat im Inneren. Es gibt keinen Weg, um zu sagen, was die Wahrheit ist."

     Der bekannte ägyptische Wissenschaftsautor Mostafa A. Abdelkader schrieb kürzlich einen Artikel, in dem er die Behauptung, wir würden wirklich im Inneren einer hohlen Erde leben, einer ernsthaften Betrachtung unterzog. Darin sagte er, der einzige Weg, um die Gültigkeit der Theorie zu prüfen, sei, einen Tunnel quer durch die Erde zu bohren, von einer Seite zur anderen. Er schrieb: "Bevor ein solches Experiment ausgeführt wird, scheint es, daß die Anzeichen sehr die Theorie zu untermauern scheinen, daß eine hohle Erde unser eigentliches Universum ist."

Religiöse Aspekte
     Teed sagte, die Erdenschale unter unseren Füßen (als Bewohner dieser Innenerde) sei etwa 80 bis 240 Kilometer dick, und was außerhalb von ihr ist, sei nur dem Schöpfer bekannt. Doch angesichts der Tatsache, daß alle großen Religionen lehren, unter unseren Füßen läge eine Unterwelt von tiefer Dunkelheit, in der Gott nicht wohnt, scheint dies der Ort zu sein, auf den sich Jesus mit den Worten bezog: "Aber die Kinder des Reiches werden ausgestoßen in die Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Zähneklappern." (Matthäus 8,12) Jesus sprach auch vom Weltende, wenn die Engel kommen und die Bösen von den Guten trennen sollen: "Und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein." (Matthäus 13,50) (Hervorhebungen von mir. GF)

     Was sagt uns dies anderes, als daß auf der Außenseite unserer Erdenschale eine Region von Dunkelheit und Feuer liegt? Sofort entsteht im Geist das Bild eines weiten, Styx-haften Gebietes, in der die stockdunkle Düsternis nur durch das mattrote Glühen tobender Vulkane und Lavaseen durchbrochen wird. Was wir also daraus entnehmen können, ist, daß jenseits der Erdkruste entweder die Hölle oder der See aus Feuer liegen. Da jedoch Jesus eines Tages selbst die Hölle in den See aus Feuer werfen wird (zusammen mit ihren Bewohnern?), muß die Hölle ein separater Ort sein - möglicherweise im Inneren der Unterwelt?

     Auch die Vorstellung, die Erde sei eine "enthaltene" Welt, also in irgendeiner Weise umschlossen, wird oft in der Bibel angedeutet, wenn sie davon spricht, daß Dinge und Personen die Welt betreten bzw. in sie hineinkommen - so wie man in ein Zimmer oder Gebäude geht. Es gibt auch biblische Hinweise auf Christi Besuch des Erdinneren (in einem Geistkörper) während der drei Tage, als sein Körper nach der Kreuzigung im Grabmal lag. Könnte dies bedeuten, daß er vielleicht zu den Bewohnern der Innenwelt predigte - oder beschreibt das einfach eine "Rettungsmission" für diejenigen, die in der Hölle gefangen sind? Es gibt jedoch auch viele Verweise auf Menschen auf der Erde, was zumindest für mich ein Stehen außerhalb der Erdkruste anzudeuten scheint, aber vielleicht mag sich diese besondere Zeile interessanter Semantik als nicht so fruchtbar erweisen, als sie es sein mag.

Andere erwähnenswerte Punkte
     Wenn man all das oben Beschriebene betrachtet, sollte man vielleicht daran denken, daß Gelehrte und Akademiker von Natur aus konservativ sind und jeder Veränderung des "orthodoxen Wissens" vehement widerstehen werden, wenn neue Wahrheiten enthüllt werden. Leider liegt dies genau in ihrem akademischen Interesse, denn es besteht immer die Möglichkeit, daß eine ganze Lebenszeit des Studiums und akademischer Errungenschaften von einem Augenblick zum anderen unwichtig wird, wenn eine völlig neue und andersartige Grundlage für eine bestimmte Wissenschaft entdeckt wird als diejenige, auf der der jeweilige Wissenschaftler seine eigenen beachtlichen intellektuellen Konzepte aufgestellt hat.

     Leider regen Akademiker selten zu vorläufigen Theorien an. Sobald eine Theorie vorgebracht und von der Kollegenwelt gepriesen wird, wird mit jedem zur Verfügung stehenden Mittel versucht, die Theorie geschwind in wissenschaftliche Wahrheit zu verwandeln. Hitlers Propaganda-Gefolgsmann, der silberzüngige Dr. Joseph Goebbels, entwickelte diese Fähigkeit während der furchtbaren Nazi-Herrschaft des Totalitarismus und Terrors zu einer feinen Kunst. Unter seiner ausgeklügelten Verabreichung von Propaganda und Desinformation konnte Schwarz schlüssig als Weiß bewiesen werden, und zwar ohne jeden Schatten eines Zweifels. Unter seinem Befehl wurde die Verwandlung von Theorie in unleugbare Tatsache eine Wissenschaft für sich, nur mit ein paar glatten Worten und einigen lebhaften Bewegungen seiner Hand. Leider wohnt dieser Geist noch immer in den geheiligten Hallen der Gelehrsamkeit. Wir müssen also allem gegenüber, was die Wissenschaftler uns als bestätigte und bewiesene Fakten präsentieren, stets sehr wachsam und mißtrauisch sein. Denken wir daran, daß wir als einfache Laien nur deren Wort dafür haben - und sie neigen im großen und ganzen dazu, zu glauben, sie besäßen eine Art von wissenschaftlicher "päpstlicher Unfehlbarkeit".

Fragen nach Beweisen
     Pontius Pilatus fragte einst: Was ist Wahrheit? Wahrscheinlich hatte er recht, so zu fragen, denn die meisten von uns können Wahrheit nicht von Unsinn unterscheiden. Wir müssen uns auf "verläßliche Autoritäten" beziehen. (Der arme Pilatus hatte den Urheber aller Wahrheit vor sich stehen, als er seine rhetorische Frage stellte, doch leider war er völlig unwissend darüber!) Ein klassischer Fall von falsch investiertem Vertrauen in scheinbar "untadelige Autoritäten" ist der völlig blinde Glaube der westlichen Welt an alle Taten und Erklärungen der NASA. Die meisten von uns akzeptieren ohne Hinterfragen jedes Stückchen Information, mit dem sie uns über ihre Satelliten und Weltraummissionen füttern. Warum sollten sie je lügen wollen?

     Seit der Existenz des Internets gab es jedoch eine großangelegte Überprüfung und Revision ihrer Apollo-Mondmissionen durch die Öffentlichkeit. Viele der von der NASA veröffentlichten Fotos, die von den Apollo-Astronauten auf der Mondoberfläche aufgenommen worden sein sollen, werden nun von privaten Experten neu bewertet und in Frage gestellt.

     Warum? Einfach weil es scheint, daß viele dieser Mondfotos selbst von Amateurastronomen und Lehnstuhl-Physikstudenten als Fälschungen bewiesen werden können! Ohne hier auf Einzelheiten eingehen zu wollen (meine Leser können dies auf vielen Websites nachlesen, die dieser Suche nach wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit gewidmet sind): Die Fotos sollen voller seltsamer Anomalien sein wie falsche Schatten, Hintergrundbeleuchtung, das Fehlen von Sternen, eindeutig unmögliche Aktivitäten und Bilder auf einer Welt, wo wegen dem völligen Fehlen einer Mond-Atmosphäre alles gänzlich beleuchtet und schwarz beschattet sein müßte - das sollte jedes mögliche Vorkommen des sanft abgestuften, reflektierten Lichtes und Schattens auf den NASA-Fotografien verbieten.

Apollo - ein Schabernack, der ins Auge ging?
     Es scheint die Überzeugung einer wachsenden Zahl sehr intelligenter, professioneller Menschen zu sein - einschließlich geübter Fotografen und Astronomen -, daß viele dieser Bilder nur von auf der Erde stehenden Kameraleuten auf einem irdischen Filmset geschossen worden sein können, sei es in einem Studio oder an einem geeigneten trockenen und menschenleeren Ort, und zwar in einer dichten, erdähnlichen Atmosphäre. So viele offenbar simple, aber dennoch krasse visuelle "Fehler" scheinen der abschließenden Inspektion der fertigen Bilder entgangen zu sein, daß es lächerlich erscheint - wären da nicht die horrenden Summen amerikanischer Steuergelder, die in eine solch angebliche massive Betrugssache geflossen sind.

     Doch warum in aller Welt würde die US-Regierung solch enorme und unehrliche Schritte unternehmen wollen, um die Menschen weltweit glauben zu lassen, es seien Männer auf dem Mond gelandet? Die Antwort mag im vorhergehenden Satz zu finden sein: die Menschen weltweit. Besonders jene, die damals als erklärte Feinde der USA angesehen wurden, beispielsweise die ehemals kommunistischen Russen und die heutigen Chinesen.

     Wenn eine solche Scharade wirklich stattgefunden hat, so war dies im wesentlichen nur ein großes "PR-Säbelrasseln", eine Propaganda-Übung, dazu ausgelegt, diese Staaten mit guter alter amerikanischer Technikhexerei und "Know-how" zu beeindrucken und anzudeuten, daß die Vereinigten Staaten von Amerika keine Nation sind, mit der man sich in die Wolle kriegen sollte.

     Ich muß jedoch auch betonen, daß es genauso glaubwürdig ist, daß die NASA eine Studioversion der "Mondlandung" gemacht haben soll, einfach für den Fall, daß etwas auf der eigentlichen Mission radikal falsch lief - oder als "Rückendeckung", falls die Übertragungsqualität der Bilder vom Mond sich als so schlecht und unscharf erweisen würde, daß sie für das gespannt zuschauende Publikum auf der ganzen Welt praktisch undechiffrierbar wären.

Die Van-Allen-Gürtel
     Die Russen wußten jedoch bereits von den Gefahren der Van-Allen-Strahlungsgürtel und der Magnetosphäre (welche sie auch beide geflissentlich vermieden), die sich zwischen 80.000 und 320.000 Kilometer über der Erde befinden und alles Leben auf der Erdoberfläche vor der tödlichen solaren und kosmischen Strahlung schützen. Soweit bekannt, fangen ihre Magnetschichten fast alle schädlichen radioaktiven Teilchen ein, bevor sie sich der Erde nähern können. Folglich sind die beiden als Filter wirkenden Schichten vollgepackt mit eingefangenen hochgefährlichen Teilchen und sind somit eine extrem tödliche Region für jede Art von irdischer Lebensform, die die Strahlungsgürtel auf dem Weg zum Mond oder woandershin zu durchdringen sucht. Der Mond und das Weltall können jedoch erreicht werden, ohne durch diese radioaktiven Gürtel zu fliegen, da sie eine dicke, einem abgeplatteten Doughnut ähnliche Region um die Erde herum bilden, aber klare Öffnungen über den Polar- und Subpolargebieten lassen. Das All ist dem Menschen und anderen Lebensformen also nicht so unerreichbar, wie viele Desillusionierte glauben. Trotzdem ist es natürlich seltsam, daß kein amerikanischer Astronaut seit Dezember 1972 dem Mond einen erneuten Besuch abgestattet hat.

Satelliten in der Erdumlaufbahn
     Die zahlreichen Satelliten und Raumstationen in der Erdumlaufbahn kreisen im allgemeinen in etwa 300 bis 400 Kilometer Höhe, also besteht relativ wenig Risiko für die Besatzungen. Es ist aber unwahrscheinlich, daß es bislang irgendeinen Versuch gab, einen bemannten Satelliten innerhalb des ersten Van-Allen-Gürtels um die Erde kreisen zu lassen. Und hier ist auch der Grund für den ganzen "Apollo-Schabernack"-Aufschrei zu finden - der auf der Annahme beruhte, daß die Verantwortlichen das wahre Wissensausmaß unter der allgemeinen Laienbevölkerung um solche Weltraumangelegenheiten unterschätzt hatten. Diese angebliche Verschwörung wird als der wahre Grund betrachtet, warum es in den 30 Jahren, die seitdem vergangen sind, keine nachfolgenden Reisen zum Mond gab. Verschwörungstheoretiker glauben, daß es den NASA-Autoritäten plötzlich schmerzhaft bewußt wurde, daß ihre angebliche "unzulässige Filmerei" auf schlimme Weise kompromittiert wurde, und sie mußten sich bemühen, etwas zu finden, was die Aufmerksamkeit ablenken würde - etwas wie Skylab.

     Es gab also die Viking- und Voyager-Programme und andere gleicher Art einschließlich der MOLA-Marsmissionen, von denen keine einzige eine Besatzung erforderte. Ich persönlich finde jedoch, daß alle diese Missionen, bemannt und unbemannt, völlig glaubhaft sind, da sie sich sehr wohl im Möglichkeitsbereich der modernen Weltraumtechnologie befinden.

     Dennoch sind die Van-Allen-Gürtel noch immer ein großer Stolperstein für die bemannte Raumfahrt, da weder die Russen noch die Europäer versucht haben oder planen, ein bemanntes Raumfahrzeug zum Mond zu schicken. Warum man nicht die Nordpol-Öffnung benutzen könnte, wie die NASA es bei den Apollo-Missionen getan haben muß, ist schwer zu begreifen. Vielleicht ist sogar das recht riskant, obwohl ich nicht annehme, daß es noch lange eine unüberwindliche Gefahr darstellt. Ich glaube, die NASA wird bald einen hocheffektiven, leichtgewichtigen Strahlenschild für Raumschiffe und Astronauten entwickeln, vielleicht sogar ein magnetisches Abstoßungsfeld gegen Strahlung und die hüllendurchdringenden Mikrometeoriten - eine große, aber stark heruntergespielte Bedrohung weit jenseits des Bereichs der Van-Allen-Magnetosphäre.

     Soviel zu meiner schlecht zusammengefaßten Studie menschlicher Fehlbarkeit! (Selbst unter den olympischen, gottgleichen NASA-Wissenschaftlern!) Kommen wir nach dieser Diskussion über die Natur von Beweisen zu einer anderen damit im Zusammenhang stehenden Frage bzw. kehren wir zu einer solchen zurück: die interessante Sache mit dem klaren wissenschaftlichen Beweis für Teeds Konkave-Welt-Theorie.

Die seltsame Sache mit den Pendelgewichten
     Als etwa um 1901 der Versuch gemacht wurde, die Größe der Erde mit höherer Genauigkeit festzustellen, damit man unsere Entfernung von der Sonne besser berechnen könnte, kamen die Geologiespezialisten der französischen Regierung auf eine neue Idee. Sie fanden eine Methode, um die Distanz (an beiden Enden) von zwei stark verlängerten vertikalen parallelen Linien zu messen. Da keine Struktur in der benötigten Länge auf der Erdoberfläche errichtet werden konnte, hatte ein heller gallischer Kopf den brillanten Gedanken, einen eine Meile tiefen Minenschacht zu benutzen, in den zwei lange Pendelgewichte gehängt werden konnte, und zwar Seite an Seite in geringer Entfernung voneinander. So konnten sie die Differenz der Distanz zwischen beiden Enden der Pendel messen, und zwar sowohl an der Erdoberfläche als auch eine Meile darunter.

     Man hatte erwartet, daß die Pendelgewichte unten etwas näher zusammenstehen würden als oben, und aus der Differenz wollten sie die Linien geometrisch ins Erdinnere projizieren und den exakten Punkt errechnen, an dem die Linien zusammentreffen würden. Auf diese Weise wollte man das Gravitationszentrum entdecken und einen ziemlich akkuraten Radius für unseren Planeten errechnen. Das Experiment zeitigte jedoch sehr seltsame Ergebnisse. Man entdeckte, daß die Pendelgewichte unten in der Mine weiter auseinander waren als oben.

     Erneute Versuche führten zu den gleichen Resultaten, also setzten sie sich in ihrer Verzweiflung mit einem berühmten Physikprofessor in Verbindung, Dr. MacNair vom Michigan College in Mines, USA. McNair wiederholte das Experiment, und als er dasselbe Ergebnis bekam, überlegte er, ob die Pendelgewichte sich nicht magnetisch abstoßen würden und doch besser Bleigewichte verwendet werden sollten. Dies brachte jedoch auch keine Veränderung - die Resultate waren noch immer genau dieselben.

     Ein anderer amerikanischer Professor an der Columbia University war mittlerweile auf die Sache aufmerksam geworden, und zwar Professor Hallock. Er glaubte, es seien die beiden aus Klavierdraht bestehenden Schnüre, die sich gegenseitig anziehen würden, und ließ ein neues Experiment in den Tamarack-Minen bei Calumet, Michigan, durchführen. Natürlich brachte das nicht den leisesten Unterschied, und obwohl die Gewichte in zwei weit auseinanderliegenden, eine Meile tiefen Minenschächten, die miteinander durch einen vollkommen horizontalen Tunnel unten verbunden waren, gehängt wurden, kam es wiederum zu dem gleichen unglaublichen, unlogischen und unbegreiflichen Resultat. Die Pendelgewichte standen unten weiter auseinander als oben und zeigten an, daß sich die geometrisch verlängerten Linien in 6.500 Kilometern Höhe im Weltall treffen würden, würde man sie in Gedanken nach oben hin verlängern statt nach unten.

Eine verrückt machende Folgerung
     Man folgerte daraus, daß das Gravitationszentrum der Erde nicht an einem einzelnen Punkt 6.500 Kilometer tief im Innern der Erde war, sondern an jedem Punkt 6.500 Kilometer weit oben im Himmel. Dies bedeutet, das irdische Gravitationszentrum müsse in Wirklichkeit in kugelförmiger Konfiguration von etwa 26.000 Kilometer Durchmesser existieren und die Erde wie ein unsichtbarer Gravitationsschild umgeben.

     Die ganze Sache brachte viel Unruhe in geophysikalische Kreise, und das amerikanische Geodätik-Forschungsteam brachte weitere zwei Jahre mit Experimenten zu, von denen eines die Oberflächenmessung eines großen Sees in Florida umfaßte. Man nahm an, sein stilles, flaches Wasser müsse mit der Krümmung der Erde übereinstimmen und ihr demnach folgen. Man nahm eine sehr lange, schnurgerade Art von Wasserwaage, um eine echte Sichtlinie zu projizieren. Doch auch das führte zu einem erstaunlichen Ergebnis: Die unbewegte Oberfläche des Sees schien sich in allen Richtungen nach oben zu biegen statt wie erwartet nach unten! Die Wissenschaftler scheinen sich völlig verblüfft zurückgezogen zu haben; vielleicht haben sie versucht, die ganze Sache einfach zu vergessen.

Koreshs Auftritt
     An diesem Punkt erschien Cyrus Teed, der nun seine Rolle als religiöser Mystiker angenommen hatte, unter dem Namen Koresh (die hebräische Version seines Vornamens). Trotz seines Mystik-Deckmantels ging Koresh sehr praktisch an dieselben Experimente heran, die die Akademiker so stutzig gemacht hatten. Er wiederholte sie in wahrer Ingenieursmanier und errichtete auf den Ergebnissen ein völlig neues religiöses Konzept von der Erde, welches die wissenschaftlich nicht erklärbaren Resultate umfaßte. Tatsächlich verwandte er sie in ausgezeichneter Weise, indem er die Erde wissenschaftlich als konkave Sphäre bewies, in deren Inneren sich die ganze Menschheit - und alles andere, einschließlich Sonne, Mond und Sterne - befand. Damit widersprach er dem alten Weltbild einer konvexen Erde, wo alle Geschöpfe und Pflanzen auf der äußeren Oberfläche zu leben scheinen und wo der Himmel und die Himmelskörper hoch droben und darum herum zu sein scheinen, draußen in der Unendlichkeit des Universums.

     Von da an konnte Teed eine große Anhängerschaft überzeugter Schüler anziehen und eine brandneue Koresh-Religion gründen, die völlig auf seiner unglaublichen neuen Theorie beruhte. Teed/Koresh hätte mit seiner völlig neuen Weltsicht sehr viel weitergehen können, begann sich jedoch leider als der wiedergekehrte Christus zu sehen, und während seine Gemeinde diese Blasphemie akzeptierte und ihrem neugegründeten "Glauben" treu blieb, entschied Koresh, nur ein echtes Zölibat würde sie in den Himmel bringen. Ohne die späteren Auswirkungen seiner Tat in Betracht zu ziehen, brachte Koresh/Teed somit unabsichtlich eine natürliche "Selbstzerstörungs"-Periode in seine Organisation ein, und im Laufe der Zeit starben seine glühenden Anhänger einfach, und die Bewegung verging. Und nun möchte ich dieses interessante Fragment der Hintergrundgeschichte zu dieser dritten und extrem seltsamen Variante einer hohlen Erde, der celestozentrischen, inversen Erde, zu einem Ende bringen.

Schlußfolgerungen

Was kann man schlußfolgern?
     Was kann als Entkräftung dieser scheinbar unwiderlegbaren Theorie vorgebracht werden, wenn es überhaupt etwas gibt? Leider nicht viel außer Beobachtung und gesundem Menschenverstand. Eine Überlegung wäre die, daß die Zentrifugalkraft, würden wir von ihr auf der Innenfläche einer rotierenden Sphäre gehalten werden, sicherlich an den Achsenpolen ihrer Rotation nicht vorhanden wäre, was jeden in Polnähe in einen Schwebezustand versetzen würde. Bislang scheint es keine derartigen Berichte gegeben zu haben, weder von den Eskimos noch von den Erforschern der Arktisregion noch von den Wetterwissenschaftlern am und um den antarktischen Pol!

     Wenn sich dieser Erden-Kosmos jedoch dreht, so gebieten es die Gesetze der Mechanik (wenn sie auch in einer solchen Erde wirken), daß er sich um eine Achse dreht. Warum aber müßte er sich überhaupt drehen, wenn sich das gesamte Universum bereits hier drin bei uns befindet? Und worin dreht er sich? Wenn es nichts außerhalb der Kruste gibt, auf der wir leben, was bringt ihn dann zum Drehen - und wozu? Nur um uns auf der Innenseite der Kruste zu halten? Vielleicht sind das Fragen, die wir dem Einen stellen sollten, der es angeblich so eingerichtet hat.

     Einer der interessantesten und vielsagendsten Punkte jedoch, von dem ich bisher nichts gesagt habe, ist die einfache Tatsache, daß man am Meer zuerst die Spitze des Vordermastes eines sich nähernden Schiffes am Horizont sieht, dann den Schornstein, dann nach und nach den Überbau und die Hülle - alles scheint sich vom Rand des Ozeans emporzuheben. Das ist sicherlich ein kristallklarer Beweis, daß sich das Meer nach oben über die Horizontlinie krümmt und sich dann nach unten auf den Beobachter zubewegt - auf konvexe Weise.

     Aus dem Teed-Modell einer konkaven Erde erkenne ich auch, daß das fokale Zentrum des Globus angeblich von einer dunklen, tintenschwarzen Masse besetzt ist, die ein Einsteinsches "relatives Universum" birgt, in dem sich jeder Himmelskörper, den wir im Weltraum erkennen können, finden läßt, sei es mittels unserer Augen oder durch die Teleskope unserer Astronomen. Sonne und Mond sollen zwischen der Innenoberfläche und der Wolke sterndurchsetzter Dunkelheit um diese Masse kreisen, und wenn sie hinter ihrem Rand vergehen, fort von unserer Position, scheinen sie zu vergehen und wiederzukommen. Doch auch wie im Fall des sich nähernden Schiffes zeigt uns einfache Beobachtung, daß wir Sonne und Mond immer am westlichen Horizont herabsinken sehen, um am östlichen Horizont wieder aufzugehen. Welche Beweise brauchen wir noch, um wirklich zu wissen, daß die Erdoberfläche, auf der wir leben, konvex ist?

     Warum aber sollten Sonne und Mond in einer Umlaufbahn kreisen, wenn sich die Erdkruste selbst dreht? Moderne Koresh-Anhänger würden diese Frage mit der kategorischen Behauptung beantworten, die Erde würde sich überhaupt nicht bewegen. Sie ist, wie sie sagen, vollkommen statisch und wird von einem dichten Plasma Styx-hafter äußerer Dunkelheit umgeben (auf die die Bibel einige rätselhafte Hinweise gibt, wie wir gesehen haben). Würde die Erde ohne jede Gravitation in ihrer kugelförmigen Schale (was von dem Wolkenuniversum im Zentrum impliziert wird, welches - quod erat demonstrandum - sicherlich eine fantastisch große Masse haben sollte) jedoch nicht rotieren, so könnte die einzige andere Kraft, die uns an der Oberfläche halten könnte - die Zentripedalkraft - nicht existieren. Nach einer recht oberflächlichen Untersuchung durch selbst den bescheidensten wissenschaftlichen Laien fällt die ganze Zellenkosmogonie-Theorie Koreshs somit zusammen wie ein Kartenhaus.

Die religiöse Komponente
     Man könnte sich fragen, wie so viele Millionen von Menschen so mühelos davon überzeugt werden können, solche oft recht lächerlichen Vorstellungen im Namen Gottes anzunehmen. Die Antwort ist einfach, daß praktisch alle empfindenden menschlichen Wesen eine Art äußeres wohlmeinendes Wesen brauchen, an das sie sich klammern und ihre Hoffnungen hängen können. Sei es eine übernatürliche Gott- Gestalt, menschlich oder animistisch, ein magischer Talisman oder auch nur die Glücksgöttin - die große Mehrheit unserer Spezies spürt dieses starke Bedürfnis nach einer Art übernatürlichem Wächter und Beschützer.

     Fehlte uns wie den meisten Tieren der kluge Intellekt, so machten wir uns keine Gedanken über etwas jenseits des unmittelbaren Hier und Jetzt. Als rein instinktgesteuerte Geschöpfe würden wir uns nicht darum sorgen, welcher Schaden uns heimsuchen könnte, oder über spirituelle Dinge oder ein mögliches Danach. Doch wir Menschen sind kluge Geschöpfe mit aktiven, lebendigen Vorstellungen, und deshalb fühlen wir uns oft schutzlos und verletzbar angesichts eines erschreckenden Unbekannten - besonders angesichts des Todes. Daher dürfte das treibende Bedürfnis nach Religion in irgendeiner Form unter den meisten Vertretern unserer Spezies kommen.

Ein relativer Kosmos?
     Um auf das Konzept des Kosmos in relativistischer Form um das irdische Fokalzentrum herum zurückzukommen: Wäre dies so, so könnten wir (sofern ein geeignetes Raumschiff verfügbar wäre) durch den oben genannten Unendlichkeitspunkt hindurchfliegen und auf der anderen Seite herauskommen, wieder auf die Erde zufliegen und auf dem Weg wieder an Größe und Masse zunehmen. Oder würden Raumschiff und Besatzung einfach weiter an Größe abnehmen, gemäß Einsteins Gesetz der Relativität, bis sie völlig in der Unendlichkeit verschwinden würden?

     Oder könnte es dort vielleicht eine Art Wurmloch geben, das mit der Unendlichkeit des Himmels selbst verbunden ist? Wie es der unsterbliche Barde von Avon (Shakespeare) in seiner gewöhnlichen poetischen Art beschrieb: "Das unentdeckte Land, von dessen Grenze kein Reisender wiederkehrt." Vielleicht führen ja beide Szenarien am Schluß zum gleichen Ergebnis! Und vielleicht kann nur ein großes Genie von der intellektuellen Statur Isaac Newtons, Albert Einsteins oder Stephen Hawkings eines Tages eine vernünftige Antwort auf dieses Rätsel geben.

     Ich kann jedoch keine geben, obwohl mich das nicht davon abhält, mein eigenes instinktives und völlig unwissenschaftliches Bauchgefühl über die Richtigkeit oder Falschheit dieser Theorie zu haben - oder von der unangenehmen, unheilverkündenden Erkenntnis, daß Koreshs konkave Erde anfangs vermutlich als aufrichtige Theorie wahrgenommen, später jedoch angepaßt und bearbeitet wurde, um einen weiteren quasiwissenschaftlichen, religiösen Betrug zu kreieren, dazu ausgelegt, große Summen Geldes von einer Menge ernsthafter, aber leichtgläubiger Anhänger zu schröpfen. Leider werden wir das niemals herausfinden, und an diesem Punkt, lieber geduldiger Leser, muß ich diese weitschweifige Diskussion über etwas, das - nachdem alles gesagt ist - keinerlei greifbaren Unterschied für unser Alltagsleben bedeutet, zu einem Ende bringen.

Eine letzte Frage
     Sollte sich einer dieser drei theoretischen Fälle durch einen seltsamen Zufall als wahr erweisen, so gibt es eine letzte Frage, die wir uns alle stellen sollten. Was wäre wohl die Reaktion der Regierungen der mächtigen Nationen? Wie würden sie an eine solche Entdeckung herangehen? Würden sie sich sputen, ihren Bürgern die aufregende Nachricht der Entdeckung einer anderen Welt - oder anderer Welten - innerhalb des Globus, auf dem wir leben, mitzuteilen? Oder fände im Verborgenen ein Wettbewerb statt, die erste Nation zu sein, die in die versteckte Welt eindringt und ihre Nationalflagge auf deren Boden aufstellt, um das neue Gebiet als Lebensraum für ihre überzählige Bevölkerung zu beanspruchen?

     Oder noch schlimmer - würde man entdecken, daß diese Welt bereits bewohnt ist, würde man einen gnadenlosen Krieg anzetteln, um sie auszurotten, um die geheimgehaltene innere Welt für eigene ruchlose Zwecke zu gebrauchen? Und würde man entdecken, daß diese innere Welt reich an wertvollen Mineralien und Erzen ist (was wahrscheinlich ist), würde man sie dann gnadenlos ausbeuten und von einem scheinbar endlosen Vorrat an Öl oder Gold oder anderen seltenen Rohstoffen auf den Weltmärkten profitieren?

     Bei der erschreckenden Chronologie der reicheren und mächtigeren Nationen wie den USA, der Europäischen Gemeinschaft und China in solchen Bereichen glaube ich, daß wir alle diese Frage für uns selbst beantworten können. Wird je eine solche Entdeckung gemacht, und eine mächtige Regierung kriegt Wind davon, so können wir sicher sein, daß wir, die bescheidenen Bürger der Oberflächenwelt, vielleicht niemals davon hören werden. Und das, liebe Leser, sollen die letzten Worte in diesem Werk sein.

 

Ende

Ó Gerry Forster, 2001

 

 

Weiterführende Literatur

"Hollow Planets" von Jan Lamprecht. Im Internet zum Kauf angeboten unter
http://www.worldwidemagazines.com

"The Land of No Horizon" von Kevin und Matthew Taylor. Im Internet zum Kauf angeboten unter
http://www.tlonh.com

"Mysteries of the Inner Earth" von David Pratt. Frei im Internet erhältlich unter
http://ourworld.compuserve.com/homepages/dp5/inner1.htm

(Im Internet gibt es viele ausgezeichnete Websites zu den Themen "Hohle Erde und hohle Planeten" und "Inverse Erde")
 


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